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Stef Penney: Die Zärtlichlichkeit der Wölfe

Stef Penney: Die Zärtlichlichkeit der Wölfe

Dt. v. St. Rettenbusch. D 2007, 544 S., geb.,  9.20
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Goldmann
Inhalt
Der 17jährige Francis ist ein eher scheuer Außenseiter; und er fühlt sich auch nicht wohl in seinem kleinen Dorf, abseits jeder Zivilisation im Kanada des 19. Jahrhunderts, als Teile des Landes erst noch zu erschließen waren. Der Trapper Laurent ist für ihn der einzige Lichtblick. Mit ihm verbindet Francis eine Art Hassliebe: Tagen verträumter und verspielter Verliebtheit und leidenschaftlichen Nächten folgen Tage im Streit, der gegenseitigen Provokation, manchmal hasserfüllt. Eines Tages mitten im Winter sieht Francis eine Gestalt von Laurents Behausung davon laufen. Als er in die Hütte kommt, entdeckt er zu seinem Entsetzten, dass sein Geliebter ermordet wurde. In einer Mischung aus Panik und kurz entschlossenem Wagemut nimmt Francis die Verfolgung des Unbekannten auf. Francis läuft tagelang quer durch das eingeschneite Land und wäre in seiner Entkräftung und Orientierungslosigkeit verloren gewesen, hätten ihn nicht Siedler eines nahegelegenen Dorfes gefunden. Gleichzeitig nimmt die Handelsgesellschaft, die in dieser Zeit gleichzeitig so etwas wie behördliche Autorität hat, Ermittlungen zum Mord an Laurent auf. Francis hat sich verdächtig gemacht, seine Spuren führen vom Tatort fort und er bleibt verschwunden. Darum folgen die Ermittler Francis’ Spur. Dies ruft wiederum Francis’ Mutter auf den Plan, sie macht sich Vorwürfe, als Mutter versagt zu haben und will ihrem Sohn helfen. »Die Zärtlichkeit der Wölfe« ist so zunächst einmal ein spannender Krimi mit zahlreichen Ermittlern auf Verfolgungsjagd unter zum Teil widrigs­ten winterlichen Bedingungen. Der Fall wird zusätzlich packend und interessant als sich heraus stellt, dass das mittlerweile Jahre zurückliegende, immer noch unaufgeklärte Verschwinden zweier Mädchen aus dem gleichen Dorf in einem Zusammenhang mit dem Mord und Francis’ zu stehen scheint. Gerade weil sich jedoch die anfänglichen Verdächtigungen und Mutmaßungen über diese Zusammenhänge als falsch heraus stellen, sich zugleich aber immer wieder neue Verbindungen herstellen lassen, gewinnt die Geschichte immer mehr an Tempo. Diesem Erzähltempo steht die Langsamkeit der Verfolgungen gegenüber, genauso wie der langen Zeitspanne, die zwischen den beiden mysteriösen Fällen liegt, im Kontrast zu den in Wahrheit recht geringen Entfernungen steht, die die schlecht ausgerüsteten Siedler und Trapper zurücklegen. Und genauso merkwürdig wechselt auch die Erzählperspektive: Grundsätzlich ist der Roman auktorial erzählt – doch die Kapitel, die von Francis’ Mutter handeln, erzählt diese als Ich-Erzählerin. Hierdurch stellt Stef Penney eine ganz eigentümliche Atmosphäre her, obwohl der Fall immer klarer wird, bleibt das Gefühl, dass sich die Wahrheit immer wieder entzieht, dass wie bei einem Vexierbild nicht festgelegt werden kann, ob man alles von innen oder von außen sieht. »Die Zärtlichkeit der Wölfe« ist darum mehr als ein historischer Krimi – auch wenn sich das Genre (wie so vieles bei diesem Roman) einer eindeutigen Bestimmung entzieht. (Veit empfiehlt, Frühlings Katalog 2008)
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