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Eytan Fox (R): The Bubble

Eytan Fox (R): The Bubble

Israel 2006, OF, dt. SF, dt./engl./frz. UT, 114 min.,  12.99
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Pro-fun
Inhalt
Im israelisch-palästinensischen Konflikt scheint es nur schwarz oder weiß zu geben. Doch gerade dieser Hang zum Extremen, zur Polarisierung scheint Teil des ganzen Problems zu sein. Eytan Fox siedelt nach seinen beiden Erfolgen »Yossi & Jagger« und »Walk on Water« mit »The Bubble« einen weiteren Film in der Gegenwartsproblematik Israels an. Die schwullesbische Szene Tel Avivs scheint hier in einer Art Seifenblase zu leben. Man hängt mit Freunden ab, verbringt sonnige, heiße Nachmittage am Sandstrand, picknickt im Park, trinkt seinen Cocktail im Café und feiert ausgelassene Partys – so wie das junge Leute fast überall auf der Welt tun. Doch hier ist Normalität nur eine Illusion. Der israelisch-palästinensische Konflikt wird hierzu komplett ausgeblendet, weil einfach nicht sein kann, was nicht sein darf. Alle haben genug davon (obwohl man meilenweit von einer Lösung entfernt ist) und tun so, als ob der Konflikt sich weit entfernt abspielen würde. Tatsächlich liegt er sozusagen vor der Haustür. Noam arbeitet eigentlich mitten in der Szene Tel Avivs, lebt mit seinen Freunden Lulu und Yali im angesagtesten Viertel der israelischen Hauptstadt und genießt all die Vorteile, die die Metropole zu bieten hat. Alle Jahre wieder muss er jedoch seinen Dienst als Reservist an einem israelischen Grenzpunkt zu den Palästinensergebieten absolvieren. Der Dienst ist eher menschlich als körperlich hart. Immer wieder kommt es zu Situationen, in denen es sich zuspitzt und alles aus dem Ruder zu laufen droht. Dann die Kontrolle – und vor allem die Menschlichkeit – zu bewahren, ist nicht jedermanns Sache, aber Noam bemüht sich sehr zu deeskalieren und dem israelischen Grenzer gegenüber den palästinensischen Zivilisten, die die Grenze passieren wollen, ein menschliches Antlitz zu verleihen. Der Film zeigt in einer bewegenden Rückblende, wie Noams Mutter in einem gemischten Bezirk von Jerusalem für ihren Sohn ein Picknick mit israelischen und palästinensischen Kindern organisiert hat. Niemand kommt. Und so sitzen die beiden ganz alleine da. Ein traumatisches Erlebnis für den kleinen Noam. Zurück zu Noams Grenzeinsatz: als eine junge palästinensische Frau direkt am Grenzpunkt Wehen bekommt, packt alle Grenzer außer Noam die Panik: sie versuchen sogar Helfende unter Waffengewalt fern zu halten. Nur Noam hilft der jungen Frau. Diesen Vorfall beobachtet der junge Palästinenser Ashraf, der ahnt, dass Noam schwul ist. Ashraf verliebt sich auf der Stelle in Noam. Durch einen Zufall kommt Ashraf an Noams Adresse in Tel Aviv und steht einen Tag später vor Noams Tür. Noam ist auch nicht abgeneigt und nimmt Ashraf mit aufs Dach des Hauses, nachdem Lulu Herrenbesuch hat. Oben am Dach haben der Israeli und der Palästinenser heißen Sex. Und eine Beziehung gegen die politische Konstellation nimmt hier ihren Anfang. Was für Noam und Ashraf kein Problem ist, stellt sie im alltäglichen Leben dennoch vor Schwierigkeiten: wie soll man den Palästinenser an Noams Seite erklären? Sie verpassen ihm einen jüdischen Namen und bringen ihn in einem Café unter, in dem er als Kellner arbeiten soll. Ashraf wohnt nun einfach bei Noam unter Ignorierung der WG-Regeln. Gleichzeitig entdeckt Noams WG ihr politisches Bewusstsein. Die drei haben die glorreiche Idee, ein Rave gegen die israelische Besatzungspolitik in den Palästinensergebieten zu organisieren. Und beim Verteilen der Flugblätter stoßen sie auf heftige Reaktionen der Passanten, die deutlich macht, wie schwer ein Ausgleich mit den Palästinensern werden dürfte und dass die Volksseele kocht, wenn’s um die Palästinenser geht. Ashraf muss schließlich nach Hause in die Palästinensergebiete zurückkehren, weil die Hochzeit seiner älteren Schwester ansteht. Diese sieht ihm an, dass er verliebt ist, und fragt nach, wer denn die Glückliche sei. In seinem Glück gesteht Ashraf seiner Schwester, dass er schwul ist. Sie flippt darüber völlig aus. Auf der Hochzeit am nächsten Tag bekommt Ashraf mit, dass sein Schwager in terroristische Aktivitäten verstrickt ist. Er kann das nicht gutheißen, stellt sich aber auch nicht gegen seinen hasserfüllten Schwager. Dann steht das große Polit-Rave am Strand von Tel Aviv an. Es wird ein großer Erfolg. Ashraf nimmt extra die Unannehmlichkeiten eines Grenzübertritts auf sich, um dabei zu sein. Für Ashraf und Noam – die nun wieder vereint sind – wird es zu einem Fest ihrer Liebe. Wie eine große Seifenblase. Doch es dauert nicht lange, bis die schlimme politische Realität des Nahen Ostens die beiden wieder einholt. Ashraf kehrt in seinen Heimatort zurück. Und bei einem Schusswechsel vor dem Haus von Ashrafs Familie wird Ashrafs Schwester von einer Kugel tödlich getroffen. Ashraf muss das mit ansehen. Die Familie drängt Ashraf nun dazu, an den Israelis Rache zu nehmen. Als Selbstmordattentäter wird er nach Tel Aviv geschickt. Und als er entsprechend präpariert in der City ankommt, trifft er ausgerechnet auf Noam, der in einem Café sitzt und sich Sorgen um Ashraf macht. Wird Ashraf es tun? (Jürgen empfiehlt, Sommer Katalog 2008)
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