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Tom Shankland (R): No Night is Too Long ... 
eine verhängnisvolle Leidenschaft

Tom Shankland (R): No Night is Too Long ... eine verhängnisvolle Leidenschaft

UK/CAN 2001, OF, dt.UT, 116 min.,  12.99
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Pro-fun
Inhalt
Krimiautorin Barbara Vine schrieb in den 90ern die gleichnamige Literaturvorlage für diese spannende Verfilmung aus dem Jahr 2001, die jetzt als DVD in einer Version mit deutschen Untertiteln erschienen ist. Das Buch ist leider sowohl in seiner Originalfassung noch in der deutschen Übersetzung vergriffen. Die Verfilmung kann aber sehr wohl allein bestehen, ist richtig spannend und bis zum (bitteren) Schluss fesselnd. Die Hauptfigur – Tim Cornish – sieht super aus und wirkt auf seine Umgebung – egal ob Mann oder Frau – schier unwiderstehlich. Gleichzeitig verleiht ihm diese optische Qualität alle Möglichkeiten eines Herzensbrechers. Spätestens seitdem er an der Uni ist, flirtet er auf Teufel-komm-raus! mit jedem hübschen Mädel oder Jungen, das ihm begegnet. Und Sex kann er wirklich haben, mit wem er will. Doch ist eine Eroberung einmal perfekt, verliert er auf der Stelle jegliches Interesse an dieser Person. Und droht es mit irgendwem ernst zu werden, lässt er die Person sofort wie ein heißes Eisen fallen. Mit solchen Spielchen ist Tim schon ziemlich weit gekommen. Ist es mit einer oder einem auch vorbei, wartet an der nächsten Ecke schon der nächste Kandidat. Als Tim gerade dabei ist, mit seiner aktuellen Flamme Schluss zu machen, sticht ihm eines Tages der attraktive Paläontologe Dr. Ivo Steadman ins Auge, der ihn von seinem Bürofenster aus beobachtet. Natürlich erliegt Tim dem Reiz des Neuen und beginnt zu überlegen, wie er am besten sein Netz auswerfen kann. Anfangs macht Ivo genau das Richtige und zeigt Tim zwar nicht die kalte Schulter, aber lässt ihn zappeln. Er zeigt sich nur mäßig interessiert und noch lange nicht gewonnen. Also wirft Tim alles in die Waagschale, um Ivo auf seine Seite zu ziehen. Und nach einigem Umworbenwerden kommen sich die beiden grundverschiedenen Männer näher – der Anfang einer heißen Affäre, die Ivo eindeutig als etwas Festes missdeutet. Tim macht dagegen weiter wie immer. Er flirtet in der Bibliothek mit einem anderen Studenten und fängt sich auch etwas mit diesem an. Doch – als Ivo davon erfährt –nimmt er seinem Liebling die Sache verdammt übel. Der Streit eskaliert. Und es zeigt sich, dass Ivo seine Eifersucht nicht im Zaum halten kann. Am Ende schlägt er Tim blutig. Quasi als Entschuldigung fallen dann die fatalen Worte: »Ich liebe dich«. Damit ist die Sache für Tim gegessen. Ivo interessiert ihn nicht mehr wirklich. Und schon streckt er seine Fühler in neue Richtungen aus. Eigentlich würde Tim am liebsten sofort mit Ivo Schluss machen. Doch er hat seinem Freund noch kurz vor dem Streit versprochen, ihn auf eine alljährliche Kreuzschifffahrt nach Alaska zu begleiten – dort hält Ivo an Fossilienfundstätten an der Küste paläontologische Vorträge und verdient sich Geld dazu, von dem er das ganze Jahr über gut leben kann. Eigentlich würde sich Tim gern ausklinken, aber andererseits quälen ihn doch die Bedenken. Er kann ja Ivo nicht einfach hängenlassen. Er steht zu seinem Versprechen und kommt gegen seinen Instinkt doch mit. Zunächst muss Tim allein in Juneau bleiben, während Ivo an einer ersten Kreuzfahrt teilnimmt. Durch Zufall lernt er die rätselhafte, einsame Isabel kennen. Sie lässt ihn fast nicht an sich heran, gibt sich verstockt. Kaum etwas kann Tim aus ihr herauslocken. Gerade das zündet sein brennendes Interesse, das schnell in Begehren umschlägt. Isabels Zurückhaltung lässt Tim fast wahnsinnig vor Liebe werden. Doch dann muss sie eines Tages abreisen. Ihr Mann erwartet sie zurück. Tim – nun kurz davor zu erfahren, wie es ist selbst einmal abserviert zu werden – setzt alle Hebel in Bewegung, um sie zurückzuhalten. Doch Isabel will Tim nicht wiedersehen. Zerknirscht bleibt Tim in Juneau zurück. Mit wenig Enthusiasmus sieht er Ivos Rückkehr entgegen. Kaum ist Ivo zurück, verlangt Tim von ihm die Trennung - mit verheerenden Konsequenzen. Er hat die Rechnung ohne Ivos Eifersucht gemacht. Ein wirklich packendes Drama, das flockig-leicht beginnt und im Laufe der Handlung immer beklemmender wird – wirklich auch sehenswert dank einer bestechenden schauspielerischen Leistung von Lee Williams, der der Hauptrolle des bisexuellen Schönlings bemerkenswerte, vielfältige Facetten abgewinnt. Die Figur des Tim Cornish zeigt, wie jemand, der eigentlich per se gar nicht böse ist, durch seine ständige Unentschlossenheit, sein Sich-nicht-entscheiden-Können für irgendjemanden letztlich Schlimmes anrichten kann, sobald er auf den Falsche stößt. Die Dramatik ergibt sich aus der unvermeidlichen Inkompatibilität der beiden Hauptfiguren. (Jürgen empfiehlt, Sommer Katalog 2011)


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