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Hubert Fichte: Coming-of-Age-Romane

Hubert Fichte: Coming-of-Age-Romane

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Fischer Taschenbuch
Inhalt
Das Waisenhaus. D 2005, 172 S., Pb, 8,12 Detlevs Imitationen »Grünspan«. D 2005, 242 S., Pb, 9,15 Die Palette. D 2005, 344 Seiten, Pb, 10,18 Versuch über die Pubertät. D 2005, 298 S., Pb, 9,15 »Das Waisenhaus« handelt äußerlich von 5 Minuten Warten des 8jährigen Detlev. Aus der Sicht des Kindes beschreibt Hubert Fichte den Versuch seiner Mutter, ihren Sohn 1941 vor den Nazis zu verstecken. Für Detlev wird es ein Jahr des Schreckens, er erlebt die Brutalität und Härte der Nonnen, den sozialen Druck von Seiten der anderen Jungen im Waisenhaus. Für Detlev ist die Zeit im Heim unsagbar fremd. Er versteht den katholischen Aberglauben nicht, dass er keine richtige Waise ist, weil er noch eine Mutter hat, macht ihn anders und zum Objekt von Hänseleien und Prügel. Aber seine nackten Kameraden interessieren ihn, vor allem hinten, ihr »schwarzer Punkt«. Für seine aufkeimenden Interessen und Gefühle hat er noch keine Worte, die Schwes­tern haben dafür nur das für Detlev unverständliche »das Unkeusche«. Detlev versucht deshalb, sein Leben als Übergang einzurichten, zwischen dem Hamburg seiner Kindheit, das er kennt, und dem Hamburg, das er sich erträumt. In »Detlevs Imitationen ›Grünspan‹« ist Detlev nach Hamburg zurück gekehrt. Mit seinem leicht bayrischem Akzent ist Detlev nun auch im bombenbedrohten Hamburg ein Fremder geworden. Detlev muss zur HJ, doch die Zeit dort wird zum Anfang seiner Veränderung. Aus Detlev wird Jäcki, der zwar - wie jedes Kind und jeder Heranwachsende - seine erwachsene Umwelt imitiert, doch sucht sich Detlev/Jäcki seine eigenen Imitationsobjekte. Im »Grünspan«, einem Lokal in St. Pauli, findet Detlev/Jäcki seine Umgebung, und alles deutet darauf hin, dass Jäcki zum wahren Ich wird. »Die Palette« spielt in der zeitlichen Abfolge der Fichte‘schen Jugendromane nach »Detlevs Imitationen«, hier ist Jäcki schon die eigenständige Persönlichkeit der unangepassten Halbwelt Hamburgs. Jäcki legt sich eine eigene Sprache zu, ist fasziniert vom Klang und vom Rhythmus der Worte, die er hier unter Schwulen, Prostituierten, Gammlern, Gaunern, Strichjungen und entlassenen Häftlingen hört und zu seinem eigenen Vokabular umformt. Fichte hat »Die Palette« in Kellerlokalen - auch die »Palette« ist, wie das »Grünspan«, solch ein Kellerlokal - entwickelt und mit Beat-Musik begleitet Passagen dort auch vorgetragen - in den 60er Jahren Veranstaltungen mit Kultstatus. Entstehungsgeschichtlich liegt »Die Palette« jedoch vor »Detlevs Imitationen«, die Fichte nach dem Erfolg erst in Angriff nahm, um zu beschreiben, wie aus dem kleinen Jungen der Protagonist der Beat-Generation wurde. Der »Versuch über die Pubertät« ist schließlich noch ein sehr viel späterer Rückblick Fichtes, jetzt arbeitet er nicht mehr mit den changierenden Antagonisten Detlev und Jäcki, jetzt geht es um die Unruhe des Heranwachsens, die für Fichte immer auch der Ursprung des Lebens war. Dass er sich selbst als schwul empfindet, steht alternativlos fest, Heterosexualität ist die Möglichkeit der anderen, nicht seine. (Veit empfiehlt, Frühlings Katalog 2005)
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