Löwenherz - die Buchhandlung in Wien. Fachbuchhandlung mit schwulem und lesbischem Sortiment.
 
 

Schwule historische Romane –
heimatlos quer durch Europa

Auf dem Weg zu Europride 2019 möchten wir auf Literatur hinweisen, die unsere lesbischen und schwulen Perspektiven auf Europa darstellt. Europa ist im besten Sinn vor allem ein Gegenbegriff zu Heimat; nicht einfach eine große und über­ge­ordnete Einheit, die aus vielen womöglich konkurrierenden Heimaten zusammengesetzt ist, sondern ein Ort, der die Zwänge der Herkunft, die Enge alter Regeln und die Ballast des Erbes überwindet, Neues ermöglicht, Hoffnungen und Erwartungen weckt und am Leben erhält. Flucht, Wanderung, Migration und Reise ist darum ein Grundelement der europäischen Idee – in welch unterschiedlicher Gestalt zeigt unsere Auswahl.

Im zaristischen Russland aufgewachsen und als Mitglied des St. Petersburger Hochadels vor der Revolution geflohen schlägt sich Sergej Nabokow durch die Berliner und Pariser schwule Szene der Zwischenkriegszeit, bis er seinen geliebten Hermann aus dem Salzkammergut findet:

Paul Russell: Das unwirkliche Leben des Sergej Nabokow - € 24.00

Paul Russell: Das unwirkliche Leben des Sergej Nabokow

Dt. v. Matthias Frings. D 2017, 320 S. geb, € 24.00
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Männerschwarm - Edition Salzgeber
Eine behütete Kindheit im zaristischen Russland, Flucht vor der Revolution, Ausschweifungen in der Pariser Boheme und Tod im KZ Neuengamme: Von 1900 bis 1945 durchlebt Sergej Nabokow bewegte Zeiten. In seiner aristokratischen Familie ist der unmännliche, stotternde Junge ein Außenseiter. Auf seiner Flucht verschlägt es ihn über Cambridge und Berlin nach Paris. Dort bekommt er Zugang zu den Kreisen Cocteaus, Diaghilews und Gertrude Steins. Als er schließlich an den Folgen seiner Opiumsucht zu sterben droht, bringt ihn sein Freund auf sein Schloss in Tirol, aus dem die Nationalsozialisten das glückliche Paar vertreiben. Als Übersetzer in Goebbels´ Propagandaministerium wird er wegen kritischer Äußerungen zum Nazikrieg verhaftet und schließlich im KZ Neuengamme interniert. Dort stirbt er. Ein wuchtiger Roman über ein irrwitziges schwules Leben.


Flucht nach Europa – Flucht aus Europa: Marokko und Spanien haben eine besonders intensive Wechselgeschichte, gerade für Schwule:

Tahar Ben Jelloun: Verlassen - € 10.27

Tahar Ben Jelloun: Verlassen

Dt. v. Christiane Kayser. D 2014, 265 S., Pb, € 10.27
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Berlin Verlag
Eine ganze Generation von Marokkanern hat nichts Anderes im Kopf, als so schnell wie möglich das Land zu verlassen und nach Europa aufzubrechen, in dem alles besser und schöner sein soll. Bei schönem Wetter sieht man von Tanger zur spanischen Küste hinüber. In Träumen sind die jungen Männer längst drüben. Doch nur wie soll man es anstellen? Azel, der nach seinem Jurastudium keinen Job findet, ist einer von ihnen. Einige hat er scheitern sehen auf dem Weg in die Festung Europa. Da bietet sich für Azel eine Gelegenheit, als er den schwulen Galeristen Miguel aus Spanien kennen lernt, der sich auch gleich in den attraktiven Azel verliebt. Pläne werden geschmiedet. Miguel verschafft Azel und dessen Schwester Visa für Spanien. Doch das erhoffte Paradies entpuppt sich als Hölle, in der ihn Einsamkeit, Prostitution und der Verlust seiner Würde erwartet.


