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Becky Chambers: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Becky Chambers: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Dt. v. Karin Will. D 2017, 543 S., Broschur,  10.27
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TOR Doherty
Inhalt
Die »Wayfarer« ist ein Transportschiff, das eigentlich bloß für das Durchtauchen bereits etablierter Wurmlöcher ausgelegt ist. Als Rosemary auf dem Schiff anheuert, ist es für sie die Chance, ein neues Leben anzufangen. Zwar wird sie zu unrecht beschuldigt, doch das half der Tochter aus besserem Hause nichts – eine neue Identität und harte Weltraumarbeit ist die einzige Möglichkeit der Strafverfolgung zu entgehen. Als Mensch vom Mars ist sie auf der »Wayfarer« schon fast exotisch, denn die Crew besteht aus den unterschiedlichen Wesen aus allen Teilen der viele Galaxien umfassenden Weltraum-Union. Der Kapitän, Ashby, ist auch ein Mensch, doch er stammt wie die Mehrzahl der Menschen nicht von der privilegierten Mars-Siedlung, sondern von einem der überdimensionierten Wohnsilos, die die Menschheit im Weltraum nach dem Kollaps der Erde dort errichtet hat. Die Steuerfrau, Kizzy, ist ein Reptil, polyamorös und gräbt Rosmary vom ersten Tag auf dem Schiff an. Der Koch ist ein 6-gliedriges Wesen, das zugleich als Schiffsarzt Dienst schiebt – männlich allerdings erst seit kurzer Zeit, denn nach einer Art Menopause wechselt seine Spezies das Geschlecht. Der Bordingenieur lebt wegen einer Virusinfektion, die seine Gattung immer bereits im Kindesalter trifft, als geistiges Doppelwesen und muss deshalb im Plural angesprochen werden. Als sich die Besatzung nach dem letzten erfolgreichen Auftrag erholt und Rosemary als Neuling einigermaßen akzeptiert hat, tut sich eine große Chance auf: Die »Wayfarer« soll ein gigantisches Rohstoffvorkommen erschließen und dafür ein neues Wurmloch, einen neuen Tunnel errichten. Ein ebenso riskantes wie lukratives Geschäft – und der Beginn eines spannenden Weltraum-Abenteuers. – Becky Chambers‘ Science-Fiction-Roman zehrt weniger vom futuristischen Setting, der utopischen Technik oder den interstellaren Rivalitäten. Der Roman ist vielmehr eine gelungene Gesellschafts-Utopie über die Kernthemen queeren Lebens. Polyamory, verbotene Liebe zwischen zwei Spezies, Liebe zu künstlicher Intelligenz, Geschlechtswahl und -wechsel, geschlechtsneutrale Sprache und Umgang mit ganz anderen Wesen – all dies ist nicht nur der Hintergrund der spannenden Episoden in der Enge des Raumschiffs, durch Rosemarys etwas naive Art (bedingt durch ihre behütete Herkunft vom etwas spießigen Mars) wird alles auch sehr ausführlich diskutiert und in ein gesamtgesellschaftliches Ganzes gerückt. Eine packende Zukunftsvision für alle, die an die Auflösung von Grenzen glauben.
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