Löwenherz - die Buchhandlung in Wien. Fachbuchhandlung mit schwulem und lesbischem Sortiment.
 
 
Federico Fellini (R): Julia und die Geister

Federico Fellini (R): Julia und die Geister

I/F/D 1965, italien. OF, dt. SF, dt. UT, 132 Min.,  9.99
Aktion Portofrei: Kostenloser Versand in Österreich.
Europa: Kostenloser Versand ab 20 Euro Bestellwert.

Arthaus
Inhalt
Nach »Satyricon« rangiert »Julia und die Geister«an zweiter Stelle meiner liebsten Fellini-Filme. Eine der großen Stärken von »Julia und die Geister« ist neben einer hervorragenden Hauptdarstellerin das gelungene Einfangen von subtilen Stimmungen und Farben mit unaufdringlichen, leisen Mitteln. Julia (von allen Giulietta genannt) glaubt, seit 15 Jahren eine wunderbare, glückliche Ehe zu führen. In ihrer ruhig, nahe dem Strand gelegenen Villa muss sie sich ökonomisch keinerlei Sorgen machen. Ihr Ehemann Giorgio, ein erfolgreicher, gestresster Manager, schafft (auch wenn sie nicht genau weiß wie) das nötige Geld heran. Zwei Dienstmädchen und ein Gärtner gehen ihr im gutbürgerlichen Anwesen zur Hand. Doch der Schein einer glücklichen Ehe trügt und kann nur deshalb bestehen bleiben, weil die Signora in ihrer sympathischen kleinen eigenen Traumwelt lebt und die Realität der Außenwelt nur sehr eingeschränkt an sich heran lässt. Niemand sieht sich in der Position, sie wach zu rütteln. Von ihrem Mann und ihrer völlig überspannten Mutter wird Giulietta einfach nicht ernst genommen, was sie aber irgendwie nicht zu stören scheint, solange ihr Leben in gewohnten Bahnen verläuft. So rückt der 15. Hochzeitstag heran, den Giulietta förmlich als Bestätigung für das Glücken ihrer Ehe ansieht. Freunde und Bekannte sind eingeladen - darunter ein tuntiger Spiritist, der sofort spürt, dass mit Giulietta etwas nicht stimmt. Bei einer spiritistischen Sitzung muss Giulietta abbrechen, weil die Geister sich anscheinend zu ihr hingezogen fühlen. Schon immer - nun aber verstärkt - suchen Geister Giuliettas Nähe, versuchen ihr Botschaften aus dem Jenseits zu übermitteln - egal wo die Signora sich aufhält. Gleichzeitig kann Giulietta die ständig präsenten, manchmal beunruhigenden Erinnerungen an kuriose Ereignisse in ihrer Kindheit nur schwer unterdrücken. Und so nehmen die Geister die Gestalt von Figuren aus ihrer Kindheit an. Eines Nachts liegt Giulietta lesend neben ihrem Mann Giorgio im Bett, als dieser plötzlich anfängt, einen fremden Frauennamen zu murmeln. Am Morgen auf diesen Namen angesprochen, geht er der Konfrontation aus dem Weg. In Giulietta wächst ein schlimmer Verdacht. Und plötzlich ergeben die mysteriösen Anrufe, bei denen das Gegenüber sich nicht zu erkennen gibt und gleich wieder auflegt, einen Sinn: ihr Mann hat eine heimliche Geliebte. Giuliettas schöne Scheinwelt zerbricht über Nacht. Ihr Mann erscheint ihr plötzlich fremd, nicht mehr als derjenige, den sie seinerzeit geheiratet hat. In dieser seelischen Krise sucht sie nach Gewissheit, bittet ihre Mutter und Schwestern um Rat, engagiert einen Privatdetektiv, der ihren Mann beschatten soll, und - nachdem die Nebenbuhlerin identifiziert ist - versucht sie diese zu treffen. Giorgio zieht nun aus dem gemeinsamen Haus aus. Und dann kommt Giulietta die Villa entsetzlich leer vor. In dieser Phase werden die Visionen und Geisterbotschaften unerträglich stark. Eines Tages verirrt sich der Kater der Nachbarin auf Giuliettas Grundstück. Beim Zurückbringen trifft Giulietta auf die ausgeflippte Susy und die schrägen Personen, die in ihrem geräumigen Haus untergekommen sind. Giulietta und Susy freunden sich an. Im Schlepptau von Susy gelingt es Giulietta, sich allmählich von ihren Schuldgefühlen, Versagensängsten und ihrer Angst vorm Alleinsein, ja von den quälenden Geistern zu befreien. Ihr Selbstbewusstsein beginnt zu wachsen. Sie ist am Ende dieses Selbsterfahrungsprozesses nicht mehr länger eine Männern und Mutter hilflos ausgelieferte Frau, sondern kann ihre Komplexe und Enttäuschungen endlich hinter sich lassen. »Julia und die Geister« war Fellinis erster Farbfilm. 1966 gewann er damit den Golden Globe als »Bester fremdsprachiger Film«. In ihm setzt Fellini sich unter Einsatz starker psychoanalytischer Bildlichkeit mit der (heilenden) Kraft des Imaginären auseinander. Die Hauptdarstellerin wirft die Fesseln bürgerlicher Existenz ab und lernt Träume und Visionen als festen Bestandteil ihres Lebens zu begreifen. Einen Großteil seiner Wirkung verdankt der Film der wirklich großartig mit enormem Understatement spielenden Hauptdarstellerin Giulietta Masina, mit der Fellini verheiratet war. Löwenherz führt auch alle anderen, lieferbaren Fellini-DVDs: »Die Stadt der Frauen« 24,95, »Casanova« 24,95, »Amarcord« 16,99, »Roma« 19,99, »8 ½« 21,95, »Dolce Vita« 9,90, »Die Schwindler« 17,99, »La Strada« 9,99, »Die Müßiggänger« 17,99 und »Rom, offene Stadt« 14,99. (Jürgen empfiehlt, Sommer Katalog 2007)
Warenkorb   |   Mein Konto  |   Derzeit nicht angemeldet
Zum Seitenanfang