Gregorio Ortega Coto : Marokkanische Minze - € 15.32

Gregorio Ortega Coto : Marokkanische Minze

D 2013, 250 S., Broschur, € 15.32
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Querverlag
Pablo, ein junger Schwuler aus Barcelona, will endlich wissen, warum seine Mutter nicht über Bab-Qarfa redet, den Militärstützpunkt in Spanisch-Marokko, in dem Pablo geboren und aufgewachsen ist – bis Mutter und Sohn 1956 den Ort nach der Unabhängigkeit Marokkos verließen. Pablo war immer ein in sich gekehrtes Kind, das lieber mit seinen Seidenraupen und den Erwachsenen Idir und dem schwulen Freund der Mutter, Ernesto, spielte. Kinderfreundschaft verband ihn nur mit Naima. Doch was wurde aus seinen Freunden? Entschlossen setzt Pablo jetzt seien Entschluss um: Er kehrt zurück nach Marokko, nach Bab-Qarfa, um sich auf die Suche nach seiner Geschichte zu machen. Ein zart erzählter, wunderschöner Roman über eine schwule Kindheit in einer geheimnisvollen, verschwundenen Welt.


Flucht und Wanderschaft waren immer schon schwer unterscheidbar – eine Geschichte aus der frühen Neuzeit zeigt, wie zufällig solche Zuschreibungen sein können:

Olivier Sillig: Schule der Gaukler - € 22.62

Olivier Sillig: Schule der Gaukler

Dt. v. B. Heber-Schärer u. C. Steinitz. CH 2010, 434 S., geb. , € 22.62
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Harduin, ein schwuler Gaukler, zieht durchs mittelalterliche Europa. Er präsentiert einen in Alkohol eingelegten Hermaphroditen. Dank seinem umtriebigen Gehilfen, Tiécelin, läuft nicht nur das Geschäft, es entwickelt sich eine richtige Truppe. Vor allem aber erfährt man Harduins wechselvolle Geschichte: als Junge jüdischer Abstammung von Jesuiten erzogen, verliebt er sich im Kloster in einen Hussiten. Später gibt es Juan, seinen ersten Gehilfen, doch den zieht es auf See und Harduin mag sexuell gleichaltrige Männer – wie den Priester Hieronymus, der sich anfangs als schwuler Stricher ausgibt, um an Harduin heran zu kommen. Als die Truppe Juan einige Jahre später trifft, berichtet dieser von seiner abenteuerlichen Fahrt als Schiffsjunge und Liebhaber des zweiten Offiziers. – Ein großartiger schwuler Roman, voller Geschichten, geheimnisvoll und spannend, von Gilles de Rais bis burleskem Karneval in Venedig.


Auch innerhalb Europas werden immer wieder Grenzen aufgerichtet, wie das Beispiel der Teilung Zyperns zeigt – auch hier mussten viele ihr Zuhause aufgeben:

Andrea Busfield: Schattenträumer - € 10.29

Andrea Busfield: Schattenträumer

D 2012, 432 S., Pb, € 10.29
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Aufbau-Verlag
Die 50er Jahre auf Zypern: die Insel ist von den Briten besetzt - britische Soldaten töten den Bruder des 14jährigen Loukis. Loukis will sich rächen und geht in den Untergrund. Jahre später erst - inzwischen zum Mann gereift - kehrt Loukis in sein Heimatdorf zurück - dort ist nichts mehr so, wie es einmal war. Seine große Liebe Praxi hat inzwischen ein Kind und ist mit Loukis' größtem Rivalen Yiannis verheiratet. Was er nicht weiß, ist, dass Yiannis eine Affäre mit einem britischen General hat. Doch dieser kann nicht zu seiner Liebe zu dem jungen Mann stehen. So bleibt ihr Verhältnis im Dunklen, und die Ehe mit Praxi wird zur Farce. Loukis spürt zwar Praxis Anziehungskraft, gibt sich aber gegenüber Yiannis geschlagen. Später dann erfährt er, dass sich Yiannis von Praxi getrennt hat und nun zu seinem Schwulsein stehen will. (Also available in the English original version »Aphrodite's War« for € 8.50)


Welche Bereicherung die islamische Kultur für Europa bedeutet, zeigt ein Roman über den letzten maurischen Herrscher von Granada:

