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Brane Mozetic: Schattenengel

Brane Mozetic: Schattenengel

Dt. v. A. Leben, Ö 2004, 124 S., Broschur,  17.90
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Passagen Verlag
Inhalt
Brane wird von einer Frau zu seinem Leben, vor allem seiner Beziehung zu Jan befragt. Offenbar läuft ein gerichtliches Verfahren gegen Brane, doch die Frau klingt eher wie eine Therapeutin. Sie gibt fast nur Stichworte, so dass fast das ganze Buch ein Monolog Branes wird. Brane erzählt, wie er Jan als jungen Stricher auf einem Bahnhof kennenlernte, sich in ihn verliebte und eine feste Beziehung aufbauen wollte. Doch Jan sucht immer auch andere Freier, gleichzeitig ist er eifersüchtig auf jeden Flirt Branes. Jan beutet Brane aus, sowohl emotional als auch finanziell. Im Laufe der Zeit schleicht sich immer mehr Gewalt in ihre Beziehung ein. Zuerst fängt Jan an, sich selbst zu verletzen, dann entdecken beide ihre Neigung zu Gewalt beim Sex, vorzugsweise mit Dritten. Brane berichtet von schrecklichen Vorgängen, aber auch wie zärtlich seine Beziehung mit Jan war. Innige Stunden und aufrichtige Zuneigung folgen Gewaltexzessen. Völlige Hingabe wechselt mit gnadenloser Eifersucht, die Brane sogar einen Jungen ermorden lässt, in den sich Jan gerade verschaut hat. Schließlich lernt Brane Rok kennen, mit dem eine ruhigere Beziehung möglich erscheint, doch zugleich lässt sich Brane mit dem Stricher Andrej ein. Doch diese spannungsreiche ménage à quatre kommt zu einem fatalen Ende. »Schattenengel« erinnert zunächst an die Bücher von Dennis Cooper, die ja auf Deutsch im gleichen Verlag (Passagen Verlag, Wien) erschienen sind. Doch geht es Brane Mozetic nicht um die Gewalt in der Sexualität an sich. Der Bericht liest sich in seiner schönen, ruhigen Sprache mehr wie eine Beziehungsanalyse. »Schattenengel« zeigt, wie Gewalt ein Bestandteil jeder Beziehung ist, unabhängig davon, ob und wie stark sie ausbricht. Das macht die Stärke des Buches aus, stellt es sich doch quer zur gängigen romantischen Verklärung von Liebe und Beziehung als Frieden, Glück und Ruhe stiftend. »Schattenengel« macht die Gegenrechnung auf: Gerade durch Liebe und Beziehung kommt Gewalt, Unglück und Verzweiflung ins eigene Leben und überhaupt in die Welt – und zwar gerade nicht wegen des individuellen Scheiterns, sondern aus innerer Logik heraus. Es fällt nicht leicht, sich der Härte dieser Einsicht Brane Mozetic‘ zu stellen. (Veit empfiehlt, Winter Katalog 2004)
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