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Hans Pleschinski: Bildnis eines Unsichtbaren

Hans Pleschinski: Bildnis eines Unsichtbaren

D 2004, 271 S., Pb,  11.21
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Inhalt
Hans Pleschinski schreibt in diesem Roman über sich und über seinen Freund Volker, doch ist nicht auszumachen, wessen Perspektive vorherrscht. Nichts könnte deutlicher machen, dass die beiden sich nicht nur geliebt, sondern ein eng verbundenes gemeinsames Leben geführt haben. Es ist vor allem die Schilderung der gemeinsamen Beziehung die für diesen Roman vereinnahmt, der zärtliche und respektvolle Umgang mit einander, der freilich nie in die Gefühlsduselei romantisch-klammernder Liebe abglitt. Die beiden hatten immer getrennte Wohnungen (wenngleich dann auch im gleichen Haus), machten sich ihre Liebschaften nie streitig und waren immer für einander da. Hans Pleschinski ist dabei ein besonders feiner Erzähler, der seine Kindheitserinnerungen aus dem norddeutschen Zonenrandgebiet in die gemeinsamen Erlebnisse mit Volker ebenso unbeschwert einbaut wie seine wilden Jahre gleich nach dem Abitur in Paris. Im Paris der 60er Jahre lernte er Serge kennen, den er zum Millenniums-Silvester wieder besucht. Dieser Besuch mit seinen Erinnerungen nach 25 Jahren und die Rückkehr nach München zum todkranken Freund bilden den Rahmen des Romans, der auch ein Rückblick auf die alte Bundesrepublik ist. Wie stark Volker mittlerweile von Krankheit und Tod gezeichnet ist, fällt Hans Pleschinski nach seiner Rückkehr aus Paris noch stärker auf, doch in den folgenden Rückblenden schildert er vor allem den Lebemann, der Volker war, der nichts ausließ und der sich als Galerist rasch einen internationalen Ruf verschaffte. Beeindruckend ist auch, wie Pleschinski sachliche Erlebnisberichte mit im inneren Monolog vorgetragenen Gedanken abwechselt. Damit schafft Pleschinski das Gegenteil einer Totenklage auf seinen verlorenen und damit »unsichtbaren« Freund: Im Gegenteil ist es vielmehr eine lebensfrohe Revue auf alle barocken Ausschweifungen, denen die beiden immer zugetan waren. (Veit empfiehlt, Frühlings Katalog 2005)
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