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Sigurd Mathiesen: Das unruhige Haus. Zehn unheimliche Geschichten

Sigurd Mathiesen: Das unruhige Haus. Zehn unheimliche Geschichten

Dt. v. A. Gundlach. D 2004, 395 S., Pb,  12.85
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Inhalt
Lange war Sigurd Mathiesen ein vergessener Autor und ist dies im Grunde bis heute auch in seiner Heimat geblieben - und das, obwohl er zu Lebzeiten ein von der Kritik gefeierter Avangardist war und großen Einfluss auf die moderne Literatur hatte. Unbestritten sind seine literarischen Verdienste, dass er vergessen wurde, liege – so die Betrachtung im Nachwort – am bornierten Umfeld, das seinen ästhetischen und kulturkritischen Ansprüchen nicht gewachsen gewesen sei. In der Tat hat Mathiesen Schauergeschichten geschrieben, die beim Lesen einige Nervenstärke verlangen. Schönheit und Tod liegen immer ganz nah beieinander, ebenso wie Wollust und Grausamkeit. Hans Henny Jahnn, der Mathiesen las, als er mit seinem Freund vor der Einberufung nach Norwegen floh, war so fasziniert, dass er gleich ganze Passagen von Mathiesen für seinen Epos »Perrudja« abschrieb. Doch nicht nur das Schaurig-schöne faszinierte schon Jahnn; in fast allen Geschichten spielt auch das Thema Homosexualität eine mehr oder weniger deutliche Rolle. Einmal erkennt ein grausam Entstellter erst durch die Zuwendung seines Freundes, dass er bei seiner Verlobten keinen Halt finden konnte. Ein andermal geilen sich zwei Jungs durch gemeinschaftlichen Mord derart auf, dass sie ihre Vereinigung mit dem Öffnen ihrer Pulsadern begehen. Schwulsein wird hier weder verklärt noch als abartig denunziert, sondern durch die Eskalation der unheimlichen Geschichte als Kern der Angelegenheit geschildert. Was die Literaturkritik uns nämlich bestenfalls verschämt andeuten mag, erzählte uns vor einigen Jahren ein norwegischer Kunde, der die gebundene Ausgabe von Mathiesen bei uns im Laden fand: Dass Mathiesen offen schwul mit seinem Freund in einem Dorf bei Oslo gelebt habe, aus dem auch unsere Kunde stammte. (Veit empfiehlt, Frühlings Katalog 2004)
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