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Henrike Lang: Bettenroulette

Henrike Lang: Bettenroulette

Episodenroman über Liebe, 2 Frauen und 1 Kind. D 2017, 260 S., Broschur,  13.26
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konkursbuch
Inhalt
Kinderkriegen steht hoch im Kurs bei Schwulen und Lesben. Immer häufiger thematisieren auch Romane das Mütterwerden von Lesben. Das, was Henrike Langs Roman »Bettenroulette« auszeichnet, ist die Tatsache, dass er das Thema von der unterhaltsamen, lockeren Seite angeht. In »Bettenroulette« verarbeitet Henrike Lang das eigene Mutterwerden als Lesbe. Eltern werden ist einfach - Eltern sein dagegen nicht. Judith und Henrike führen eine lesbische Langzeitbeziehung. Alles könnte so schön und klar sein. Doch da kommen bei Henrike plötzlich seltsam neue Lüste auf - Lust auf Sex mit anderen. An sich hätte sie sich ja als ausschließlich homosexuell definiert - doch nun fantasiert sie auch etwas mit Männern. Was passiert da gerade? Es ist die erste Phase, die der neue Kinderwunsch bei ihr ausgelöst hat. Sie beginnt bestimmte Gerüche erotisch zu finden - eigentlich reagiert sie auf alles irgendwie »erotisiert«. Und dieser Kinderwunsch, der sie beschäftigt, ist so ähnlich wie Hunger oder Durst. Es muss etwas passieren … Irgendwann bleibt Henrike nichts Anderes mehr übrig, als Judith reinen Wein einzuschenken. Als Henrike ihrer Frau erklärt, dass sie gern ein Kind hätte, hält Judith das für nur wieder eine Phase ihrer Frau, die - wie meistens - wieder vorübergehen dürfte - etwas, das sich Henrike einfach in den Kopf gesetzt haben dürfte, das sie eine Weile umtreibt, an dem sie aber irgendwann das Interesse wieder verlieren würde. An sich hätte Judith nach einem Jahr im Ausland gern ein wenig Ruhe, im Grunde Kontinuität und vor allem mehr private Zeit mit ihrer Frau - zum Genießen. Doch es kommt anders. Henrike verfolgt verbissen den Plan, ein Kind in die Welt zu setzen, und hat sich zudem in den Kopf gesetzt, ihre Partnerin von der Sinnhaftigkeit dieses Plans zu überzeugen. Nicht ganz konfliktfrei einigen sich die beiden Frau darauf, dass das Projekt Baby angegangen werden soll - und keiner der beiden ist wirklich bewusst, auf welches Abenteuer sie sich dabei einlassen. Denn mit dem Kinderkriegen allein ist es nicht getan. Nach einigen Umständen (woher soll das Sperma kommen? Künstliche Befruchtung? Was wenn der Mann der Frauenärztin sich anbietet - sich geradezu aufdrängt?) und den »anderen Umständen« beginnt erst das eigentliche Abenteuer Baby - sprich: Mutterschaft. Ein einziges Chaos bricht über die beiden Neumütter herein - mit entsprechend unvorhergesehenen und unvorhersehbaren Einschränkungen des lesbischen Sexuallebens. Dass dieses Chaos - ausgelöst durch beider Kind - nicht aufhört, wenn der Junge den Babyschühchen entwachsen ist oder ins Schulalter kommt, sorgt für erhöhtes Lesevergnügen mit »Bettenroulette«. Denn nun dreht sich alles - wirklich alles und ganz ausschließlich - nur noch um das Thema Nummer eins - und zwar den Buben - egal, ob er ein paar Viren vom Kindergarten mit nach Hause bringt, die eine Mama nachts aus dem Bettverdrängt, wenn’s darum geht, ihm Schwimmen beizubringen oder den vermissten Roller zu finden - die Mamas müssen es richten - ob sie wollen oder nicht. Und besonders köstlich sind dann die Elternabende: da wird es für ein Lesbenpaar mit Kind wirklich umwerfend komisch - nicht so sehr für sie als Eltern, sondern vielmehr für die Leserinnen.
Mütter - nicht nur lesbische - werden an vielen Stellen in »Bettenroulette« ihre eigenen Erfahrungen mit dem Mutterwerden und dem Muttersein wiedererkennen. Den einen oder anderen Ausflug der Autorin in den Heterosex sowie Stellen, die nicht ganz politisch korrekt sind, vergibt frau der Autorin vielleicht. Denn »Bettenroulette« ist wirklich hervorragende, lesbische Unterhtaltungsliteratur - zudem mit einem aktuellen Thema.

(Jürgen empfiehlt - Sommer 2019)
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