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Naomi Alderman: Die Gabe

Naomi Alderman: Die Gabe

Dt. v. Sabine Thiele. D 2021, 464 S., Broschur,  10.30
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Heyne
Inhalt
Naomi Aldermans aktueller Roman »Die Gabe« wendet sich einem für sie neuen Thema zu. Was wäre wenn …? In der alternativen Realität des Romans stellt sie die noch immer gemeinhin weit verbreitete Sichtweise von »der« schwachen Frau und »dem« starken Mann komplett auf den Kopf. Es verändert sich etwas in der Menschheit: plötzlich entwickeln viele Frauen weltweit von einem Tag auf den anderen eine neue Fähigkeit - sie können in ihren Körpern Strom erzeugen und mit Berührungen der Hände Stromstöße austeilen. Diese können bis hin zu schmerzhaften Stromschlägen ausfallen, andere verletzen und im Extremfall sogar zum Tod des Berührten führen. Zunehmend sind die Frauen in der Lage, diese Fähigkeit bewusst einzusetzen und in ihrer Intensität zu steuern. Männer besitzen diese Fähigkeit grundsätzlich nicht und geraten dadurch zunehmend in eine schwächere Position. Frauen sind nun mächtige Personen, werden ebenso sehr geachtet wie gefürchtet. Die Gesellschaft in dieser Alternate Reality beginnt sich zu verändern; das Patriarchat wird abgelöst durch eine Herrschaft der Frauen.
Der Roman folgt weltweit sehr verschiedenen Frauen, wie sie die »Gabe« an sich entdecken und wie sie beginnen im Guten wie im Bösen mit der neuen Macht in ihren Händen umzugehen.
Roxy ist ein zäher britischer Teenager aus einer einflussreichen Gangsterfamilie. Margot ist Bürgermeisterin in den USA - mit hochfliegenden Plänen und einer Tochter, die als Teenagerin noch sehr verletzlich erscheint. Und Allie ist bei Pflegeeltern aufgewachsen, die religiöse Fundamentalisten sind und im Grunde aber nicht das sind, was sie scheinen. Jahrelang wurde sie als Mädchen von den Pflegeeltern hart behandelt und missbraucht. Im Grunde handelt es sich bei den Hauptfiguren um einfache Frauen, die sich zunächst nicht sonderlich abheben von anderen Frauen. Margot gehört zu den wenigen älteren Frauen, die ebenfalls die »Gabe« entwickeln.
Doch als die Frauen anfangen, die »Gabe« an sich zu bemerken, ändert sich auf einen Schlag alles für sie. Es dauert nicht lange und Frausein wird gleichgesetzt mit Macht und Stärke. Revolten brechen aus. Männer werden nicht nur aus ihren Machtpositionen entfernt - sie gehen besser nachts nicht mehr allein auf die Straße - zumindest nicht ohne weibliche Begleitung, die ihnen Schutz bieten muss. Denn je mehr sich die »Gabe« unter den Frauen verbreitet und je mehr Einfluss sie dadurch gewinnen, umso mehr nehmen auch die Schattenseiten zu: Frauen, die ihre neue Macht benutzen, um andere Menschen zu quälen oder gar zu foltern, ja um Leute umzubringen; auch um sie zu manipulieren.
Als vierte Perspektive führt die Autorin einen jungen Nigerianer namens Tunde ein, der sich an der Journalistenschule gerade einen Namen macht. Er stößt bei Recherchen auf Dokumente, die zu beweisen scheinen, dass die »Gabe« schon früher bei Frauen aufgetreten ist.
Naomi Aldermans »Gabe« ist definitiv keine Utopie. Mit dem Fortschritt der Handlung verkommt die schöne neue Welt immer mehr in Richtung einer Dystopie. Wobei der Roman keine eigentlich durchgängige Handlung hat - vielmehr wie aus Facetten von journalistischer Berichterstattung und wissenschaftlicher Recherche zusammengesetzt erscheint. Alderman gibt hier Antwort auf die Frage, ob eine von Frauen beherrschte Welt automatisch eine bessere wäre oder ob nicht sogar Frauen in einem neuen Matriarchat wie die Männer vor ihnen im Patriarchat die ernüchternde Erfahrung machen würden, dass Macht schlicht den Charakter verdirbt.

(Jürgen empfiehlt - Frühlings-Katalog 2021)
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