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Ulrike Repnik: Die Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung 
in Österreich

Ulrike Repnik: Die Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung in Österreich

Ö 2006, 233 S., Broschur,  18.90
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Milena Verlag
Inhalt
Ulrike Repnik hat Pionierarbeit geleistet. Nicht nur, indem sie festgehalten hat, was in über 30 Jahren lesbisch-schwuler Emanzipation passiert ist. Allein das wäre ja schon verdienstvoll, denn historische Arbeiten zum gesellschaftlichen Beitrag lesbischer und schwuler Aktivitäten sind - zumal im deutschsprachigen Raum - immer noch viel zu selten. Aber die vorliegende Arbeit geht darüber hinaus, indem sie die historische Frage zugleich als eine soziologische stellt: Was machen lesbisch-schwule Aktivitäten überhaupt zu einer »Bewegung«? Eine Bewegung zu sein bzw. etwas für diese zu tun oder gar in ihrem Auftrag zu handeln, wird ja gern - vor allem von selbst ernannten AktivistInnen - immer gern als Selbstverständlichkeit behandelt. Genau hier setzt Ulrike Repnik an und überschreitet die chronistische Erfassung von erinnerten Ereignissen (sie stützt ihre Arbeit im Wesentlichen auf qualifizierte Interviews) und ordnet die Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung in Österreich in einen Gesamtzusammenhang an gesellschaftlichen Bewegungen ein. Der hierdurch erzielte Erkenntnisgewinn ist ebenso beachtlich wie die Möglichkeiten für Leserinnen und Leser, anhand eigener Beobachtungen Ulrike Repniks Ansätze weiter zu führen. So entwickelt sie eine eigenständige, den spezifisch österreichischen Zusammenhängen angemessene Chronologie und unterscheidet sie vom gängigen Schema der »zwei Wellen«, nämlich einer ersten zu Beginn des 20. Jahrhunderts und einer zweiten nach dem 2. Weltkrieg, vor allem nach 1969. Ebenso problematisiert sie das immer wieder gefährdete Bündnis von Lesben und Schwulen, als eine gemeinsame Bewegung aufzutreten. Das Ganze präsentiert sich als eine gut und flott geschriebene Gesamtdarstellung, die zahlreich eingestreuten Interviewzitate geben dem Buch einen sehr authentischen Charakter. Sicher, wer nörgeln will, wird seine Aufhänger finden, wie z.B. die Auswahl der Interviewten oder die Zurückhaltung beim Überprüfen der in den Interviews behaupteten Fakten. Aber das sollte uns nicht davon ablenken, den Gesamtentwurf zu sehen und uns mit den sich daraus ergebenden Fragen auseinander zu setzen. Denn: Was wird aus einer Bewegung, die vordergründig von Erfolg zu Erfolg eilt? Hat eine soziale Bewegung überhaupt noch Zukunft? Oder überlassen wir alles einem sich immer stärker werdenden Queer Establishment, also politischen Funktionären, Spezialisten für ein so genanntes Gay-Marketing oder beschaulichen Forschungen in Queer- und Gender-Studies. Nach einer großartigen Ausstellung zum Jahresanfang und dem vorliegenden Buch haben wir hier die Chance, uns mit unserer Zukunft auseinander zu setzen und es besser zu machen. (Veit empfiehlt, Sommer Katalog 2006)
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