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Floortje Zwigtman: Adrian Mayfield - Versuch einer Liebe

Floortje Zwigtman: Adrian Mayfield - Versuch einer Liebe

Band 2. Dt.v. Rolf Erdorf. D 2009, 491 S., geb.,  19.43
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Gerstenberg
Inhalt
Adrian Mayfields Geschichte geht weiter – nachdem der junge Kerl nach etlichen Verwirrungen sich unsterblich in Vincent verliebt hatte, war ja der erste Band »Ich, Adrian Mayfield« abrupt abgebrochen. Jetzt, im zweiten Band, muss Adrian mit seinem Verliebtsein klar kommen. Denn erstens ist Vincent weit weg (er musste ja nach Paris) und zweitens gibt es noch Adrians Vergangenheit. Adrian will um jeden Preis verhindern, dass Vincent irgend etwas von seinem Leben als Stricher erfährt. Doch das gestaltet sich schwierig, weil seine guten alten Freunde (die natürlich nicht wirklich richtig gute Freunde sind) nicht so ohne weiteres Adrian seiner Wege ziehen lassen wollen. Und in gewisser Weise hat ihm ja dieses Leben auch gefallen. Umgekehrt erlebt Adrian Vincent auch auf eigenartige Weise distanziert, als dieser aus Paris zunächst für kurz, dann für länger zurück ist. Natürlich gibt es die unterschiedliche Herkunft zu beachten – für Adrian zunächst auch kein Problem. Doch zunehmend erkennt er, dass da auch noch andere Barrieren sind, die das, was er sich von der großen Liebe erträumt hat, zumindest schwierig gestalten. Wie schon der erste Band ist auch die Fortsetzung der Abenteuer des Adrian Mayfield ein perfekt recherchierter und spannend erzählter Roman in bester Charles-Dickens-Manier: Junger Kerl zweifelhafter Herkunft schlägt sich redlich aber mit vielen Hindernissen durchs London des späten 19. Jahrhunderts – nur erzählt Adrian Mayfield seine Geschichte in Gegenwartssprache, man ist beim Lesen fest davon überzeugt, es ist die eigene Stadt, durch die man mit seinem besten Freund streunt, und man geht selbstverständlich davon aus, dass Adrians Erlebnisse hier und jetzt statt finden. Eigentlich wäre dies schon Grund genug, Floortje Zwigtmans Adrian-Romane als schwule Antwort auf Harry Potter jedem ans Herz zu legen: Lesen und Abtauchen in eine Welt, die die eigene sein könnte, Spannung, Verwicklung, Romantik und Abenteuer sind garantiert. Aber es kommt viel besser: denn anders als bei Charles Dickens gibt es keinen moralischen Zeigefinger im Hintergrund und anders als bei Harry Potter sind weder Adrian Mayfield noch seine Freunde, Kumpane und Widersacher sexuell neutralisiert. Ganz und gar nicht – und das macht einerseits einen großen Teil der Aufrichtigkeit des »Adrian Mayfield« aus, denn Zuneigung und Liebe hat immer auch eine sexuelle Dimension – und umgekehrt, denn Sex schafft immer auch Nähe für Adrian, was dann andererseits Adrians Skepsis gegenüber der Idee der romantischen Schnulzenliebe nährt und seine Lebensplanung in trauter Zweisamkeit zunehmend ins Wanken bringt. Kurz: Adrian Mayfield wird nicht nur erwachsener im Lauf dieses Bandes, er wird zunehmend sympathischer. Die Fortsetzung erweist sich so im besten Sinn überraschend als Steigerung: Die Erzählung hat mehr Tempo, die Charaktere gewinnen mehr Tiefe und Adrians Entwicklung nimmt Wendungen, die überraschender, zeitgemäßer und vereinnahmender nicht sein könnten. Wer den ersten Band noch nicht kennt - den gibt es natürlich auch weiterhin: Floortje Zwigtman: Ich, Adrian Mayfield. Dt. v. Rolf Erdorf. D 2008, 511 S., geb. (Veit empfiehlt, Herbst Katalog 2009)
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