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Jasper Nicolaisen: Ein schönes Kleid

Jasper Nicolaisen: Ein schönes Kleid

D 2016, 240 S., Broschur,  15.32
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Querverlag
Inhalt
Jannis und Levi sind ein rundum glückliches schwules Paar. Sie machen beruflich, was ihnen Spaß macht, haben Freunde und der Sex läuft prima. Zu ihrem Glück fehlt ihnen nur noch eines: Sie wünschen sich ein Kind. Also beschließen sie, sich für ein Pflegekind zu bewerben und sprechen beim zuständigen Amt vor. Und damit setzt auch schon Jasper Nicolaisens erster erzählerischer Kunstgriff ein: Das Gerüst für die Schilderung des mindes- tens spannenden und immer wieder abenteuerlichen Weges des schwulen Paars durch Behörden, Kaufhäuser und Kindergärten bilden nämlich Ausschnitte des Fragebogens, den Paare ausfüllen müssen, wenn sie sich für ein Pflegekind bewerben. Zunächst erscheinen diese Fragen übergriffig, mitunter grotesk und durch das gestelzte Behördendeutsch zuweilen auch einfach lächerlich. Aber Jannis und Levi haben sich vorgenommen, die Fragen gewissenhaft und ausführlich zu beantworten – und so ist die autobiografisch gefärbte Geschichte, die Jasper Nicolaisen erzählt, zunächst einmal eine Replik des tatsächlich Erlebten auf die allgemeinen Erwartungen von außen. Das klingt nach trockenem Erfahrungsbericht – tatsächlich aber ist »Ein schönes Kleid« eines der heitersten Bücher, das je auf unserem Büchertisch zu liegen gekommen ist. Dabei handelt das Buch im Grunde nur von Problemen – es geht ja schließlich um Kinder und schwulen Kinderwunsch. Und kein einziges der Probleme wird heruntergespielt, viele sind auch für Jannis und Levi nicht lösbar. Doch sowohl der Ton, in dem Jasper Nicolaisen seine Geschichte erzählt, als auch die Figur des Ich-Erzählers Jannis sorgen dafür, dass man sich letztlich beim Lesen einfach mit dem Erzähler freut. Jannis trägt Züge eines Jungen von nebenan – und zugleich die eines Superhelden. Der Spieleprogrammierer hat immerhin die Fähigkeit, Wesen zu verstehen und mit ihnen zu sprechen, die von niemandem sonst verstanden werden. Zunächst ist das der gemeinsame Hund von Jannis und Levi, dann aber auch der Säugling Valentin. Ein so charmanter Held ist lange nicht beschrieben worden – Jannis ist so perfekt und fehlerhaft, dass es fast schwer fällt, sich nicht beim Lesen in ihn zu verlieben. Und so ist »Ein schönes Kleid« noch viel mehr als ein Familienbuch, es ist eine der bezauberndsten schwulen Geschichten von drei Prinzen, die je erzählt wurde.
Veit empfiehlt (Winter 2016/17)
Dieser Querverlag-Titel ist auch erhältlich als:
Taschenbuch, € 15.32
E-Book (epub), € 9.99
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