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Federico García Lorca: Prosa

Federico García Lorca: Prosa

Dt. v. Enrique Beck. D 2013, 512 S., geb., € 34.95
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Wallstein
Weltbekannt ist Federico García Lorca durch seine Theaterstücke und seine Lyrik geworden. Aber Prosa? Auch wenn es sich nur bei einem kleinen Teil um genuin literarische Texte handelt, sind Lorcas Vorträge, Ansprachen und Interviews oft durch einen ausgesprochen poetischen Charakter der Sprache gekennzeichnet. Diese Texte eröffnen uns Zugänge zum Verständnis seines dramatischen und lyrischen Werkes.Wertvolle Informationen über sein Leben liefert darüber hinaus Lorcas Korrespondenz: In Briefen schrieb er gern über seine Projekte und erbat Beiträge für seine ehrgeizige, aber kurzlebige Literaturzeitschrift »Gallo«. Seinen Freunden schickte er Manuskripte – oft in Versionen, die von den publizierten Fassungen abweichen –, und erwähnte auch zahlreiche nie veröffentlichte, vielleicht verschollene oder gar nie geschriebene Texte.
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Andreas Kraß: »Meine erste Geliebte«

Andreas Kraß: »Meine erste Geliebte«

Magnus Hirschfeld und sein Verhältnis zur schönen Literatur. Hirschfeld-Lectures. Bd.2. D 2013, 80 S., Broschur, € 10.18
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Wallstein - Hirschfeld-Lectures 2
Magnus Hirschfeld verband ein inniges und vielschichtiges Verhältnis mit seiner »ersten Geliebten« - der schönen Literatur. In seinem Standardwerk zur Homosexualität berief er sich auf Goethe und Schiller als Vorreiter im sexuellen Befreiungskampf und schrieb eine kleine, aber viel beachtete Literaturgeschichte der Homosexualität. Mit den SchriftstellerInnen seiner Zeit war Hirschfeld bestens vernetzt. Er wurde in zahlreichen literarischen Werken porträtiert. Döblins »Berlin Alexanderplatz« sticht hier besonders heraus. Auch das satirische »Hirschfeldlied« des Berliner Coupletsängers Otto Reuter ist dem prominenten Sexualwissenschaftler gewidmet. Nicht zuletzt trat Hirschfeld selbst als Autor in Erscheinung: sein Gedicht »Drei Gräber in fernem Land« handelt von Platen, Winckelmann und Ulrichs.
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Luise F. Pusch: Die dominante Kuh

Luise F. Pusch: Die dominante Kuh

Neue Glossen. D 2013, 144 S., Broschur, € 10.18
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Wallstein
Solche sprachlichen Entgleisungen gibt es immer wieder: ein Damenstudent wird zum Tanz gebeten. Die Caprese wird mit Büffelmilch-Mozzarella zubereitet. Oder: auf Facebook werden zwei Freundinnen zu »Freunde«. Da ist immer wieder die feministische Sprach- und Gesellschaftskritik gefordert. Welches Genus hat das Wort »Single«? Wie lautet das männliche Pendant zu »Entjungferung«? In dieser zweiten Glossensammlung beantwortet Luise F. Pusch diese und andere Fragen mit ebenso viel Ironie wie analytischer Schärfe. Sie entlarvt dabei alltäglichen, manchmal groben Sexismus und setzt die »Herrenkultur« dem verdienten, allgemeinen Gelächter aus. Langfristig möchte sie damit den Fokus von einem sog. »männlichen Universum« hin zum frauenzentrierten Denken verschoben wissen.
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Horst Bienek: Workuta

Horst Bienek: Workuta

D 2013, 80 S., geb., € 15.32
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Wallstein
Weil er jemandem ein an sich öffentlich zugängliches Telefonbuch von Potsdam beschafft hatte, wurde Horst Bienek im März 1952 von einem sowjetischen Militärtribunal zu 20 Jahren Zwangsarbeit wegen Spionage verurteilt. 35 Jahre danach stellte sich der schwule Autor noch einmal seinen furchtbaren Erfahrungen der Lagerhaft im sibirischen Arbeitslager Workuta nördlich des Polarkreises. In dem autobiografischen Roman »Zelle« hatte er das individuelle Leidenserlebnis der Inhaftierung schon einmal bearbeitet - jedoch ohne Privates, Erlittenes oder Erfahrungen einfließen zu lassen. Nun in »Workuta« befasst er sich eingehend mit seinen Beobachtungen. Nach Stalins Tod im Jahr 1955 wurde Bienek vorzeitig entlassen. 1994 - vier Jahre nach seinem Tod an den Folgen von Aids - wurde Bienek rehabilitiert.
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Dagmar Herzog : Paradoxien der sexuellen Liberalisierung

