Carolin Schairer

Die Wiener Autorin Carolin Schairer wuchs in Niederbayern auf. Bereits vor und während ihres Studiums arbeitete sie für verschiedene Medien im Print- und Rundfunkbereich. Die Diplom-Journalistin hat einige Jahre als Freie Journalistin für Zeitungen und Magazine geschrieben, in der Medienbeobachtung sowie in der Markt- und Meinungsforschung gearbeitet. Sie war PR-Mitarbeiterin eines internationalen Unternehmens und lebt in Wien. Außer ihrem neuesten Buch »Aprikose im Kopf« sind bereits vier weitere Romane (»Lass keine Fremden ins Haus«, 2011;»Die Spitzenkandidatin«, 2005; »Ellen«, 2009, »Marie anderswie« 2010) von ihr erschienen, allesamt im Ulrike Helmer Verlag.
Carolin Schairer verbindet stets eine schöne, bisweilen romantische lesbische Liebesgeschichte mit einem spannenden, meist gesellschaftlich brisanten Thema. Weil Carolin Schairer immer wieder bei uns im Laden ist, könnt Ihr gern auch ein individuell signiertes Exemplar ihrer Bücher bei uns bestellen; schreibt Euren Wunsch einfach auf die Bestellung dazu!
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Romane von Carolin Schairer

