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Stijn Coninx (R): Sœur Sourire - 
Die singende Nonne

Stijn Coninx (R): Sœur Sourire - Die singende Nonne

F/B 2009, OF, dt.SF, dt.UT, 124 min., € 16.99
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Salzgeber - gay classics (lesbian)
Inhalt
Die authentische Geschichte von Jeannine Deckers, die Ende der 50er Jahre der Enge ihres kleinbürgerlichen wallonischen Elternhauses entfliehen will, indem sie als Schwester Luc-Gabrielle in den Orden der Dominikanerinnen eintritt. Auch spielt dabei eine Rolle, dass sie nicht zu ihren lesbischen Anteilen stehen kann, die sich ihr durch die Avancen ihrer Freundin Annie ins Bewusstsein gedrängt haben. Im Kloster fügt sie sich dank ihres angenehmen, lebenslustigen Wesens gut ein und ist dort sehr beliebt. Das einzige, was ihr an Privatem im Kloster geblieben ist, ist eine Gitarre, die sie erst dort zu spielen lernt. Sie hat eine gute Stimme und unterhält ihre Mitschwestern mit ihren fröhlichen, einfachen Liedern. Durch Zufall wird ihr Talent entdeckt. Die Oberin ist anfänglich nicht sehr davon begeistert und kann erst durch Zugeständnisse zur Zustimmung bewegt werden: Schwester Luc-Gabrielle darf sich fürs Plattencover nur im Nonnengewand von hinten fotografieren lassen, und die Platte darf nur unter dem Pseudonym Soeur Sourire veröffentlicht werden. Als »Dominique-niquenique « in die Plattenläden kommt, sprengt der Erfolg jede Erwartung: es gelingt ihr sogar Elvis und die Beatles von den ersten Rängen der Hitparaden zu verdrängen. Das Inkognito lässt sich - obwohl das das Bestreben der Ordensleitung ist - unmöglich länger aufrechterhalten. Die ohnehin vorhandene Skepsis der Ordensleitung wird zusätzlich durch Allüren und Unabhängigkeitsbestrebungen der Soeur Sourire genährt. Erst durch den Kontakt zu ihrer Jugendfreundin Annie erfährt sie von dem immensen Erfolg ihres Songs. Sie will nun auf Tournee gehen - um den Glauben zu verbreiten, wie sie beteuert. Als dann auch noch ein US-Fernsehteam einen Film über The Singing Nun dreht, kommt es zu einem endgültigen Bruch mit dem Orden. Jeannine tritt aus - in dem Glauben, dass sie um ihrer selbst willen geschätzt wird. Den ersten Dämpfer erhält sie, als sie erfährt, dass sie den Namen Soeur Sourire nicht weiter verwenden darf und dass alle Tantiemen aus »Dominique-nique-nique« der Kirche gehören, da sie mit dem Eintritt ins Kloster ein Armutsgelübde abgelegt habe. Dennoch erhält sie einen Kredit und kauft sich davon ein Haus. Sie holt Annie zu sich und fängt eine lesbische Beziehung mit ihr an, die sich auf lange Frist aber nicht geheim halten lässt. Während ihrer ersten Tournee durch Kanada präsentiert sie als Jeannine Decker ihre neuen Chansons, die jedoch wegen ihres feministisch-emanzipatorischen Gehalts (z.B. ein Loblied auf die Pille) den Klerus zur Weißglut bringen. Die katholische Kirche macht mobil und sorgt dafür, dass Jeannines Tournee zum Misserfolg wird. Nachdem sie anfangs große Hallen gefüllt hat, spielt sie nun in Schwulenclubs, in denen sich Jeannine aber gar nicht wohl fühlt. Mittlerweile hat die Yellow Press von ihrem Lesbischsein Wind bekommen und outet sie gnadenlos. Außerdem meldet sich das Finanzamt mit horrenden Steuernachzahlungen bei ihr - sie soll die Einnahmen aus ihren Plattenverkäufen versteuern. Daraufhin begehen sie und ihre Freundin Annie gemeinsam Selbstmord. Der Film wird getragen von einer fulminanten schauspielerischen Leistung der Hauptdarstellerin Cécile de France - die die Entwicklung und den nicht mehr aufzuhaltenden Abstieg der Soeur Sourire wirklich sensationell verkörpert. Der sehr sensibel gemachte, sehr gut recherchierte Film zeigt auf eindrückliche Weise, wie flüchtig Erfolg sein kann. Jeannine Deckers glaubt nach dem Erfolg von »Dominique-nique-nique«, dass sie von ihrem Publikum um ihrer selbst willen geliebt wird. Doch das Publikum hat sich ein ganz eigenes Bild der Soeur Sourire zurechtgelegt, und als sie dem nicht mehr entspricht, wird sie von ihrem Publikum grausam fallen gelassen. Weiter zum nächsten Star … Und so ist Jeannine Deckers an ihrem eigenen Erfolg, der sie abheben ließ, zerschellt. (Jürgen empfiehlt, Winter Katalog 2010)

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