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Arkady Martine: Im Herzen des Imperiums

Arkady Martine: Im Herzen des Imperiums

Dt. v. Jürgen Langowski. D 2019, 605 S., Broschur,  16.50
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Heyne
Inhalt
Science Fiction mit queeren Hauptfiguren liegt im Trend. Für »Im Herzen des Imperiums« hat die US-Autorin im Jahr 2020 immerhin den Hugo Award, einen wichtigen Science Fiction-Literaturpreis, gewonnen. Sie entwirft hier ein Weltraumepos, dass mit dem »Wüstenplanet« von Frank Herbert verglichen wurde - ein Vergleich, der bestimmt nicht zu hoch gegriffen erscheint. Die Autorin führt in »Im Herzen des Imperiums« mit Botschafterin Mahit Dzmare eine Hauptfigur ein, deren lesbische Sexualität im ersten Band angedeutet wird, im zweiten Band offener gezeigt wird. Andere queere Figuren gesellen sich zu ihr - unter anderem der bisexuelle Vorgänger der Botschafterin. Das Setting ist ein Kosmos, in dem eine einzige interstellare Supermacht - das teixcalaanische Imperium - alles andere dominiert. Dem imperialen Expansionismus ist nur wenig entgegenzusetzen. Schwer lässt sich die Unabhängigkeit der Raumstation Lsel gegenüber dem machtbewussten Koloss bewahren, der wie schon viele andere Welten davor auch Lsel jederzeit sich einfach einverleiben könnte. Zu diesem Zweck schickt Lsel als Botschafterin Mahit Dzmare auf den zentralen Stadtplaneten Teixcalaan ins Zentrum der Macht. Sie soll die Interessen Lsels im Imperium vertreten. Um das besser bewerkstelligen zu können, wurde ihr ein Chip mit dem Bewusstsein ihres Vorgängers im Stammhirn implantiert. Damit soll sie bei der Orientierung auf der fremden Welt und bei den komplizierten diplomatischen Verhandlungen, die anstehen, unterstützt werden. Was Mahit bei der Übernahme der Mission nicht wusste, wird bald nach ihrer Ankunft auf Teixcalaan klar: ihr Amtsvorgänger ist ermordet worden. Die Umstände sind unklar - umso mehr ist Mahit bemüht, die Angelegenheit aufzuklären. Doch die Ermittlungen gestalten sich keineswegs ungefährlich. Auf Teixcalaan muss sie sich jeden Schritt genau überlegen, um nicht durch eine Unvorsichtigkeit die Sicherheit ihrer Heimat zu gefährden. Überall entspinnen sich Intrigen. Da hineinzugeraten ist niemandem zu empfehlen - noch dazu steht für Mahit und Lsel sehr viel auf dem Spiel. Schon bei Mahits bisexuellem Vorgänger wurde dessen polyamouröses Gebaren zum Problem. Und obwohl sich die Romanze zu ihrer Verbindungsoffizierin Three Seagrass sehr langsam entwickelt und Homophobie auf Teixcalaan nun wirklich kein Thema ist, ganz unheikel ist die Affäre nicht. Immerhin besteht Gefahr, dass geheime Dinge ausgeplaudert werden und an falsche Stellen gelangen. Zum Schaden der Raumstation, die um ihre Unabhängigkeit gegenüber dem Imperium besorgt sein muss. Die Sicherheit der Raumstation beruht nämlich auf einem technologischen Geheimnis, an die skrupellose Stellen des Imperiums nur zu gerne herankommen würden. Die Folgen wären verheerend, würde es dem Imperium in die Hände fallen. Die Autorin dieser neuen Science Fiction-Serie ist eigentlich von Beruf Historikerin und Stadtplanerin. Sie hat ihre Kenntnisse in diesen Debütroman einfließen lassen. Die Fortsetzung mit dem Titel »Am Abgrund des Krieges« ist schon erschienen und hat heuer den Hugo Award gewonnen. Darin droht ein interstellarer Krieg des Imperiums mit einer mysteriösen Alien-Zivilisation. Und Mahit als Botschafterin beim Imperium hat alle Hände voll zu tun, damit ihre Heimat nicht in diesen Konflikt hineingezogen wird. Denn das könnte der Raumstation die Unabhängigkeit kosten. Währenddessen gerät ihre lesbische Beziehung zu Three Seagrass in unruhiges Fahrwasser.
Jürgen empfiehlt (Winter 2022/23)
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