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Stefan Müller: Ach, nur'n bisschen Liebe

Stefan Müller: Ach, nur'n bisschen Liebe

Männliche Homosexualität in Romanen deutschsprachiger Autoren in der Zwischenkriegszeit 1919 bis 1939. D 2011, 543 S., Broschur, € 69.90
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Königshausen und Neumann
Stefan Müllers Analyse der Darstellung männlicher Homosexualität in den Romanen deutschsprachiger Autoren in der Zwischenkriegszeit verfolgt zum einen das Ziel, längst vergessene oder nur wenigen Insidern bekannte literarische Schätze zu bergen, die Homosexualität thematisieren, zum anderen soll die inhaltliche Auseinandersetzung mit diesem Sujet untersucht werden. Die Romane werden ob ihrer Publikationszeit mit der Außergewöhnlichkeit der Epoche in Verbindung gebracht. Nach den starken Weiterentwicklungen der Sozial- und Sexualwissenschaften bot die Republik von Weimar einen Nährboden für neue Erkenntnisse, die beispielsweise alte Diskurse zur Homosexualität in Frage stellten und das Bewusstsein der Bevölkerung schärften.
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Simon Froehling: Lange Nächte Tag

Simon Froehling: Lange Nächte Tag

CH 2010, 196 S., geb., € 22.51
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Bilger Verlag
Erst seit ein paar Wochen kennen sich Jirko und Patrick. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein – Patrick groß und schon mit leichten Bauchansatz, Jirko klein, schmächtig, fast fragil. Im Yoga-Kurs hatten sie sich kennen gelernt und gingen zusammen in Jirkos Wohnung. Zwar war der erste Sex nicht der beste, aber beiden war gleich klar, dass es nicht nur ein simpler One-night-stand war. Doch sie reagieren ganz verschieden darauf. Patrick hat Angst, nach seiner letzten längeren Beziehung mit Urs zu schnell wieder jemandem zu nahe zu kommen, und verlässt den vermeintlich schlafenden Jirko noch in der Nacht. Jirko ist zutiefst gekränkt und frustriert, übersieht Patricks Nachricht in der Küche und stürzt sich ins schwule Nachtleben. Nach dem Besuch in einem schwulen Sexklub findet er die betäubende Befriedigung beim Gruppensex einer privaten Party. Die Erinnerung an den verpatzten Anfang verdrängen die beiden jungen Männer jedoch schnell. Schon am nächten Tag treffen sie sich wieder, nur um sich eine ganze Woche bei ihren jeweiligen Arbeitsplätzen krank zu melden und gemeinsam diese verliebte Zeit zumeist im Bett zu verbringen. Kurze Zeit später wird Jirko krank; die Grippe ist freilich nur Manifestation der jetzt diagnostizierten HIV-Infektion, und Jirko ist sich sicher, dass er sich in genau jener Nacht beim Gruppensex infiziert haben muss, als er Patrick kennen lernte. – Simon Froehling erzählt die Geschichte dieser Erschütterung im ständigen Wechsel rauer Kämpfe und zärtlicher Nähe, mal als unbeteiligter Beobachter, der den beiden Männern, ihrem Begehren unbeteiligt zusieht, mal aus Patricks Ich-Perspektive, voller Hingabe für den zerbrechlichen Jirko. Beeindruckend schön ist Froehlings Sprache, die einerseits schlicht und präzise ist und dabei die Geschichte zügig voran treibt. Andererseits lässt diese Sprache durch ihren ständigen stilistischen Wechsel eine immer wieder fast traumhafte Anmutung entstehen, die die Intensität der Schilderung enorm steigert. Auch die Zeit ist kein festes Raster, ständig drängen sich in Patricks Erleben seine Kindheits- und Jugenderinnerungen auf und überlagern die Gegenwart. Durch diesen beständigen Wechsel gewinnen die Romanfiguren Jirko und Patrick nicht nur an Tiefe, man wird beim Lesen geradezu in die sich aufbauende und immer stärker werdende Intimität der beiden hinein gezogen. Oft erinnert sich Patrick an Monica, seine ältere Schwester, zu der er gerade in der Zeit, als seine Eltern sich scheiden ließen, eine besonders intensive Beziehung hatte. Umso merkwürdiger auch für ihn, dass ihn Monicas Unfalltod eigentümlich kalt ließ, die Fahrt zur Beerdigung mit seinem damaligen Freund Urs eher zu einer Selbstdarstellung des zufriedenen Großstadtschwulen in der ländlich-miefigen Heimat seiner Kindheit wurde. Doch nach dem Showdown mit Boyfriend, dem Besuch von Orten der Kindheit erkaltete die Beziehung zu Urs sehr rasch; obwohl er das Gegenteil wollte, konnte Patrick Urs nur noch provozieren und abweisen. Ganz anders jetzt mit Jirko. Der gemeinsame Besuch bei Patricks Großeltern endet in der Flucht im Angesicht der Zerbrechlichkeit des Alters. Doch die Aufrichtigkeit dieser geteilten Feigheit bringt sie einander nur noch näher. Von diesen außergewöhnlichen, völlig unerwarteten Wendungen zur Intimität lebt dieser Roman, der zu Recht den Untertitel »Liebesroman« führt. Und das, gerade weil von Liebe fast nie die Rede ist, schon gar nicht als romantischem Gefühl, und Beteuerungen der Zuneigung von Patrick oder Jirko fast völlig fehlen. »Lange Nächte Tag« ist viel zu ehrlich und zu unverstellt schön, als dass an solche Hülsen Worte verschwendet würden. (Veit empfiehlt, Frühlings Katalog 2010)
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William R. Handley (ed.): The Brokeback Book