Carolin Schairer: Aprikose im Kopf
D 2011, 295 S., Broschur, € 20.56
In Wien muss man die niederbayrisch-wienerische Autorin vermutlich niemandem mehr vorstellen. Mit Romanen wie »Die Spitzenkandidatin«, »Marie« und »Lass keine Fremden ins Haus« hat sie sich bereits in das Herz einer großen Fangemeinde geschrieben. Und sie ist inzwischen zu einer Freundin des Hauses geworden, die auch gerne mal bei uns vorbeikommt, wenn eine Kundin nicht zu einer Lesung kommen kann und trotzdem eines ihrer Bücher signiert haben möchte. Für ihre Leserinnen tut sie (fast) alles. Dieses unprätentiöse Auftreten macht die Autorin auch so ungemein sympathisch. Und Unaufdringlichkeit ist auch etwas, dass sich in ihren Büchern fortsetzt. Im englischen Sprachraum nennt man eine solche Art »down-to-Earth« - was sich nur holprig mit »geerdet« übersetzen lässt.
Ich persönlich mag eine solche Schreibweise - in der einem nicht bei jeder Zeile unter die Nase gerieben wird, für wie literaturpreisverdächtig sich eine AutorIn hält. Eine solche Prosa muss trotzdem nicht unlyrisch sein. Und das lässt sich am Beispiel von Carolin Schairers aktuellem, vierten Roman »Aprikose im Kopf« gut zeigen.
Mehrere Jahre hat die Journalistin Katja Dannhausen als Korrespondentin in Afrika verbracht. Sie musste viel ansehen: das Elend von Flüchtlingslagern, den Missbrauch von Kindersoldaten, auf die Knochen herunter gehungerte Menschen, Menschen, denen Minen Körperteile abgerissen haben. Das, was ihr bei der Arbeit begegnet ist, ist selten schön gewesen. Entsprechend abgebrüht ist sie inzwischen geworden. Bestätigung hat sie vor allem dann gefunden, wenn ihre mutigen, couragierten TV-Berichte aus den diversen Krisengebieten des schwarzen Kontinents es bis in die Abendnachrichten geschafft haben. Das - denkt sie - hat ihr bleibendes Renommee eingebracht.
Doch nun ist es an der Zeit gewesen nach Deutschland zurückzukehren. Nach all den teils heftigen, teils haarsträubenden Erlebnissen in Krisenländern wie Simbabwe oder Somalia glaubt sie zuhause vergleichsweise leichtes Spiel zu haben. Umso mehr reibt sie sich die Augen, als sie - die international renommierte TV-Journalistin - mangels alternativer Angebote plötzlich quasi ganz unten beim Fernsehen ihrer Heimatstadt neu anfangen muss. Was für ein Fall aus lichter Höhe! Anfangs ist es hart für sie ihren Stolz derart herunterzuschrauben. Katja kommt sich absolut unterfordert vor und schätzt ihre neue Wirkungsstätte entsprechend gering, auch wenn sie gleich in einer leitenden Position zu arbeiten begonnen hat. Andere würden sich freuen. Aber für sie ist es eine Art Abstieg.
Doch dann begegnet ihr der große Lichtblick: bei ihrer Schwester Sophie zuhause arbeitet eine junge russische Studentin als Au-pair-Mädchen. Diese Irina kümmert sich rührend um Sophies Kinder und hat es Katja schnell angetan. Auch wenn es für die beiden nicht Liebe auf den ersten Blick ist und die Beziehung der beiden eine gewisse Anlaufzeit braucht, so wird Katja doch allmählich wachgerüttelt und bekommt auch endlich eine Idee davon, dass es neben der Karriere und dem beruflichen Fortkommen noch etwas Anderes - nämlich ein Privatleben - gibt. Erst da gibt Katja nach und setzt sich Irinas Anziehungskraft ganz bewusst aus.
Neben diesem lesbischen Handlungsstrang des Romans verfolgt Carolin Schairer noch ein weiteres zentrales Moment: die Beziehung zwischen den beiden Schwestern Katja und Sophie - die eine lesbisch, karriereorientiert und weltgewandt, die andere heterosexuell mit Mann und Kindern festgenagelt in einer bürgerlichen Existenz, die sie zunehmend nervt. Zunehmend ist Sophie gereizt und durch alles um sie herum überfordert.
Erschwert wird die ohnehin nicht leichte Beziehung zwischen den beiden grundverschiedenen Schwestern durch das Faktum, dass Sophie schließlich schwer erkrankt (die Aprikose im Kopf!) und vielleicht nicht mehr lange zu leben hat. Sorgen, Rücksichtnahmen, Unausgesprochenes, Unaussprechliches beginnen plötzlich ihr Zusammensein zu dominieren. Und davon wird die aufkeimende Beziehung von Katja zu Irina überschattet, die ja bei Sophie einen guten Job macht, aber auch irgendwie von ihr abhängig ist. Sophie scheint zu ahnen, dass es zwischen Katja und Irina mehr gibt, als Katja bereit wäre einzugestehen.
Denn Katja weiß nicht recht, ob sie ihren eigenen Gefühlen wirklich trauen kann, ob sie zu Irina stehen soll. Das schlechte Beispiel ihrer Eltern hat Katja gezeigt, dass Liebe flüchtig ist. Und wenn Irina erst einmal nach Russland zurückgeht, bleibt Katja vielleicht mit einem gebrochenen Herzen zurück. Und es wäre auch nicht Katjas erste gescheiterte Beziehung.
Wie schon in ihrem ersten Roman »Die Spitzenkandidatin« beweist Carolin Schairer aus eigener Anschauung auch in »Aprikose im Kopf« eine profunde Detailkenntnis, was die Journalismusbranche anbelangt. Sie hat das Buch sehr spannend und mit großem Einfühlungsvermögen in seine Charaktere geschrieben. Es ist nicht zu hoch gegriffen, »Aprikose im Kopf« als Carolin Schairers bislang bestes Buch zu bezeichnen. Man wird in die Geschichte richtig hineingezogen und möchte mehr wissen. Darüber hinaus freue ich mich auch schon auf das nächste Buch von ihr. Und darüber hinaus freue ich mich auch schon auf ihr nächstes!
(Jürgen empfiehlt, Frühlings Katalog 2012)

Carolin Schairer: Aprikose im Kopf
D 2011, 296 S., Broschur, € 20.56
Einige Jahre lang hat Katja Dannhausen in Simbabwe, Kongo, Nigeria und Somalia als Korrespondentin fürs Fernsehen gearbeitet und regelmäßig aus den Krisengebieten Afrikas berichtet. Nun kehrt sie nach Europa heim und hält sich für ziemlich abgebrüht - zumindest was ihr Leben anbelangt. Zuhause landet sie ausgerechnet beim Stadtfernsehen, was sie als erprobte, weltgewandte Fernsehjournalistin klar unterfordert. Dann lernt Katja die Studentin Irina kennen, die bei Katjas Schwester Sophie jobbt. Irina ist eine junge Russin und ein echter Lichtblick. Katja fühlt sich auf Anhieb zu ihr hingezogen. Doch von Liebe kann da noch keine Rede sein, denn Katja ist zu sehr Workaholic, als dass sie mir nichts, dir nichts ihrem Privatleben mehr Zeit einräumen und sich einem anderen Menschen öffnen würde.

