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Tom Daley: Coming up for Air

Tom Daley: Coming up for Air

What I Learned from Sport, Fame, and Fatherhood. UK 2021, 384 pp., brochure,  24.95
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Harper Collins
Inhalt
2008 nahm Tom Daley mit 14 Jahren in Beijing als Turmspringer zum ersten Mal an einer Sommerolympiade teil. 2012 gewann er bei der Londoner Sommer-olympiade in derselben Disziplin die Bronzemedaille. Im selben Jahr erschien (mit 18!) seine Autobiografie »My Story«, die vor allem um den Sport und den Verlust des Vaters in Jugendjahren kreiste. Das Thema Homosexualität - noch dazu bei einem Olympioniken und Parade-sportler - fand mit keiner Silbe Erwähnung. Mit jungen Jahren hatte Daley bereits so etwas wie Promistatus erreicht, der ihm jedoch nicht immer gut bekam.
Seit dem ist viel passiert: zum einen die Olympiaden von 2016 und 2020, in denen er weitere Medaillen hamsterte - aber auch einige Ungeschicklichkeiten in den Medien, als er aufs Thema Homosexualität angesprochen, herum-eierte und sehr missverständliche Aussagen von sich gab. Die Gerüchteküche wollte nicht verstummen, bis Ende Dezember 2013 nicht nur sein Coming-out erfolgte, das in den Medien gewohnt hohe Wellen schlug, sondern er auch gleich noch seine schwule Beziehung mit dem deutlich älteren Filmemacher, Oscar-Preisträger und Aktivisten Dustin Lance Black öffentlich machte. 2017 haben Daley und Black geheiratet. 2018 kam ihr Sohn Robbie zur Welt, der nach Daleys verstorbenen Vater benannt worden ist.
Nun ist Daleys zweite Biografie erschienen, die sich auf den Zeitraum der letzten zehn Jahre seit der Londoner Olympiade konzentriert. Anstelle des erfolgsorientierten, quirligen Jünglings tritt hier eine sehr viel reflektiertere, reifere Persönlichkeit in Erscheinung. Es spielen hier zwar auch die sportlichen Erfolge des vergangenen Jahrzehnts eine Rolle. Aber größeren Raum nehmen hier Daleys Schwulsein, der Aktivismus und die Familiengründung ein. Der junge Brite macht sich zudem Gedanken über seine unbestrittene queere Vorbildfunktion - als geouteter schwuler verheirateter Familienvater (mit 28!). Daleys und Blacks Follower auf Facebook gehen immerhin in die Zehntausende. Nun geht es ihm darum, das Narrativ um seine privaten Angelegenheiten nicht außer Kontrolle geraten zu lassen, wie es ihm einmal um sein Coming-out herum passiert ist. Auch die Tatsache, dass er eine Beziehung mit einem älteren Mann hat, ist anfangs auf Häme und ungute Skepsis gestoßen. Als Daley und Black mit einer Leihmutter zusammen ihr erstes Kind bekommen, wollen die beiden angehenden Väter von vorneherein sicherstellen, dass die Neuigkeit in den Medien nicht aus dem Ruder läuft und ihr Junge vor negativen Einflüssen aus der Öffentlichkeit geschützt bleibt. Erste hässliche homophobe Kommentare in den Medien (auch über Social Media) geben ihnen recht. Daley meint, dass den Leihmutterkindern anderer - und zwar heterosexueller - Promis wie von Kim Kardashian oder Nicole Kidman weniger negative Aufmerksamkeit zu Teil wird als dem Leihmuttersohn eines schwulen Promipaares. Vielmehr seien diese den Medien keine Schlagzeile wert.
Überhaupt thematisiert Daley seine Diskriminierungserfahrungen - in den Medien ebenso wie im Sport. Ihm geht es darum, Stärke zu beweisen und sich vom Gerede nicht unterkriegen zu lassen. Dabei hilft ihm die persönliche Erfahrung als schwuler Vater und die Ehe mit Black, auch wenn es für ihn bedeutet, Vatersein und Familienleben mit der Sportlerkarriere unter einen Hut bringen zu müssen. Die faszinierende Lebensgeschichte eines schwulen Ausnahmesportlers, dessen Geschichte noch lange nicht zu Ende geschrieben ist.

(Jürgen empfiehlt - Frühlings-Katalog 2022)
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