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Négar Djavadi: Desorientale

Négar Djavadi: Desorientale

Dt. v. Michaele Meßner. D 2017, 400 S., geb.,  22.70
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Beck Verlag
Inhalt
Ein autobiografischer Familienroman aus lesbischer Sicht: Kimiâ ist lesbisch und stammt aus einer Familie von Schah-Oppositionellen, die aus dem Iran Ende der 70er Jahre ins Pariser Exil gingen. Um eine Samenspende in einem Krankenhaus bewilligt zu bekommen, gibt sie sich zusammen mit einem HIV-positiven schwulen Freund als heterosexuelles Paar mit Kinderwunsch aus. Ihre treffenden und distanziert-ironischen Beobachtungen während der monatelangen Behördengänge bilden den Rahmen ihrer Familiengeschichte, die verschachtelt, packend und anrührend den größten Teil des Buches ausmachen.
Aus lesbischer Sicht erzählt sie Episoden, die einmal anmutig und verspielt wie ein Märchen aus 1001er Nacht, ein andermal knapp und sachlich-informativ sind. Dass Négar Djavadi die verzweigten Familienverhältnisse zu einer stringenten Gesamtsicht, ja zu einem Geschichtsabriss der persischen Geschichte des 20. Jahrhunderts zusammenhalten kann, ist eine großartige erzählerische Leistung. Dass sie es dabei aber auch noch vermag, ihre ganz besondere, immer wieder auch anekdotisch durch völlig absurd und unvergleichlich anmutende Episoden dargestellte Familie als Urbild überhaupt jeder Familie zu schildern, macht »Desorientale« in all seiner Fremdheit zu einem Buch, in dem man sich nachgerade wiederfinden muss.

Veit empfiehlt (Sommer 2018)
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