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Lucià Puenzo: Das Fischkind

Lucià Puenzo: Das Fischkind

Dt.v. Rike Bolte. D 2009, 157 S., geb.,  17.37
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Wagenbach
Inhalt
Lala lebt in einem Wohlstandsviertel von Buenos Aires. Ihr Vater ist Schriftsteller, ihre Mutter auf einem Esoterik-Trip und an der Familie desinteressiert. Bruder Pep zieht Cannabis-Pflanzen und dealt ein bisschen. Einziger Lichtblick ist für Lala die Hausangestellte Lin aus Paraguay, von allen mehr oder weniger abschätzig aufgrund ihrer Herkunft »die Guayi« genannt. Von Lin geht eine magische Anziehung aus, und Lala ist nicht nur völlig in sie verliebt, sondern ihr geradezu verfallen. Gemeinsam schmieden sie Pläne, in Lins Heimatdorf zu gehen, dort ein Haus an dem geheimnisvollen See zu bauen, von dem Lin immer wieder erzählt. Heimlich verkauft Lala Wertgegenstände der Eltern, und als genug Geld zusammen gekommen zu sein scheint, vergiftet sie ihren Vater und flieht nach Paraguay in Lins Dorf. Doch Lin kommt nicht wie geplant nach, schickt zwar das Geld und einige Briefe, bleibt aber verschwunden. Als Lala erfährt, dass Lin der Mord an ihrem Vater zur Last gelegt wurde und sie dafür im Gefängnis sitzt, fährt sie zurück nach Argentinien, um ihre Freundin zu befreien. Der Roman »Das Fischkind« besticht durch eine eigenwillige Mischung. Es ist eine spannende und zugleich ziemlich abstruse Geschichte, die zunächst noch skurriler wirkt, weil sie aus der Perspektive von Lalas sterbendem Hund erzählt wird - ein literarischer Kniff, der aber der Geschichte nicht weniger, sondern geradezu mehr Glaubwürdigkeit verleiht. Denn in der hündischen Sicht, die übrigens an keiner Stelle mühsam oder aufgesetzt wirkt und oft auch völlig zu einer »gewöhnlichen« auktorialen Erzählperspektive wird, erscheinen vernunftgelenkte Motive in der betulichen Schriftsteller-Villa ebenso plausibel wie mythisch-magische, fast traumhafte Erlebnisse im Andendorf, und die Schilderung von Gefängnis und Befreiung Lins wird eine packende Roadstory. »Das Fischkind« lässt sich so auch nicht auf eine klare Deutung oder Lesart festlegen, was das Buch umso geheimnisvoller und spannender macht. Es ist natürlich zunächst einmal die Geschichte einer großen Liebe, die buchstäblich über Leichen geht. Es ist aber auch die moderne Version eines Indio-Mythos und es ist auch ein Roman über die Verlogenheit, mit der eigenes Handeln gerechtfertigt werden soll. Die Autorin Lucía Puenzo hat »Das Fischkind« übrigens selbst verfilmt und damit auf der Berlinale großes Aufsehen erregt - die DVD wird es natürlich wie schon ihren ersten Film »XXY« bei Löwenherz geben. (Veit empfiehlt, Lesben-Special Katalog 2009)
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