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Albertine Sarrazin: Der Ausbruch

Albertine Sarrazin: Der Ausbruch

Dt. v. Claudia Steinitz. CH 2018, 526 S., Broschur, € 26.80
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Inhalt
Der autobiografische Roman ist weit mehr, als man erwarten könnte, wenn man ihn als »Knastroman« beschriebe, zu nahe läge es, darin eine Art Vorlage zu »Orange is the New Black« zu vermuten. Denn außer den fesselnden Alltagserlebnissen und dem minutiös beschriebenen Fluchtplan (der freilich nie gelingt), beeindruckt der Roman vor allem durch seine Sprache, die sich nie festlegen lässt, fließend gleitet die Ich-Erzählerin in einem Ton, der mal als harter Argot der Strafanstalt anmutet, und dann plötzlich in elegante und fast poetische Hochsprache wechselt. Und genauso geht es auch um viel mehr als die Darstellung eines Lebens im Gefängnis. Diese äußere Hülle, die schon interessant und packend genug wäre, dient vor allem einem: zu beschreiben, wie die Autorin zum Schreiben kommt, der geplante »Ausbruch« findet auf literarischer Ebene schon statt: Ist man einmal beim Lesen in die Schilderung hineingezogen, spürt man förmlich den Drang, nach draußen zu kommen, der sich durch nicht brechen zu lassen scheint. Die knappen Sätze halten dabei von jeder Träumerei ab, es geht nicht um Sehnsucht, sondern um Selbsterhaltung. Dass dieser Überlebenskampf (fast) nur unter - manchmal mit, manchmal gegen - Frauen ausgetragen wird, richtet die Wahrnehmung auf die existenzielle Bedeutung: Rivalitäten, Solidarität, Machtgehabe kann immer auch lesbisch-homoerotisch aufgeladen sein, auch wenn die meisten der Frauen - wie auch die Erzählerin - heterosexuell vorgestellt werden.
Veit empfiehlt (Herbst 2018)
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