Dagmar Herzog : Paradoxien der sexuellen Liberalisierung

Hirschfeld-Lectures. Bd.1. D 2013, 48 S., Broschur, € 10.18
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Wallstein - Hirschfeld-Lectures 1
Was können, was müssen wir heute aus dem komplexen Vermächtnis des Sexualrechtsaktivisten Magnus Hirschfeld und Johanna Elberskirchen lernen? Was haben die Nationalsozialisten sich von jüdischen, linken und feministischen Sexualreformern der Weimarer Zeit abgeschaut, was haben sie davon abgewehrt und was haben sie aggressiv verschmäht? Welche Entwicklung durchlief das Phänomen der Homophobie während des »Dritten Reiches«? Was wurde davon an die Nachkriegszeit weitergegeben? Dagmar Herzog geht den Paradoxien sexueller Liberalisierung während des 20. Jahrhunderts nach und analysiert Verstrickungen und Ambivalenzen, die uns auch heute noch zu schaffen machen. Die neue Schriftenreihe »Hirschfeld-Lectures« versteht sich als Impulsgeber für die Darstellung geschichtlicher Zusammenhänge und aktueller Fragestellungen zur Verfolgung, Diskriminierung und zum Alltag von Schwulen, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuellen.
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Reinhard Laube / Verena Nolte: Horst Bienek - Ein Schriftsteller in den Extremen des 20. Jahrhunderts

Reinhard Laube / Verena Nolte: Horst Bienek - Ein Schriftsteller in den Extremen des 20. Jahrhunderts

D 2012, 286 S., Broschur, € 20.46
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Wallstein
Der schwule Autor Horst Bienek wurde als 16jähriger 1946 aus Oberschlesien vertrieben und 1951 von Bertolt Brecht als Meisterschüler ans Berliner Ensemble geholt. Zu 25 Jahren Zwangsarbeit im sibirischen Gulag verurteilt kam er nach vier Jahren im Zuge einer Amnestie frei und ging in die BRD. Er arbeitete vor allem journalistisch, als Lektor und ab 1968 als freier Schriftsteller in München. Die Werke Bieneks sind in einer kühlen, strengen Sprache geschrieben und stark von der Kriegs- und Nachkriegszeit geprägt. Sie kreisen um die Selbstbehauptung des Menschen gegenüber einem übermächtigen Staat. Vor allem für seine in zahlreiche Sprachen übersetzte Gleiwitzer Roman-Tetralogie, in der auch Homosexualität – wenn auch nur am Rande – thematisiert wird, erhielt Horst Bienek zahlreiche internationale Literaturpreise.
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Federico García Lorca: Stücke

Federico García Lorca: Stücke

Dt. v. Enrique Beck. D 2011, 616 S., geb., € 34.95
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Wallstein
Federico García Lorca war wohl Spaniens bedeutendster Dramatiker des 20. Jahrhunderts und gleichzeitig durch Werke wie »Bluthochzeit« oder »Bernarda Albas Haus« ein Modernisierer der klassischen Tragödie. In seinen experimentelleren Stücken finden sich expressionistische und surrealistische Einflüsse - gleichzeitig ließ er sich auch durch das Marionettentheater, die volkstümliche Farce, das historische Versdrama, die burleske Tragikomödie und das poetische Drama inspirieren. Trotz seiner avantgardistischen Ästhetik blieb er immer der iberischen Kultur verhaftet. Seine Stücke drehen sich um Liebe und Tod und zeigen das Dilemma des Individuums, das seine Sehnsüchte nicht mit den Ansprüchen der Gesellschaft in Einklang bringen kann. Im Alter von 38 Jahren wurde Federico García Lorca inmitten seines Schaffens von Franco-Anhängern ermordet.
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Joseph Breitbach: Die Wandlung 
der Susanne Dasseldorf

