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Hari Kunzru: Die Wandlungen des Pran Nath

Hari Kunzru: Die Wandlungen des Pran Nath

D 2002, 509 S., geb.,  25.60
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Inhalt
Ein pubertierender verzogener Junge wird aus der Idylle seines beschützten und vorgezeichneten Lebens gerissen. Nichts an ihm lässt eine besondere Begabung vermuten. Nur besonders hübsch ist er, was seine Kastenbewusste Familie im spätkolonialen Indien selbstverständlich als Zeichen edlen Blutes deutet. Nur die Dienerschaft weiß, dass Pran Naths Mutter kurz vor ihrer Ehe Sex mit einem Engländer hatte. Nach dem Tod des Vaters landet Pran in der Gosse. Er kann nichts und so landet er in einem Bordell. Was dort genau mit ihm geschieht, nimmt er nur durch einen Nebel wahr, denn er ist ständig durch Drogen benebelt. Als der Bordellbesitzer stirbt, wird er an einen reichen Palast verkauft, um dort kastriert zu werden und dann als androgynes Wesen sowohl Herrscher als auch dessen Harem zu unterhalten. Doch zuvor muss Rukhsana, wie Pran jetzt genannt wird, seinen hübschen Hintern für schwule Kolonialherren hinhalten. In Flagranti will man diese fotografieren, um sie dann erpressen zu können. Pran/Rukhsana gelingt schließlich unversehrt die Flucht nach Bombay, wo er in einer evangelikalen Bibelstation Unterschlupf findet. In Bombay macht er sich als Pretty Bobby einen Namen - perfekt taucht er in die Halbwelt des Strichs und der Kleinkriminalität ein. Während der Unruhen gegen die Kolonialherren erwischt er einen britischen Pass zusammen mit einer Fahrkarte nach England - und als Jonathan Bridgeman studiert er schließlich in Oxford. Dort trifft er auf den schrulligen Forscher Chapel, der ihn mit nach Afrika nimmt, um dort das vermeintlich von jeglicher Zivilisation unberührte Volk der Fotse zu erkunden. Doch die Reise endet in einem Desaster. – Der Roman ist ein gewaltiges Epos, die unterschiedlichsten Verhältnisse sind sorgfältig recherchiert und werden wunderbar beschrieben. Doch das aufregendste sind in der Tat die ‚Wandlungen‘ des Pran Nath. Pran ist nur eine Hülle, sein Leben lang auf der Suche nach seiner Identität. Perfekt nimmt er die Rollen an, die ihm stets zufällig seine jeweiligen Umgebungen vorgeben, bis er schließlich als vollkommener Brite in die Hände eines afrikanischen Naturvolkes fällt und dort den völligen Identitätsverlust erleidet. Auf den letzten Seiten rollt sich der ganze Roman nochmals auf: Was ist Identität? Natur oder kulturelle Rolle? Bestimmung oder Verblendung? (Veit empfiehlt, Frühlings Katalog 2003, Titel lieferbar unter: Die Farben dieser Welt)
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