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Douglas Langway (R): Bear City - Eine haarige Romanze

Douglas Langway (R): Bear City - Eine haarige Romanze

USA 2010, OF, dt./engl.UT, 108 min.,  19.99
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Inhalt
»Bear City« ist ein Feel Good-Movie - vergleichbar mit »Another Gay Movie«, auch wenn die hier dargestellte New Yorker Bärenszene keineswegs durch den Kakao gezogen wird und die Charaktere gewiss nicht so eindimensional dargestellt werden wie die in »Another Gay Movie«. Im Film halten sich Comedy und Romanze gut die Waage. Und hätte man beim Übertragen des Filmmaterials auf das europäische System mehr Sorgfalt aufgewandt, wäre er der perfekte schwule Unterhaltungsfilm. Jungschauspieler Tyler ist gerade neu in New York, wohnt in einer schrillen WG mit einem süßen, schwindeligen Asiaboy - doch sexuell bringt ihm das gar nichts. Obwohl er selbst absolut kein solcher ist, steht er voll auf Bären. Und nun - sexuell unausgelastet - plagen ihn krasse Fantasien - z.B. von einem Fick mit dem Weihnachtsmann. Echt schräg. Für eine neue Rolle spricht Tyler bei einer Filmfirma vor. Dort begegnet er dem bärigen Kameramann Fred, der in einer (fast) monogamen Beziehung mit Langzeitfreund Brent lebt. Kurioserweise treffen sich die beiden am Abend in einem Bärenclub wieder. Fred rettet Tyler aus den Klauen eines szenebekannten, unguten Herzensbrechers und stellt ihn seinem illustren Freundeskreis vor, der integraler Bestandteil der New Yorker Bear-Community ist: das mit einer Magenverkleinerung liebäugelnde Schwergewicht Michael, sein Latinolover Carlos, dem eine solche Abspeckung seines Partners gar nicht passt, und sein Partner Brent. Von Anfang an kommt Tyler bei den Kerlen gut an. Und irgendwann findet Fred, dass er und Brent noch einen Untermieter in ihrer Wohnung suchen, die ihnen sonst zu teuer wird. Tyler, der nun Morgenluft geschnuppert hat, ist sofort Feuer und Flamme für die Idee. Er zieht nicht nur umgehend bei dem Bärenpaar ein, er fängt auch noch gleich als Kellner im nahe gelegenen Bärencafé an. Dort trifft er auf den angegrauten Traumbären der Szene: Roger, hinter dem praktisch die halbe Bärenszene her ist, aber den so leicht niemand in die Finger kriegt. Natürlich ist er ein enger Freund von Fred, Brent und den Anderen. Ausgerechnet ihn hat sich Tyler als potenziellen bärigen Partner auserkoren - und das, obwohl er als unbehaarter, schlanker Junge so gar nicht dem Bärenideal entspricht. Beim Bowling kommen sich die beiden grundverschiedenen Kerle näher - es fehlt nicht mehr viel, aber Rogers bester Freund stört die beiden. Besoffen kommt Tyler nach Hause zu seiner neuen WG. Ihm ist die elende Stimmung anzusehen. Dort bringt er mit seiner heruntergerutschten Jeans einiges an Unordnung in das sonst so gut austachierte Beziehungsleben seiner bärigen Mitbewohner. Sie fangen an, über eine offene Beziehung nachzudenken. Tylers Frustration hat einen Höhepunkt erreicht. Als er auf der Straße seinem früheren Mitbewohner begegnet, schüttet er dem Twink sein Herz auf. Der ist gerne bereit seinem Exmitbewohner den übereilten Auszug zu vergeben und ihm bei der Partnersuche unter die Arme zu greifen. Erst einmal muss Tylers fades Outfit gehen. Bearfashionmäßig wird er komplett umund aufgestylt. Danach ist er kaum wiederzuerkennen. Gerade recht für den Auftakt zu Bear City - dem alljährlich stattfindenden Bären- Eventwochenende, zu dem Bären aus aller Herren Länder nach New York strömen. Allein schon mit seinem Auftritt bringt Tyler die Festung Roger ins Wanken. Wieder bahnt sich zwischen den beiden etwas an. Doch wieder funkt ein fremder Mann dazwischen: diesmal ist es ein heißblütiger Latino aus Barcelona - zu Besuch in New York. Roger verfällt der Verführung auf der Stelle und verprellt Tyler, der sich schon am Ziel seiner Träume gesehen hat. Roger macht sich mit Fernando davon und verbringt eine heiße Liebesnacht mit ihm anstelle von Tyler, der sich das schon so schön ausgemalt hat. Am nächsten Abend - dem Höhepunkt von Bear City - präsentiert Roger Fernando als seinen neuen fixen Partner, der bei ihm einziehen wird. Tyler sieht alle Felle davonschwimmen. Und auch die Anderen können es nicht fassen. An dem Abend folgen noch einige Irrungen und Wirrungen, bis sich herausstellt, dass Fernando der falsche und Tyler der richtige für Roger ist. »Bear City« ist ein herrlich amüsanter, sehr liebevoll und auch realistisch gemachter Film direkt aus der New Yorker Bärenszene. Die Charaktere sind nirgends überkandidelt und schematisch den Klischees entsprechend - alle haben ihre Eigenheiten und Fehler, manche sehen ihre Fehler ein und machen manches anders, Andere wachsen mit den Anforderungen ihrer Umgebung, haben Träume, die mal wahr werden oder nicht. Alles wie im richtigen Leben. Dem bärigen zumindest. (Jürgen empfiehlt, Frühlings Katalog 2011)
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