Carolin Schairer: Lass keine Fremden ins Haus
D 2011, 290 S., Broschur, € 20.51
Laura begegnet einer ebenso attraktiven wie geheimnisvollen fremden Frau, der sie Hilfe und Unterschlupf gewährt. Tosca nennt sich die Schöne, doch es ist klar, dass dieser Name nicht ihr richtiger ist, denn nur nach auffällig langem Zögern und während sie Lauras Opern-CD-Sammlung fixiert, stellt sie sich so vor. Und Tosca bleibt bei Laura, die verzweifelt versucht, ihrem öden Leben und ihren anerzogenen Hemmungen zu entkommen. Unvorstellbar wäre es für sie bis vor kurzem noch gewesen, eine Fremde ins Haus zu lassen - und sich auch noch in sie zu verlieben! Lauras Leben scheint eine glückliche Wendung zu nehmen. Doch Tosca hat eine dunkle Vergangenheit, an die sie sich selbst nicht richtig zu erinnern scheint. Offenbar ist sie in einen der größten österreichischen Finanzskandale der jüngeren Vergangenheit verstrickt - und die Strippenzieher schrecken vor nichts zurück. Auf einmal ist Lauras Leben viel aufregender, als sie es sich wünschen würde, denn Killer haben sie und Tosca im Visier. Ein aufregender Wirtschaftskrimi erzählt als romantische lesbische Liebesgeschichte.

Carolin Schairer: Marie anderswie
D 2010, 304 S., Broschur, € 20.51
Die Studentin Sarah Rosenberg lässt sich nur ungern von ihrem Vater dazu breitschlagen, dessen neue Mitarbeiterin durch Wien zu führen. Diese Marie Felder - eine junge Biologin - ist mal scheu, mal zickig. Manchmal fällt sie mit der Tür ins Haus. Sarah findet das seltsam und würde sich normalerweise mit solch einer merkwürdigen Person kaum abgeben. Und nun muss sie sich ganze Tage lang mit Marie Felder abgeben. Sarahs Vater zuliebe. Entgegen jeder anfänglichen Erwartung aber bekommt Sarah die rätselhafte Anziehungskraft der anderen jungen Frau zu spüren. Die anfängliche Verschlossenheit wird durch Zuneigung ersetzt. Sarah merkt erst jetzt, wie klug Marie eigentlich ist und dass sie eine Frau ist, die mit Autismus leben muss. Kann da Liebe funktionieren? Die in Wien lebende, niederbayrische Autorin verknüpft in diesem Buch die Themen Behinderung und lesbisches Coming-out.

Carolin Schairer: Ellen
D 2009, 449 S., Broschur, € 20.56
An sich wollte sie am liebsten weiterhin Kinderbücher schreiben. Doch Geldmangel treibt Nina dazu, sich im Pressebüro eines Wiener Pharmakonzerns zu verdingen. Für Nina ist die neue Büroumgebung eine fremde Welt. Die unterkühlte Chefin Ellen McGill macht die bescheuerte Situation für Nina nicht gerade besser. Sie beißt die Zähne zusammen. Eigentlich ist sie mit ihrem Freund Lukas nach Wien gezogen, um alle Probleme abzuschütteln. Doch dann kommt sie Ellen überraschend näher. Etwas, das ihr zunächst erst einmal die Sprache verschlägt. Carolin Schairers neuer Roman handelt vom Auseinanderleben, Abschiednehmen, vom Zusammenfinden, von der Liebe, die nie stehenbleibt, und von der Fähigkeit, Neues im Leben zuzulassen (wie z.B. die lesbische Liebe zu einer anderen Frau).

Carolin Schairer: Die Spitzenkandidatin
D 2005, 384 S., Broschur, € 20.51
Als der aufstrebenden Jungjournalistin Theresa Lackner eines Tages durch Zufall ein skandalträchtiges Foto in die Hände fällt, das die Kanzlerkandidatin Katharina Hermann in eindeutiger Pose nackt mit einer anderen Frau zeigt, zwingt sie der Politikerin eine Vereinbarung ab: Theresa wird positiv über Katharina berichten, wenn diese ihr im Gegenzug dabei hilft, die Karriereleiter zu erklimmen. So erreicht die Journalistin ihr langersehntes Ziel - eine Stelle beim Politikmagazin »Brennpunkt«. Als sie jedoch den Exklusiv-Auftrag bekommt, Katharina in der heißen Wahlkampfphase ständig zu begleiten, überschlagen sich die Ereignisse, denn: Theresa ist dabei, sich in Katharina zu verlieben. Eine fesselnde Geschichte über Politik und die Anziehungskraft unter Frauen.