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Markus Dullin: Der Fremde in mir

Markus Dullin: Der Fremde in mir

D 2006, 317 S., Broschur,  15.32
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Querverlag
Inhalt
Als Jugendlicher war Frank immer ein Außenseiter, ewig unzufrieden mit seinem mageren Körper und seinem mangelnden Selbstbewusstsein. Immer wurde ihm sein sportlicher Bruder als Vorbild entgegengehalten, das sei ein ganzer Kerl. Dabei fand Frank Muskeln sehr geil – trainierte Männer waren immer schon seine Wichsvorlage und eigentlich würde er selber auch gern so einer sein. Als er sich endlich in ein schwules Lokal traute, waren es natürlich die dort zur Schau gestellten Muskelberge, die es ihm antaten. Und für Victor, der sich hier nach potenziellen Bodybuildern umsieht, war Frank leichte Beute. Victor erkannte Franks Potenzial sofort, ließ ihn bei sich trainieren und nutzte dabei schamlos Franks Minderwertigkeitskomplexe aus, um ihn sich hörig zu machen. Frank baute Masse auf und gewann die ersten Wettbewerbe – doch er wollte mehr. Freilich war dies Victors Absicht, und so nahm Frank zunächst Anabolika, dann Wachstumshormone, die seinen Körper zu ungeahnten Dimensionen auftrieben. Doch Frank zerstritt sich mit Victor, und so jäh seine Karriere beendet war, so schnell zerfiel auch sein Körper zu einer grotesken Fleisch- und Hautansammlung. Frank erkannte, dass Victor ihn immer manipuliert und mit Medikamenten sein Leben zerstört hat. Darum will er sich jetzt rächen und verfolgt ihn. Auf einer Kreuzfahrt nach Grönland gelingt es Frank schließlich Victor mit seinem neuen Günstling zu stellen, Franks Hass steigert sich umso mehr, als er die Ähnlichkeit des Neuen mit sich selbst vor Jahren erkennt. Es entwickelt sich ein packender Thriller, der dadurch noch spannender wird, dass Victor den völlig entstellten Frank auf dem Schiff zunächst nicht erkennt. Markus Dullins Roman ist auf der erzählerischen Hauptebene ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel, denn einerseits will Frank Victor stellen, andererseits so lange wie möglich unerkannt bleiben. Die Enge des Kreuzfahrtschiffes steigert die Spannung, denn beide sind gezwungenermaßen ständig einander nahe. Franks Jugend- und Bodybuilder-Zeit wird in Rückblenden erzählt, die sich nicht immer gleich als solche abheben. Schnell erzählte, spannende Gegenwart und bittere, reflektiert erinnerte Vergangenheit gehen so ineinander über, was ein besonders intensives Leseerlebnis bewirkt. Durch diese gelungene Romanstruktur gewinnt »Der Fremde in mir« außerdem an Aussagekraft weit über das geschilderte Milieu des Trainierens und Bodybuildens hinaus. Es geht um Selbsthass und Minderwertigkeitsgefühle, Sehsucht nach Idealen, Manipulierbarkeit und Selbstaufgabe. Positives wie Negatives führt fast zwangsläufig in die Katastrophe, so gibt es zwar Täter und Opfer, doch keinen Schuldigen oder Unschuldigen. Franks Hass und Rachelust wird so zwar intensiv nachvollziehbar, jedoch richtet sich dieser Hass genauso gegen das eigene Innere, den Fremden in einem selbst, der nichts anderes ist als die Triebfeder, sich zu verändern. Und gerade die Entlarvung dieses gemeinhin so positiv besetzten Veränderungstriebes gibt dem düsteren Roman eine erfrischende Wendung, denn er denunziert damit ebenso lebenslanges Lernen, immer noch größere Mobilität und dergleichen mittlerweile selbstverständlich hinzunehmender Veränderungserwartungen, die unser Leben bestimmen. (Veit empfiehlt, Winter Katalog 2006)
Dieser Querverlag-Titel ist auch erhältlich als:
E-Book (epub), € 9.99
Taschenbuch, € 15.32
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