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Matthias Herrmann: Hermann Hiatus 2: Der Verwaiser, Tristan, and The Others

Matthias Herrmann: Hermann Hiatus 2: Der Verwaiser, Tristan, and The Others

Ö 2025, 200 S., Farbe, geb., € 25.00
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Matthias Herrmann
Inhalt
Neue Arbeiten des 1963 in München geborenen, schwulen Künstlers Matthias Herrmann.- Herrmann ist bekannt für seine mitunter provokanten photographischen Selbstdarstellungen, die im Kontext der schwulen Selbstermächtigungsbewegung des späten 20. Jahrhunderts und künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Topos AIDS anzusiedeln sind, wobei in der Produktion der letzten Jahre (seit 2008) keine bildnerischen Selbstdarstellungen mehr stattfanden. Für »Hiatus« hat der Künstler den Kamerablick nun auch wieder auf den eigenen, gealterten Körper gelenkt. Ausgangspunkt der neuen, für eine Ausstellung produzierten Arbeiten war die Einladung der Kuratorin, sich für die Ausstellung Arcadia all Over it dem Bild Diana und Actaeon (ca. 1599) des venezianischen Malers Schiavone zu beschäftigen, das im Depot des Kunsthistorischen Museum verwahrt wird. Daraus entstand eine ganze Serie von Photoarbeiten, die sich ausgehend von dem Actaeon-Mythos Ovids, mit Scopophilia, der Lust DES Sehens und der (erotisch aufgeladenen) Freude AM Sehen beschäftigen. Allen Arbeiten gemein ist die Frage, ob das erotische Begehren dem Bild a priori eingeschrieben ist oder von den BetrachterInnen dem Bild zugefügt wird (und in Folge für zukünftige Seherlebnisse abrufbar ist/wäre). Großteils handelt es sich um photographische Stilleben/Kollagen/Montagen, in der Tradition der niederländischen Monochrome Banketje, die während der Pandemie im Studio entstanden sind, sowie Portraits diverser Altmeister/Lieblingsbilder, aufgenommen im gleichen Zeitraum in Museen in Berlin, Florenz, München, Paris, Rom und Venedig. Wie bereits für die Arbeiten zu Arcadia all Over, arbeitet Herrmann für die Stilleben mit unbelichteten »antiken« Glasplatten (dem Vorläufer des in der analogen Photographie verwendeten Zelluloid als Bildträger), in die unterschiedliche Informationen geritzt werden und die dann zu kleinformatigen Skulpturen verbaut sind, oft mit Blumen oder anderen Vanitassymbolen garniert. Als weitere Bildinformation dienen Bilderfragmente aus der Broschüre zum großen Ausstellungsprojekt Herrmanns im Palazzo Ducale in Mantua 2019.
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