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Regina Nössler: Wanderurlaub

Regina Nössler: Wanderurlaub

D 2013, 378 S., Broschur,  11.21
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Konkursbuchverlag - Konkursbuch Thriller
Inhalt
Eva und Rebekka machen Wanderurlaub mit der IWO, der Internationalen Wanderorganisation, auf La Palma, obwohl oder gerade weil es in ihrer Beziehung kriselt. Eva leidet unter chronischen Schlafstörungen und hat den Eindruck, ihr Leben - sowohl beruflich als auch privat - entgleite ihr gerade. Rebekka hingegen organisiert ihr eigenes und das Leben ihrer Freundin durch, plant, bereitet vor, hat alles im Griff. Wie man nicht schlafen, ja überhaupt etwas nicht erreichen kann, das kann aus ihrer Sicht nur aus mangelhaftem Einsatz oder zu schwachem Willen erklärlich sein. So gestalten sich bereits die Reisevorbereitungen für Eva als Horrortrip, nur mit äußerster Anstrengung kann sie sich davon abhalten, den Urlaub abzusagen - unverhohlen droht ihr Rebekka in diesem Fall mit dem Ende der Beziehung. Und auch auf La Palma angekommen scheint alles nur noch schlimmer zu werden: Während Rebekka im wohlorganisierten Wanderurlaub der IWO zunächst aufzublühen scheint, verursacht genau dies Eva zunehmend Beklemmungen. Die Streitereien der beiden eskalieren und schon am ersten Abend im Hotel wird Rebekka handgreiflich. Doch auch unter den anderen Teilnehmern der Inseltouren gibt es Spannungen. Der ewig dynamische Wanderführer, der die Gruppe viel zu schnell über die Routen treibt, als ob er allen demonstrieren müsste, dass sie Versagerinnen und Versager seien, zieht einerseits Unmut auf sich, andererseits versuchen einige - wie in allen Gruppen - sich mit dem Leithammel gutzustellen. Das drückt natürlich auf die Stimmung innerhalb der Wandergruppe, die ohnehin nicht gut ist. Denn außer ihrem Urlaub verbindet alle eine Gemeinsamkeit, die sie nicht wissen können, weil es die Vorgabe der Reiseorganisation so will: Alle haben Angst vor Jobverlust und dem folgenden sozialen Abstieg, doch bei einer Wanderung mit der IWO darf über alles nur nicht über Berufliches geredet werden. Und so wird aus der individuellen Angst ein gemeinsam zwanghaft verdrängtes Thema, die Aggressionen nehmen zu und suchen sich ihre Kanäle an Ersatzschauplätzen. Regina Nössler beschreibt aus wechselnden Perspektiven den Schrecken geschlossener Gesellschaften, von denen die Zweierbeziehung die engste und grauenvollste sein kann. So sind zwar die Voraussetzungen der Wandergruppe in ihrem neuesten Thriller bereits ungünstig, doch wer den beklemmenden Roman aufmerksam liest, erkennt, dass bei der Formierung einer Gruppe regelmäßig Strukturen ausgebildet werden, die die einzelnen Gruppenmitglieder Zwängen aussetzen und dass diejenigen, die ein allgemeines Wohlfühlen in der Gruppe behaupten, in aller Regel die eifrigsten sind, andere unter Druck zu setzen. Und es sind gerade die Einrichtungen, mit denen eine Gruppe zusammengehalten werden soll, wie in »Wanderurlaub« das Schweigen über das Berufsleben, die die zerstörerischsten Kräfte entfalten. So gelesen ist Regina Nösslers Urlaubsthriller ein wahrer Heimat- und Familienroman. (Veit empfiehlt, Winter 2013)


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