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Johannes von Müller: »Einen Spiegel hast gefunden, der in allem Dich reflectirt«

Johannes von Müller: »Einen Spiegel hast gefunden, der in allem Dich reflectirt«

Briefe an Graf Louis Batthyány Szent-Ivanyi 1802-1803. D 2014, 2 Bd., 1024 S., 24 Abb., geb.,  60.70
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Wallstein
Inhalt
Der Schweizer Gelehrte Johannes von Müller, der als der größte Geschichtsschreiber der Goethezeit galt, wurde 1802/03 in Wien von seinem Schützling Fritz von Hartenberg um sein ganzes Vermögen betrogen. Der junge Mann fingierte Liebesbriefe eines ungarischen Grafen Batthyány und behauptete darin, mit Müller eine Liebesbeziehung eingehen zu wollen. Müllers Versuche über fast ein Jahr hinweg des Angebeteten habhaft zu werden, endeten mit einem Skandal und einer politischen Intrige, und Müller konnte nur knapp einen Sittlichkeitsprozess abwenden. In dieser als »Hartenberg-Affäre« bekannt gewordenen Geschichte um Hochstapelei und Liebe spiegeln sich anschaulich das Ringen um eine sexuelle Identität um 1800 und die changierenden Begriffe von »Betrug« und »Virtualität« an der Schwelle zur Moderne. Darüber hinaus sind die Briefe ein bewegendes Zeugnis dafür, dass gleichgeschlechtliche Liebe in der Goethezeit über zeitgebundene Vorurteile hinaus weitergedacht wurde. Müllers Liebesbriefe an den vermeintlichen Batthyány liegen nach über 200 Jahren erstmals kritisch ediert, durch umfangreiche Kommentare und Register erschlossen und mit einem ausführlichen Essay eingeleitet vor. Liebe, Lug und Trug: ein schwuler Freundschaftsschwindel aus der Goethezeit.
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