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Dominik Barta: Vom Land

Dominik Barta: Vom Land

Ö 2020, 168 S., geb.,  18.50
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Inhalt
Wie fühlt es sich an, als Schwuler vom Land zu kommen? Dominik Barta holt hierzu nicht weit aus, sondern beschreibt die aktuelle Momentaufnahme eines Dorfes in Oberösterreich. Sein besonderer literarischer Trick, um die Beklemmung zu schildern, in der ein Schwuler hier aufgewachsen ist, besteht darin, dass er vordergründig nur eine Nebenfigur der Ereignisse und des Romans zu sein scheint. Die Geschichte beginnt mit seiner Mutter, Theresa, die als 60-jährige Bäuerin mit ihrem Mann den Hof noch bewirtschaftet, doch eines Tages für alle unerklärlich in Apathie verfällt, »nicht mehr funktioniert«. Keiner aus der Familie kann mit dieser Situation umgehen, alle drei Kinder sind einigermaßen desinteressiert am elterlichen Hof, einzig Daniel, der pubertierende Enkel Theresas hält sich hier gern auf. Als sich Daniel mit dem etwas älteren Toti anfreundet, der aus Syrien nach Österreich geflohen ist und in einem nahegelegenen Flüchtlingsheim wohnt, scheint auch Erwin, Theresas Mann, jemand gefunden zu haben, der sich für bäuerliche Arbeit interessiert und am Hof mitarbeiten, ja vielleicht sogar ihn übernehmen kann. Doch die Fremdenfeindlichkeit und Borniertheit der eingesessenen Bevölkerung droht alles ebenso heimtückisch wie brutal zu zerstören. Am Ende der Geschichte steht ebenso das hoffnungsvolle Coming-out des schwulen Sohnes wie eine einsame Entscheidung seiner Mutter. Eine packende Geschichte, die vor allem durch ihre Sprache eine große Kraft entfaltet: Durchgängig in einer literarischen Hochsprache gehalten, lässt Dominik Barta vor allem das zur Geltung kommen, was seine Figuren mitzuteilen haben – ohne mit einer imitierenden Stimme das zu verfremden, worum es ihnen eigentlich geht - sei es im Dialekt der Einheimischen, sei es in der noch nicht voll erlernten fremden Sprache der Zugewanderten. Zugleich ist der Roman aber nicht in einer neutralen Standard-, sondern einer eigentümlichen, kargen Kunstsprache verfasst, die gekonnt ganz verschiedene Sprachmilieus durchschimmern lässt. Ein großer schwuler Heimatroman.
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