Antonio Gala: Die Handschrift von Granada - € 10.23

Antonio Gala: Die Handschrift von Granada

Dt. v. Lisa Grüneisen. D 2011, 700 S., Pb, € 10.23
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Fischer Taschenbuch
1492 muss der letzte maurische Sultan Boabdil Granada dem katholischen Königspaar Isabella und Ferdinand übergeben. In seinen fiktiven Erinnerungen zeigt Boabdil den bunten Kosmos, den das maurische Spanien und insbesondere die Residenz Alhambra darstellten, bevor er vom lustfeindlichen Katholizismus zerstört wurde. Dort herrscht anders als anderswo zu der Zeit in Europa ungeheure Toleranz, was die Religion, die Herkunft, aber auch die Einstellung gegenüber der Sexualität anbelangt. Im muslimischen Spanien hatten auch Männer- und Knabenliebe wie selbstverständlich ihren Platz. Und so wundert es nicht, dass Boabdil selbst ohne Hemmungen von seiner Zuneigung zu jungen Männern berichtet. Der schwule Autor Antonio Gala gewann 1990 mit »Die Handschrift von Granada« den Premio Planeta - den wichtigsten Literaturpreis Spaniens.


Auf der Flucht vor den Nazis durchquerten viele halb Europa, um von Lissabon aus den Kontinent des Schreckens ihrer Zeit zu verlassen:

Leopoldo Brizuela: Nacht über Lissabon - € 10.23

Leopoldo Brizuela: Nacht über Lissabon

Dt. v. Thomas Brovot. D 2011, 725 S., Pb, € 10.23
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Insel
Portugal 1942: die Briten drängen auf einen Kriegseintritt des Landes, doch Diktator Salazar zögert noch. Die Nazis drohen mit Einmarsch. In Lissabon tummeln sich bereits viele Fremde: Diplomaten in geheimer Mission, Spione aller Kriegsparteien, jüdische Flüchtlinge aus ganz Europa. Deren Hoffnung richtet sich auf das letzte Schiff, das sie vor der Deportation bewahren kann und noch in derselben Novembernacht auslaufen soll. Der argentinische Konsul erwartet eine Lieferung aus der Heimat. Der junge, undurchsichtige Vertraute des Patriarchen von Lissabon arrangiert ein geheimes Treffen. Der Privatsekretär und ehemalige Lover eines Musikagenten sieht sich plötzlich mit seinem Nachfolger in der Gunst des Maestros konfrontiert. Dieser wiederum teilt seine Kabine in der Nacht mit einem mysteriösen Burschen.


David Leavitt: Späte Einsichten - € 12.34

David Leavitt: Späte Einsichten

Dt. v. Georg Deggerich. D 2017, 303 S., Pb, € 12.34
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Atlantik
Zum einen ist »Späte Einsichten« die Geschichte einer schwulen Liebesaffäre zwischen zwei verheirateten Männern. Im Sommer 1940 ist Lissabon der einzige neutrale Hafen in ganz Europa. In der Zeit vor ihrer Abreise gen Amerika lernen sich die beiden Ehepaare - Pete und Julia Winters sowie Edward und Iris Freleng - in Lissabon kennen. Die Winters sind zwei im Ausland lebende Amerikaner, die das beschauliche Leben in Paris satt haben. Die Frelengs dagegen sind wohlhabende Intellektuelle, die von den sozialen und sexuellen Ängsten ihrer Klasse ganz besessen sind. Als der Krieg auch vor Portugal keinen Halt zu machen scheint, drohen Geheimnisse diesen vier Personen zum Verhängnis zu werden: Julia ist Jüdin. Pete und Edward haben eine heimliche schwule Affäre begonnen. Und Iris scheint nicht die Kraft zu haben, ihre zerbrechliche Ehe zu retten. (Also available in the English original »The Two Hotel Francforts« for € 13.95)


Alain Claude Sulzer hat gleich zwei historische Romane geschrieben, die sich mit europäischer Entwurzelung beschäftigen:

