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Eike Bornemann: Im Schatzfieber

Eike Bornemann: Im Schatzfieber

D 2017, 272 S., Broschur,  15.42
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Ulrike Helmer - Crimina
Inhalt
Dieser Band aus der Crimina-Reihe ist kein eigentlicher Krimi. Es gibt keine Kommissarin, keinen Mordfall. Es geht um einen Schatz aus der Zwischenkriegszeit, dem zwei Frauen »Im Schatzfieber« nachjagen. Die eine der beiden - Caro - steckt gerade mit an die vierzig in einer schwierigen Phase. Ihr Ehemann hat sie für eine deutlich jüngere Frau verlassen. Und ihren Job auf einem Schiff hat sie wegen Alkoholproblemen auch noch verloren. Nun muss sie - das Geld wird knapp - wieder bei ihren Eltern einziehen - was für eine Demütigung! Caro versucht sich mit der Situation zu arrangieren, kümmert sich um ihren pensionierten Vater. Eines Tages besuchen die beiden gemeinsam eine Auktion, bei der die Unterlagen eines Kapitäns zur Versteigerung kommen. Vater und Tochter schnappen einem obskuren Herrn Kalmus das Objekt unter der Nase weg. Vater Barnim scheint den Herrn aus früheren Zeiten zu kennen und erwartet nichts Gutes. Tatsächlich geschieht bei Caros Eltern in der nächsten Nacht ein mysteriöser Einbruch. Caro schöpft Verdacht. Aber ihre Eltern glauben nicht an ein Verbrechen - eher an Caros lebhafte Fantasie. Tage später wird Caro des Nachts auf offener Straße überfallen. Wäre nicht Alex, die zufällig in der Nähe ist, dazwischen gegangen, hätte Schlimmeres passieren können. Alex ist der eher kerlige, kantige Typ Frau. Sie ist durch die harte Schule des einzigen Mädchens unter lauter Brüdern gegangen und kann - wenn’s sein muss - auch ordentlich austeilen. Den Angreifer schlägt sie jedenfalls in die Flucht. Er kann unerkannt entkommen. Nun ist klar, dass etwas faul ist an der Sache mit den Dokumenten. Anfängliche Recherchen des Vaters, der seine Archivkontakte spielen lässt, bringen etwas Licht ins Dunkel: Es scheint sich um das versteckte Raubgut aus einem Einbruchsdiebstahl in den 1920er Jahren zu drehen, der ordentlich Staub in den Gazetten der Zeit aufwirbelte. Die drei Einbrecher sind zwar erwischt, der vermeintliche Schatz aber nie gefunden worden, obwohl die Polizei intensiv danach gesucht hat. Nun scheinen die Dokumente im Besitz von Caro und ihrem Vater zwar auf diesen »Schatz« hinzudeuten. Doch führen die Recherchen zunächst ins Leere. Erst, als sich Caro und Alex zusammentun (die beiden Frauen kommen sich allmählich näher und starten eine lesbische Affäre), stoßen sie auf Spuren, die zum Schatz führen können. Mehr soll hier nicht verraten werden. Auch wenn es sich bei »Im Schatzfieber« nicht um einen Krimi im klassischen Sinn handelt, so bleibt die Aufklärung des lange zurückliegenden Verbrechens durch das Lesbengespann und die Suche nach dem Schatz doch bis zum Ende des Romans sehr spannend und wird die Leserinnen - da bin ich mir absolut sicher - bis zum überraschenden Schluss fesseln. Mir gefiel auch die lesbische Seitenstory des Kriminalromans recht gut, die aus zwei konträren Charakteren, die sich aber irgendwie gut ergänzen, ein unwahrscheinliches Lesbenpaar macht. Die beiden - die frustrierte Caro, deren Leben gerade ordentlich verpfuscht zu sein scheint, und die butche Alex, die auf den ersten Blick vielleicht gängigen Lesbenklischees entspricht, sich im Laufe der Handlung doch als facettenreich erweist - sie sind zwar Antiheldinnen, aber irgendwie auch Sympathieträgerinnen, die die Leserin auf die Fährte des Verbrechens, beziehungsweise auf die des Schatzes mitnehmen. Definitiv ein spannend zu lesendes Buch, das ich nicht nur Krimifans ans Herz legen möchte.
Jürgen empfiehlt (Sommer 2018)
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