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Ria Klug: Zehntausend Kilometer

Ria Klug: Zehntausend Kilometer

Quer Criminal Bd. 20. D 2017, 224 S., Broschur,  13.26
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Querverlag - Quer Criminal 20
Inhalt
Ein Krimi, gut geschrieben, politisch aktuell, lesbisch feministisch - was will ich mehr! Und genau das zeichnet »Zehntausend Kilometer« aus. Und es ist kein klassischer Who-dunnit mit Ermittler-Duo oder besonderen Kommissarinnen oder Kommissaren. Bei diesem Krimi stehen die in ein Verbrechen involvierten Personen und ihre Lebensgeschichten im Mittelpunkt.
Da ist zunächst Hauptprotagonistin Karla, der Inbegriff einer Taxifahrerin, die weder aus ihrem Germanistikstudium etwas gemacht hat, noch anderweitige ehrgeizige Ziele hegt. Aber sie liebt ihre Wahlheimat Berlin, und scheint es zu genießen, mit dem Taxi in der Stadt unterwegs zu sein. Ihre Lebensgefährtin Britta dagegen will Lehrerin werden und sich für das Referendariat in ihrer Heimatstadt in der Nähe von Hannover bewerben - sehr zum Missfallen Karlas. Britta ist im Flüchtlingsrat engagiert und lernt dort Semret kennen, zu der sie mehr als nur freundschaftliche Gefühle entwickelt. Semret ist eine Ärztin aus Eritrea, mit deren traumatischer Flucht übers Meer wir in die Geschichte einsteigen. Zehntausend Kilometer sind nicht mehr bloß eine unvorstellbare Entfernung, sie bedeuten einen unvorstellbar gefährlichen Weg. Ria Klug konfrontiert die Leser und Leserinnen im Roman immer wieder damit, was es heißt, als Geflüchtete im Wunschkontinent Europa zu leben und mit der Traumatisierung durch die Flucht klarkommen zu müssen. Und für Semret bedeutet es auch noch, die verlorengegangene Tochter zu suchen. Um in Deutschland ihren Beruf als Ärztin ausüben zu können, benötigt sie erst einmal viel Geld, um den teuren Vorbereitungskurs für die Approbation zu bezahlen. Und sie will raus aus dem Übergangsheim. Es gibt nur einen Weg, genug Geld zu verdienen, indem die Ärztin Menschen medizinisch versorgt, die nicht in ein Krankenhaus gehen können, weil sie gegen das Gesetz verstoßen haben. »Sie wanderte auf einem Grat, das war ihr klar. Würde sie erwischt werden, könnte Abschiebung die Folge sein.« Und hier kommt die Geschichte von Karla und Semret auf abenteuerliche Weise zusammen: In Karlas Taxi rettet sich ein Fahrgast mit einer Schusswunde, der vor seinen Verfolgern auf der Flucht ist. Und dieser Angeschossene, der Teil einer Verbrecherbande ist, wird später von Semret verarztet. Unfreiwillig geraten beide in die Machenschaften organisierter krimineller Banden. Dabei wird Karla notgedrungen zur Detektivin, da sie, typisch für Taxifahrerinnen und -fahrer, hier und da Kontakt zur Halbwelt hat, ob sie will oder nicht; damit bringt sie sich in ungeahnte Gefahren, und auf die Polizei scheint dabei nicht wirklich Verlass zu sein.
Der Krimi lässt nur einen Wunsch offen: mehr von Karla, Britta und Semret zu erfahren, auch nachdem die Geschichte von »Zehntausend Kilometer« zu einem dramatischen Ende kam – nur zu gern hätte ich das Leben der drei Frauen weiterverfolgt. Aber ich kann schon verraten, dass Ria Klug am nächsten Krimi schreibt, und wenn ich Glück habe, taucht die eine oder andere Figur wieder auf.

(Ilona Bubeck empfiehlt - Herbst 2017)
Dieser Querverlag-Titel ist auch erhältlich als:
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Taschenbuch, € 13.26
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