Joseph Breitbach: Die Wandlung der Susanne Dasseldorf

D 2006, 521 S., geb., € 24.67
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Wallstein
Nach dem Ende des ersten Weltkriegs ist die kleinindustrielle Familie Dasseldorf zwar etwas herunter gekommen aber immer noch recht wohlhabend. Susanne, die 25jährige Tochter des Hauses, übernimmt zunehmend die Führung von Familie und Geschäften, und wie die ganze Familie ist sie deutschnational, kaisertreu und standesbewusst – kurz, eine ziemlich unerträgliche Person. Doch sie hat eine geheime Schwäche: sie steht sexuell auf Proletarier. Während des Krieges konnte sie sich dieser Schwäche hingeben, sie ließ sich als Krankenschwester an die Front versetzen, geilte sich daran auf, das Männerklo, den schwulen Sex und das obszöne Gerede dort zu belauschen, und genoss den anonymen Sex mit Soldaten. Nach dem verlorenen Krieg wieder zuhause, ist der 18jährige Peter, der Sohn des Dasseldorf‘schen Gärtners, das Objekt ihrer Begierde. Doch Peter landet im Bett ihres deklariert schwulen Sekretärs Schnath und Susanne muss sich zudem zu den immer deutlicher werdenden Avancen des bei den Dasseldorfs einquartierten Besatzungsoffiziers Cather verhalten. Es entwickelt sich eine komplizierte Eifersuchts- und Intrigengeschichte, denn alle versuchen sich durch kleine oder große Schwindeleien ihrem Ziel näher zu bringen, doch durch Miss­verständnisse entlarven sie sich stets dabei nicht nur, sondern stoßen damit zugleich die nächste Lüge an. Soweit der Hauptstrang der Erzählung, doch Joseph Breitbach (1903-1980) wollte (oder »musste«, wie er selbst in einem Brief schreibt) Anfang der 30er Jahre einen Roman über das schwule Leben seiner Jugendzeit schreiben, und so sind Peter und der Sekretär Schnath die wahren Hauptfiguren des Buches. Beide könnten nicht gegensätzlicher sein. Peter, ein bisschen kleinkriminell veranlagt, genießt vor allem den Sex, setzt seine jugendliche Schönheit aber auch recht unbefangen dazu ein, im Leben weiter zu kommen. Als er eine Stelle in einer Militärküche bekommt, ist er auch gegenüber dem Chefkoch sehr willig – ganz im Gegensatz zu seinen Gehilfenkollegen, die das ganze nur zähneknirschend erdulden. Schnath ist entsetzt, denn nicht nur hatte er sich von Peter als Mensch mehr erwartet, überhaupt sieht seine Lebensplanung einen festen, geliebten Freund vor, den er vergöttern kann und der – natürlich exklusiv bei ihm – Schutz und Anlehnung sucht. In seiner Verzweilflung geht Schnath darum cruisen oder bezahlt Stricher, und so erzählt der Roman nicht nur spannende Geschichten vom Überleben im Nachkriegschaos, sondern gibt vor allem viele interessante Einblicke ins schwule Leben, die Organisation von Zirkeln und Freundeskreisen, Initiationsrituale, das Halbweltleben zwischen Freundschaften und Rotlicht. Bemerkenswert offen und hierbei sehr glaubhaft gehen die Romanfiguren mit dem Thema Homosexualität um, trotz Illegalität und offizieller gesellschaftlicher Ächtung. Den Nazis war denn das Buch, das 1932 zugleich in deutscher und französischer Sprache erschien, ein Gräuel und setzten es umgehend auf die Verbotsliste. Heute ist »Die Wandlung der Susanne Dasseldorf« nicht nur ein bemerkenswertes historisches Dokument, denn die Recherchen im Zuge der Neuauflage ergaben, dass Breitbach nicht nur viele autobiografische Erfahrungen verarbeitete, sondern darüber hinaus minutiöse Nachforschungen angestellt hatte, die sich noch heute verifizieren lassen. Der Roman ist darüber hinaus in einem packenden, modernen Sprach- und Erzählstil verfasst. Immer wieder wird der Handlungsverlauf durch detailgetreue Schilderungen kleinerer Abenteuer durchzogen, mal eine illegale Bootsfahrt, mal eine Schieberei, mal ein Boxkampf. Dieser Wechsel zwischen Gesellschafts- und Abenteuerroman macht das Buch dann über den inhaltlichen Wert hinaus auch schlicht zu einem faszinierenden Leseerlebnis. (Veit empfiehlt, Frühlings Katalog 2007, dieses Buch ist nur noch antiquarisch erhältlich)
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