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Constance Debré: Love Me Tender

Constance Debré: Love Me Tender

D 2023, 160 S., geb., € 20.60
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Matthes und Seitz
Inhalt
Constance Debré bricht mit dem bürgerlichen Leben. Sie trennt sich von ihrem Ehemann, kündigt ihren Job als Anwältin und datet von nun an nur noch Frauen. Sie lebt von der Hand in den Mund, nutzt ihre Bekannten für Gefälligkeiten aus und wohnt auf 9 Quadratmetern. Nachdem ihr Ex-Mann Laurent kläglich versucht, Constance zurückzuerobern, stürzt er die Familie wegen seines gekränkten Egos in einen schmutzigen Sorgerechtsstreit, der der Protagonistin besonders an die Substanz geht. Laurent lässt keinerlei Verdrehungen aus. Sie habe den gemeinsamen Sohn, Paul, missbraucht und ihre schwulen Freunde seien ein schlechter Einfluss für das Kind. Aus Literatur, die in ihrem Bücherregal steht, dreht er ihr vor Gericht einen Strick und kommt damit durch. Hervé Guiberts »Verrückt nach Vincent« zu besitzen ist hier schnell ein Beweis für die Gefährdung des Kindeswohles. Ebenso eine Gefährdung ist es, laut Richterin, dem eigenen Kind Homosexualität vorzuleben. Somit gelingt es Laurent das Sorgerecht zu erlangen und nebenbei Constances Kontakt auf Treffen unter offizieller Aufsicht zu beschränken. Ihm ist es auch nicht zu schäbig, Pauls Beziehung zur Mutter zu vergiften und ihn gegen sie aufzuhetzen. Um den Kummer zu überwinden, lebt Constance nur noch im Jetzt, weigert sich zu fühlen. Sie geht schwimmen, um ihren Körper zu stählen, trägt ein bestimmtes Parfüm, von dem sie weiß, dass es ihren Partnerinnen die Sinne vernebelt. Sie stiehlt Lebensmittel und entledigt sich ihrer materiellen Altlasten. Die Frauen, mit denen sie schläft, bleiben namenlos. Wir Lesenden lernen sie nur über ihre Attribute kennen, z. B »die Schlanke«. Es gibt generell keinerlei Ausschmückungen und Verzierungen, der Stil ist prägnant, was dazu führt, dass man schnell mitgerissen wird. Constance Debré verhandelt im Buch ihr Verhältnis zum Muttersein, zur eigenen Sexualität und der Suche nach dem Platz in der Gesellschaft, beziehungsweise gerade der Flucht aus dieser - der Roman ist stark geprägt von Debrés eigener Biografie. Sie war selbst bis 2015 Anwältin und beendete diesen Karrierezweig zugunsten ihrer literarischen Tätigkeit.
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