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Clare Ashton: Rückkehr ins Leben

Clare Ashton: Rückkehr ins Leben

Dt. v. Andrea Krug. D 2016, 271 S., Broschur,  17.37
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Krug und Schadenberg
Inhalt
Glücklicherweise verbringe ich jedes Jahr ein paar Tage bei Freundinnen an der walisischen Küste, und habe dadurch ein Faible für Geschichten entwickelt, die in den rauen englischen Küstenlandschaften spielen. Und Clare Ashton gelingt es auch wunderbar, diese melancholische Stimmung, die geheimnisvolle Atmosphäre und die manchmal eigenwilligen und zurückgezogenen Menschen in dieser einsamen, ländlichen Umgebung zu beschreiben. Die Autorin führt uns mit ihrem Debütroman in die unmittelbare Nachbarschaft von Wales, nach Cornwall in den kleinen Küstenort Pennance. Da ist zunächst einmal Lucy, die bei einem Autounfall ihren Lebensgefährten Jake verloren hat und die in ihrer Trauer am liebsten mit niemand Kontakt haben will. Sie muss vor allem damit klar kommen, dass sie überlebt hat, und dass ihr das ihre Schwiegermutter nicht verzeiht - und vielleicht noch einige andere im Dorf. Und sie ist misstrauisch, sie fragt sich, ob es wirklich nur ein Unfall war? Ob jemand auch nach ihrem Leben trachtet oder sie vertreiben will? Und sie ist umgeben von Erinnerungen an Jake, die sie nicht loslassen und sie immer wieder in Schuldgefühle verwickeln. Lucy wohnt in einem kleinen Häuschen, das zu einem Gutshaus gehört, in das eine junge Frau namens Karen, mit ihren beiden Kindern Sophia und George zieht. Das ist die erste Begegnung, die die sperrige Lucy aus ihrem Schneckenhaus holt und sie langsam Vertrauen fassen lässt, dass sie tatsächlich von jemandem gemocht wird. Vor allem der kleine George entlockt ihr immer wieder ein Lächeln und schafft es, dass Lucy sich öffnet, während Sophie sich eher ablehnend verhält, vor allem je mehr sich ihre Mutter Karen für Lucy interessiert. Zwischen den beiden Frauen entsteht eine leise Freundschaft, die mehr zu sein scheint, was Lucy zwar verwirrt, aber auch endlich zu neuem Leben erweckt. Aber Lucy scheint das Glück nicht lange gegönnt zu sein, denn es passieren weiter mysteriöse Dinge, die sie am Leben verzweifeln lassen und ihr Gefühl verstärken, dass sie an diesem Ort nicht sicher und auch nicht gewollt ist. Es ist ein sehr einfühlsam geschriebener Roman, deren Hauptprotagonistin mir erst mit der Zeit sehr nahe gekommen ist. So wenig sie ihrer Umwelt vertraut und in ihrer depressiven Stimmung verharrt, so schwer hat sie es mir gemacht, sie anfangs zu mögen. Man möchte sie manchmal schütteln und aus diesem für sie verfluchten Ort herausholen, versteht aber zugleich, wie schwer so ein Schritt sein muss. Und gerade dieses Wechselspiel an innerer Verzweiflung und äußerer Bedrohung in einer Landschaft, die Menschen ohnehin durch die Natur auf sich selbst zurückwirft, macht den Sog dieser Geschichte aus. Für mich war es eine spannende unterhaltsame Lektüre, die ein wenig meine Sehnsucht nach walisischem Leben und Natur gestillt hat. Wieder einmal darf man auf mehr von dieser Autorin gespannt sein.
(Ilona Bubeck empfiehlt - Frühling 2017)
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