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Petra Brumshagen: Schunkelfieber

Petra Brumshagen: Schunkelfieber

D 2011, 288 S., Broschur,  15.32
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Querverlag
Inhalt
»Schunkelfieber« ist die Fortsetzung von »Scheinfrei«. Vicky hatte im ersten Roman von Petra Brumshagen ihr Studium absolviert, ihre Nicht-Beziehung zu Toni, ihrer Freundin seit Kindertagen, ließ ihr Gefühlsleben nicht zur Ruhe kommen. Es war Zeit für einen Schnitt. So ergreift Vicky am Anfang von »Schunkelfieber« denn auch freudig die Gelegenheit, berufliches Fortkommen mit einer Trennung von Toni zu verbinden. Vicky zieht ein paar hundert Kilometer weg, um in München ein Praktikum in einer renommierten Werbeagentur zu absolvieren. Doch Toni, die sich immer geziert hatte, nie bereit war, Farbe zu bekennen, wenn es darum ging, ob Vicky und sie nun ein Paar seien oder nicht, ausgerechnet Toni entlässt Vicky mit einer eindringlichen Liebeserklärung. Vicky ist ratlos – meint Toni es ernst, oder ist das wieder nur ein Winkelzug, um sie an einer wechselnd langer Leine zu führen? Doch zunächst muss Vicky diverse Schock-Erlebnisse verkraften. Gleich in der ersten Woche gibt es einen Betriebsausflug aufs Oktoberfest, die bekennende Hosen-Trägerin Vicky wird von einer Kollegin überrumpelt und findet sich im Dirndl schunkelnd im Bierzelt wieder. Doch die härteste Anfechtung ist ihre neue Chefin. Annabell ist in der gesamten Belegschaft als harte, ja brutale Karrierefrau verschrien. Doch Vicky spürt vom ersten Blickkontakt an eine Faszination für diese über die Maßen schöne Frau. Und auch Annabell scheint für Vicky eingenommen zu sein. Freilich: dunkle Seiten gibt es bei Annabell genug. Einen Halt findet Vicky dagegen in ihrer neuen WG. Chris und sein schwuler Bruder Lennart werden zu Vickys besten Freunden, die Küchen-Gespräche bei Lennarts ausgefallenen Koch-Kreationen zum sicheren Hafen für Vickys zunehmend chaotisches Leben. Unschwer zu erkennen: »Schunkelfieber« ist ein leichter Unterhaltungsroman. Petra Brumshagen schreibt flott, im lockeren Ton, in dem sich Freunde und Freundinnen ihre Erlebnisse erzählen, die Protagonistin Vicky wird so ihrerseits zu einer besten Freundin beim Lesen. Dabei wird Alltägliches nicht banal, denn Vickys Geschichte ist vor allem auch eine pointierte Bayern-Parodie. Sicher, als Parodie bemüht »Schunkelfieber« so ziemlich alle Bayern-Klischees. Aber Vicky lässt selbst kein Fettnäpfchen aus und gerade ihr beständiges Bemühen, sich nicht allzu sehr abzugrenzen, entlarvt sie als Fremde in einer eingeschworenen Lokal-Kultur. Vicky wird selbst zu einer Parodie auf ein hilfloses Bemühen, eigene Individualität durch den Gegensatz von Heimat und Fremde zu erhalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob Vicky ihre Ruhrpott-Heimat verklärt oder abschüttelt, ob sie das fremde Bayern freudig imitiert oder verächtlich versucht abzutun. Ganz ähnlich geht es ihr mit ihren Liebschaften – Beziehungen würden viel zu viel Ordnung unterstellen, die es bei Vicky nicht gibt. Auch hier stellt sich immer mehr heraus, dass es Vickys Versuche sind, Klarheit zu schaffen, die für immer mehr Verwirrung sorgen. Dazu kommt natürlich ihr Hang zum Pathetischen. In Wahrheit suhlt sie sich fast schon in Tonis Hin- und Her-Spiel, dass sie dem ersten Augenklimpern ihrer Chefin erliegt, trägt ja fast schon Züge eines billigen Groschenromans. Doch es gibt eben noch den großen Gegenpol der WG mit Chris und Lennart. Chris versucht immer alles ruhig zu analysieren, Lennart hat für alles einen spitzen Spruch. Die beiden bringen immer wieder Atempausen, Abstand und zuweilen Nachdenklichkeit in Vickys Leben, es sind gerade diese Passagen, die den Roman strukturieren, durch ihren langsameren Stil verleihen sie »Schunkelfieber« Rhythmus, weil sie das Erlebte besprechen, bekommt der Roman eine wertvolle und nie abgehobene Reflexionsebene. Eine schöne Geschichte, verwirrte Herzen, viel Bayern, noch mehr junges, lesbisches Lebensgefühl – und eine weise Tunte in der Küche. Das wäre doch genau der Stoff für eine neue lesbische Kultserie. (Veit empfiehlt, Winter Katalog 2011)
Dieser Querverlag-Titel ist auch erhältlich als:
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Taschenbuch, € 15.32
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