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Andreas Bertram: Schmeckt wie Urlaub - und macht nicht dick

Andreas Bertram: Schmeckt wie Urlaub - und macht nicht dick

D 2012, 240 S., Broschur,  15.32
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Querverlag
Inhalt
Andy hat von seinem Großvater ein ganzes Mietshaus in der Münchner Innenstadt geerbt. Für Renovierungs- und Umbaumaßnahmen muss er sich in gewaltige Schulden stürzen. Doch zugleich erfüllt er sich einen Lebenstraum: Er macht sich als Buchhändler selbstständig und eröffnet im Erdgeschoss seines Hauses einen kleinen Laden. Alles scheint perfekt, als sich auch noch sein Architekt bei den Planungsarbeiten in ihn verliebt, die beiden zusammen ziehen und ein beschauliches schwules Pärchenleben beginnen. Doch für Rainer ist Andy nur eine Zwischenstation, er geht nach Australien und lässt Andy enttäuscht, mit Schulden und einem schlecht gehenden Geschäft im Stich. In seiner Frustration knüpft Andy an eine alte Bettgeschichte an: Manuel ist zwar nicht out, weil er berufliche Nachteile befürchtet, dafür eine Rakete im Bett. Und so ist der Deal zunächst, dass die beiden nur Sex miteinander haben, keinen Beziehungsstress. Doch bald empfinden beide mehr füreinander und vor allem Andy will offen mit Manuel zusammen sein. So predigt Andy stets, dass Offenheit und Ehrlichkeit die beste Grundlage jeder Beziehung und fürs Leben überhaupt seien - bis sich ein schwuler Polizist in ihn verliebt und Andy auf einmal zwei Affären gleichzeitig laufen hat. Natürlich ohne den jeweils anderen Partnern etwas davon zu sagen. Zugleich quartiert sich sein bester Freund bei ihm ein, dessen Lover - Münchens Starfriseur - gibt ihm wieder einmal Anlass für ein Eifersuchtsdrama, und so ist Andy beständig seinen ätzenden Kommentaren ausgesetzt. Ganz nebenbei gehen merkwürdige Dinge im Haus vor, der Roman treibt auf einen dramatischen Showdown mit schwulen Liebeserklärungen und Bombenalarm zu. - »Schmeckt wie Urlaub« ist ein Unterhaltungsroman, ganz eindeutig. Die Handlung wird flott erzählt, es gibt keine einzige Hängepartie, dass Andreas Bertram routinierter Drehbuchautor ist, ist unverkennbar. Dabei changiert sein Erzählstil zwischen Andys ruhigem Beobachter-Ton, den häufig ins Schrille gehenden Dialogen, wenn Andys bester Freund Nils seine spitzen Tiraden startet und den spannenden Passagen, wenn der Polizist Robert ins Spiel kommt. Vor allem aber sind es die typischen schwulen Konstellationen und Typen, die in einer außergewöhnlichen Geschichte den Roman so besonders machen: Kernthemen sind natürlich Offenheit, Coming-out, Ehrlichkeit. Doch es ist nur eine Dimension des Romans, dass ein schwules Leben durch diese drei Begriffe besser, aufrichtiger, schöner ist. Der Haken ist nämlich eine solche Haltung einzufordern. Andy tut genau dies gegenüber Manuel. Nicht nur, dass er selbst - Ironie des Schicksals - in die Lage des Unehrlichen kommt, er zerstört die eigentlich intakte Basis der zugegeben nicht besonders romantischen aber von ihm durchaus genossenen Beziehung zu Manuel dadurch, dass er Offenheit einfordert. So veranschaulicht Andreas Bertrams leichte Sommerlektüre ganz nebenbei noch ein altes Dilemma: Prinzipien sind eine feine Sache, solange man sich an sie hält und nicht über sie spricht. Wer sie gar einfordert, macht sich meist nicht nur lächerlich, sondern richtet auch viel Unheil an. Dass diese Einsicht tatsächlich wie Urlaub schmeckt und nicht nach trockener Schulmeisterei, das ist mehr als ein guter Grund, den Sommer mit diesem Buch zu genießen. (Veit empfiehlt, Sommer Katalog 2012)
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