Alain Claude Sulzer: Postskriptum - € 20.55

Alain Claude Sulzer: Postskriptum

D 2015, 260 S., geb., € 20.55
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Galiani
Alain Sulzers neuer schwuler Roman über einen großen Filmstar in der Einsamkeit des Exils und die Wirren der europäischen Katastrophe. Lionel Kupfer, allseits umschwärmter Filmstar der frühen 1930er, ist ins Hotel Waldhaus in die Schweiz gereist, um sich auf seine nächste Rolle vorzubereiten. Doch die Ereignisse überschlagen sich. Kupfer sieht sich mit der Tatsache konfrontiert, dass er als Jude in Deutschland nunmehr unerwünscht ist. Der Vertrag für seinen nächsten Film wird aufgelöst. Die schlechte Nachricht überbringt ihm ausgerechnet Eduard, sein Liebhaber, dessen gefährliche Nähe zu den neuen Machthabern immer offenkundiger wird. Lionel Kupfer ist gezwungen zu emigrieren. Doch muss er nicht nur Eduard verlassen, sondern auch einen jungen Schweizer Postbeamten namens Walter, der sich ins Hotel eingeschmuggelt hat in der Hoffnung, dem von ihm verehrten Filmstar leibhaftig zu begegnen. Er kommt ihm dabei näher, als er je zu hoffen wagte. Lionel flieht ins Exil nach New York, wo er als Schauspieler nicht richtig Fuß fassen kann, aus Eduard wird ein zwielichtiger Kunsthändler und auch Walters, des jungen Schweizer Postbeamten Leben erfährt unerwartete Wendungen.


Alain Claude Sulzer: Ein perfekter Kellner - € 9.24

Alain Claude Sulzer: Ein perfekter Kellner

D 2006, 215 S., Pb, € 9.24
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Erneste arbeitet als Kellner im vornehmen Parkhotel bei den Giessbachfällen hoch über dem Brienzersee im Berner Oberland. Seiner Verantwortung wird der Kellnerneuling Jakob unterstellt. Erneste und Jakob verlieben sich ineinander und fangen eine Affäre an, die jedoch nicht lange dauert: Jakob betrügt Erneste mit anderen Männern. Allmählich kommt Erneste dem jungen Kollegen auf die Schliche. Doch dann verlässt Jakob ihn für einen älteren Herren, der offensichtlich bereit ist, den jungen Burschen mit freigiebigen Zuwendungen auszuhalten - ein berühmter Schriftsteller, wie sich herausstellt. Erneste kann lange nicht verwinden, dass sich die große Liebe seines Lebens so brutal von ihm getrennt hat. Viele Jahre später kontaktiert Jakob den ehemaligen Freund und bittet ihn um einen dreisten Gefallen.


Und schließlich gehört auch die Rückkehr zu all diesen Bewegungen – dass dies keine echte Heimkehr sein kann, zeigt Hans Pleschinskis Roman:

Hans Pleschinski: Königsallee - € 10.18

Hans Pleschinski: Königsallee

D 2015, 391 S., Pb, € 10.18
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DTV
Als im Sommer 1954 Thomas Mann nach Düsseldorf kommt, um aus dem »Felix Krull« zu lesen, ist gleichzeitig im selben Hotel in der Königsallee Klaus Heuser mit seinem Freund Anwar abgestiegen - ein Zufall, der es in sich hat. Denn Klaus Heuser gehört zu Thomas Manns großen Lieben, seit er ihn 1927 auf Sylt kennen gelernt hat. In der Figur des Joseph hat er ihm ein Denkmal gesetzt. Nun sorgt die mögliche Begegnung der beiden für größte Unruhe, zusätzlich zu dem Aufruhr, den der Besuch des ins Exil gegangenen Schriftstellers im Nachkriegs-Deutschland ohnehin auslöst. Erika Mann mischt sich ein, Golo Mann und Ernst Bertram verfolgen ihre eigenen Ziele, und die Honoratioren der Stadt ringen um Haltung. Zwischen Intrigen und schwulen Sehnsüchten: die ewigen Fragen der Literatur, nach Ruhm und Verzicht, der Verantwortung des Künstlers und dem Preis des eigenen Lebens, nach dem Gelingen und Rang.

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