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Mark Merlis: Halbstark

Mark Merlis: Halbstark

Dt. v. Joachim Bartholomae. D 2019, 280 S., geb.,  24.67
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Albino
Inhalt
In den 60er Jahren war Johnathan Ascher ein für seine sexuelle Offenheit gefeierter avantgardistischer Autor; fast 40 Jahre später ist er so gut wie völlig vergessen. Als ein Akademiker den Nachlass einsehen möchte, um die längst verstorbene schwule Ikone neu zu würdigen, nimmt sich seine Witwe die Tagebücher der späten 60er und frühen 70er Jahre vor, denn sie ahnt, dass darin auch sehr Unangenehmes steht. Der Kern von »Halbstark« ist so ein schwuler Tagebuchroman unmittelbar vor und nach Stonewall, zunächst gebrochen durch die Wahrnemung seiner heterosexuellen Witwe (die einmal über ihren Mann feststellt: »Sein Geist war bisexuell, aber sein Fleisch war schwul.«), dann aber nochmals durch die Gespräche mit dem schwulen Akademiker, der in Johnathan einen Vorläufer modernen queeren Denkens sehen will. Die erzählte Story ist also ein packender Blick auf eine Zeit, in der sich offen schwules Leben gerade gerade erst entwickelte. Doch die sich der Außenwelt verschließende Welt ist zugleich das eigentliche Thema des Romans: Genau wie die geheimen Treffpunkte schwulen Lebens ist auch das Tagebuch ein geschützter Raum, in dem sich das eigene Selbst entwickelt. Und Johnathan vertraut seinem Tagebuch in der Tat Abgründe an, denn wo, wenn nicht hier, sollte diese absolute Aufrichtigkeit möglich sein. Zugleich überhöht Johnathan die Bedeutung der intellektuellen Abgrenzung: Als in den 70ern auf einmal selbstbewusste Schwule aller Schichten in die einschlägigen Kneipen strömen, ist er regelrecht angewidert von dieser für ihn ordinären neuen Welt. Ein doppelbödiger Roman über Glanz und Elend absoluter Privatheit, den man gerne mehrmals liest.
(Veit empfiehlt, Herbst 2019)
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