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Karin Rick: Ladies, Lust und Leidenschaft

Karin Rick: Ladies, Lust und Leidenschaft

Erzählungen. D 2019, 224 S., Broschur,  10.28
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Inhalt
Karin Ricks neues Buch »Ladys, Lust & Leidenschaft« kommt so keck und experimentell-erfrischend rüber, wie wir es von der Wiener Autorin (»Venuswelle«, »Wilde Liebe«, »Furien in Ferien«, »Sex ist die Antwort«) gewohnt sind. In den neuen Short Stories dieses Bandes zeigt sie die volle Brillanz und auch Breite ihres Schaffens. Die Grundsituationen sind zwar ungewöhnlich wie ein Pornoset oder die Regenbogenparade, der Wilde West oder ein Flughafen - Karin Rick schafft es, diese jedoch niemals unwahrscheinlich wirken zu lassen. Zielsicher lenkt die erfahrene Autorin die Aufmerksamkeit der Leserin auf das Schräge an der einmal mehr, einmal weniger alltäglichen, queeren Welt. Einzelne Geschichten wie die eines frustrierten (Hetero-)Ehepaars, das die Sexgespräche eines schwulen Paares am Nebentisch mit anhören muss, ob es will oder nicht, und nicht anders kann, als die sexpositiven Themen frustriert zu kommentieren, sind wirklich sehr amüsant. Die Idee, die sexlastigen Gespräche der beiden Schwulen durch die Brille eines betulichen Paares zu sehen, dem die Erotik (und der Sex) in ihrer Beziehung abhandengekommen ist, entfaltet einen wunderbaren Zauber - zumal die anfänglich verbiesterte, moralisierende Reaktion erst einer gewissen Neugierde und dann einem gewissen Neid weicht, der imstande zu sein scheint, die verfahrene Situation zwischen den beiden zumindest teilweise und vorübergehend aufzuweichen. Ebenso gelungen ist Ricks »Ausflug« auf einen Pornset, in dem Frauen - für Geld versteht sich; denn richtig Lust darauf scheinen sie nicht zu haben - Sex für die Kamera abzuliefern haben. Karin Rick versteht es die erotischen Nuancen des sexuell Ordinären am aufkommenden Chaos des Sets zu brechen und daraus eine köstliche Geschichte zu machen. Die hier lesbisch agierenden (eher agieren müssenden) Pornodarstellerinnen sind keine willigen Opfer, sondern bäumen sich auf, sind genervt, leisten frustrierenden Widerstand gegen das, was ihnen da aufgebürdet werden soll. Aufkommender Voyeurismus (immer ein Thema, wenn lesbischer Sex im Spiel ist) ist hier dazu verdammt zu stranden. Andere Autorinnen wären eine solche Geschichte bestimmt ernster angegangen, aber Karin Rick macht das mit einem Augenzwinkern und befördert dabei einen unvergleichlichen Humor zu Tage. Bei all dem Unterhaltsamen kann die Autorin aber auch ganz anders: »Ride Sally Ride« ist eine wunderschöne Geschichte, die anfangs als eine romantische Naturidylle an die Fantasie aus einem Tagtraum erinnert - doch von momentaner Erotik angespornt entzündet sich bei den beiden Frauen dieser Geschichte eine ebenso spontane wie wild-leidenschaftliche Szene - auch hier beweist Karin Rick, dass sie das erotische Momentum selbst aus den unwahrscheinlichsten Situationen heraus erwachsen lassen kann. Daneben kommt die Short Story zum Abschluss des Buches - »Platzflimmern« - fast düster daher: in einem Paris der Vergangenheit am Place St. Michel - entwickelt die Autorin das morbide Bild einer Zeit, die stillsteht. Karin Ricks Short Stories wirken wie aus dem Leben gegriffen - gleichzeitig haben sie in ihrer Selbstentblößung und deutlichen Ekstase etwas Authentisches, das sich bei aller Schrägheit nicht leugnen lässt. Karin Rick ist definitiv nicht Mainstream - sie traut sich einiges - nicht nur in Sachen Freizügigkeit der Sprache - sie lässt Dinge aufeinanderprallen, die im ersten Augenblick unvereinbar erscheinen, dann in der Synthese aber sehr wohl Sinn ergeben. Auf alle Fälle machen die Geschichten in »Ladys, Lust & Leidenschaft« großen Spaß beim Lesen. Olala.
(Jürgen empfiehlt, Herbst 2019)
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