William R. Handley (ed.): The Brokeback Book

From Story to Cultural Phenomenon. USA/UK 2011, 386 pp. illustrated, brochure, € 22.95
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An American Western made by a Taiwanese director and filmed in Canada, »Brokeback Mountain« was a global cultural phenomenon even before it became the highest grossing gay-themed drama in film history. Few films have inspired as much passion and debate, or produced as many contradictory responses, from online homage to late-night parody. In this collection, writers, journalists, scholars, and ordinary viewers explore the film and Annie Proulx's original story as well as their ongoing cultural and political significance. The contributors situate »Brokeback Mountain« in relation to gay civil rights, the cinematic and literary Western, the Chinese value of forebearance, male melodrama, and urban and rural working lives across generations and genders.
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David A. Gerstner (ed.): Routledge International Encyclopedia of Queer Culture

David A. Gerstner (ed.): Routledge International Encyclopedia of Queer Culture

UK/USA 2011, 720 pp., brochure, € 67.99
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Taylor and Francis
This encyclopedia covers gay, lesbian, bisexual, transgender and queer (GLBTQ) life and culture post-1945, with a strong international approach to the subject. The scope of the work is extremely comprehensive, with entries falling into the broad categories of dance, education, film, health, homophobia, the Internet, literature, music, performance, and politics. Slang is also covered. The international contributors come from a wide array of backgrounds: scholars, journalists, artists, doctors, scientists, lawyers, activists. A broad range of ideologies and points of view are represented. Information is completely up-to-date, including full coverage and analysis of such current or ongoing issues as same-sex marriage/civil union and the international AIDS epidemic.
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William M. Thackeray: Das Buch der Snobs

William M. Thackeray: Das Buch der Snobs

Dt. v. Gisbert Haefs. D 2011, 459 S., geb., € 23.59
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Dieses Buch machte ihn populär: den Snob. Er schläft mit weißen Glacéhandschuhen, gibt rauschende Feste (ohne daran zu denken, ob er sich das auch leisten kann), hat sein Haus voller Lakaien, zeigt sich gern und oft in lässiger Eleganz und kämpft erbittert um seine gesellschaftliche Stellung. Seine Überheblichkeit ist mit einem gewissen Opportunismus gepaart. Gleichzeitig durchdringt ihn eine Heidenangst, nicht mehr zur »High Society« gerechnet zu werden. Egal ob an Universitäten, beim Militär oder in der Politik - überall sonnen sich die Snobs - unbelastet durch Selbstzweifel - im Glanz ihrer eigenen Großartigkeit und auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten. Und die Gesellschaft sieht staunend zu, wie diese Gattung Mensch sich in der Öffentlichkeit produziert.
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Roland J. Wiley: Tchaikovsky

Roland J. Wiley: Tchaikovsky

UK/USA 2009, 546 pp., hardbound, € 32.79
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Oxford University Press
A giant in the pantheon of 19th-century composers, P.I. Tchaikovsky continues to enthrall audiences today. From the »Nutcracker«, »Swan Lake«, and »Sleeping Beauty«, to »Eugene Onegin«, to »Symphony Pathetique« and the always arousing, cannon-blasting »1812 Overture« - the works of this prolific and beloved composer are perennial favorites. Now, author Wiley provides a fresh biography aimed in classic Master Musician style at the student and music lover. He deftly draws on documents from imperial, Soviet, and post-Soviet era sources, providing a balanced look at recent controversies surrounding the marriage, homosexuality, and death of the composer. The analyses present new, even iconoclastic perspectives on the music and the composer's purpose and expression.
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Christoph Huber, Olaf Möller: Peter Kern

Christoph Huber, Olaf Möller: Peter Kern

TaschenKino 4. Ö 2011, 207 S. mit zahlreichen Abb. + DVD, Broschur, € 14.90
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Peter Kern - Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent - ist einer der letzten Ungebrochenen der Filmbranche. Sein Werk hat etwas Solitäres, Visionäres, Nichtkommerzielles. Als Persönlichkeit des öffentlichen Lebens ist er einer der wenigen verbliebenen Widerständler, Polemiker, Nein-Sager - alles Andere als ein lebender Kompromiss. Er legt den Finger in die österreichischen Wunden: sei's, wenn's um ein Mahnmal für die vom Naziterror verfolgten Homosexuellen in Wien geht oder wenn es um die Wiederkehr von Rassismus und braunem Totalitarismus in neuem Kostüm geht - Peter Kern kann nicht schweigen. Und eines seiner Sprachrohre ist die Filmkunst, was so kontroversielle Filme »Haider lebt - 1. April 2021« (2002) oder »Blutsfreundschaft« (2009) beweisen.
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Jane Pritchard (ed.): Diaghilev and the Golden Age of the Ballet Russes, 1909-1929

Jane Pritchard (ed.): Diaghilev and the Golden Age of the Ballet Russes, 1909-1929

UK/USA 2010, 240 pp. illustrated, hardbound, € 44.95
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Serge Diaghilev was an extraordinarily gifted impresario, curator, director and animator of the arts. He was perfectly at home driving the wave of creative energy that pushed theatrical performance to the cutting edge of cultural activity in the early 20th century and perfectly placed to export Russian culture to a thrilled and expectant Western Europe. Active in Europe and America between 1909 and 1929, Diaghilev's Ballets Russes company expanded the frontiers of theatre specifically, and art more generally. Many of its acclaimed productions were true collaborations, examples of »Gesamtkunstwerk« that continue to capture the imagination of audiences a century later. A roll call of his collaborators, friends and contacts bears witness to his influence on modernism: Picasso, Stravinsky, Nijinsky, Bakst, Matisse, Chanel, Prokofiev and Cocteau - all worked with Diaghilev, and their work is discussed and illustrated here.
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