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Angela Chadwick: XX - Was wäre wenn

Angela Chadwick: XX - Was wäre wenn

Dt. v. Andrea Fischer. D 2018, 336 S., geb.,  20.56
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Atrium
Inhalt
Was wäre, wenn Frauen, um Kinder zu kriegen, kein Sperma von Männern, für die Reproduktion überhaupt keine Männer mehr bräuchten? Was wenn Frauen nur noch Mädchen zur Welt brächten? Am Anfang ist es nur ein Experiment: Das lesbische Paar Rosie und Jules hat schon länger einen Kinderwunsch - anfangs zeigen die beiden noch Zurückhaltung sich gegenüber den Familien damit zu outen - schon schwierig genug, mit dem ganzen Lesbisch-sein umzugehen. Doch dann erfahren die beiden von einem Durchbruch in der Reproduktionsbiologie. Wissenschaftler haben Methoden entwickelt, mit denen es möglich wird, künstliche Befruchtungen durch Kombination von rein weiblichen Chromosomen aus zwei weiblichen Eizellen vorzunehmen. Die Wissenschaftler suchen nun nach Frauen, die bereit sind, die Risiken der ersten Versuche am Menschen auf sich zu nehmen und an dem Projekt teilzunehmen. Jules und Rosie sind sofort Feuer und Flamme für das Projekt - unverhofft erübrigt sich die aufwändige und konfliktträchtige Suche nach einem männlichen Samenspender, die sie hat zögern lassen. Außerdem hätte das Kind - definitiv ein Mädchen - dann die Gene beider Frauen. Zudem wird den beiden Frauen Anonymität zugesichert - für den Fall, dass sie mitmachen. Und so kommt es, dass Rosie als erste Frau der Welt von ihrer Freundin ein leibliches Kind bekommen wird. Doch was die beiden nicht vorhersehen können, ist, welche Wellen öffentlicher Diskussion diese Schwangerschaft schlagen wird, nachdem Informationen darüber publik gemacht werden. Ein Sturm geht los. Was ursprünglich nur die Erfüllung eines privaten Wunsches von zwei Frauen gewesen ist, erfährt ein fulminantes Medienecho: »Dürfen die das überhaupt?« - die öffentliche, heftig geführte Debatte kreist immer mehr um die Frage, was mit den Männern werden soll, wenn sie denn von einem Tag auf den anderen überflüssig werden; wenn nur noch Mädchen geboren werden sollten. Journalisten und Politiker greifen den Fall auf. Jeder für sich verfolgt eine eigene Agenda. Dabei gerät völlig aus dem Fokus, dass sich hier zwei Frauen entschieden haben, miteinander eine Familie zu gründen - mit der Besonderheit, dafür nicht auf das Zutun eines Mannes angewiesen zu sein. Das Privatleben der beiden sensiblen Frauen wird während der ganzen Schwangerschaft durchleuchtet. Das Interesse der Medien geht über das Normalmaß hinaus; überschreitet Grenzen und strapaziert die Nerven - sowie die Beziehung - von Jules und Rosie gewaltig. Es wird zum puren Voyeurismus. Überall sehen sich Jules und Rosie mit verhohlener bis harscher Kritik konfrontiert. Mit Verwandten, aber auch in der Arbeit gibt es Troubles. Sie müssen sich für ihren Traum rechtfertigen. Am Ende stehen die beiden Frauen im Zentrum einer weltweiten Diskussion um die Frage der Zukunft der Menschheit an sich. Sie schlägt immer höhere Wellen. Über allem lastet die Frage, ob diese Form der künstlichen Befruchtung - mit diesen Konsequenzen - ethisch vertretbar ist und ob jede Form biotechnologischen Fortschritts mitgemacht werden soll. Angela Chadwicks feministische Utopie »XX - was wäre wenn« reflektiert aktuelle gesellschaftspolitische Fragen - zum einen die abgehobene aufgeheizte reißerische »Berichterstattung« in Medien, die wichtige Debatten nicht nur verhindern sondern gleich auch noch vergiften; die um Aufmerksamkeit zu erringen auch über Leichen gehen würden - zum anderen die wichtige Frage, wie die neuen Machbarkeiten biotechnologischen Fortschritts gesellschaftlichen Wandel bis hin zur Krise auslösen können. Ein Buch, das sehr zum Nachdenken über die Zukunft der Menschheit anregt.
(Jürgen empfiehlt – Winter 2018/19)
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