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K.M. Soehnlein: Robin and Ruby

K.M. Soehnlein: Robin and Ruby

USA 2010, 277 pp., hardback, € 22.30
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20-year-old, Robin MacKenzie is waiting for his life to start. Then, one hot June weekend, Robin gets dumped by his boyfriend and quickly hits the road with his best friend George to find his teenaged sister, Ruby, who's vanished from a party at the Jersey Shore. For years, the friendship with George has been the most solid thing in Robin's life. But lately there are glimpses of another George, someone Robin barely knows and can no longer take for granted. Ruby is on an adventure of her own, dressing in black, declaring herself an atheist, pulling away from the boyfriend she doesn't love. Then a chance encounter puts Ruby in pursuit of a seductive but troubled boy. As their paths converge, Robin and Ruby confront the sadness of their shared past and rebuild the bonds that still run deep.
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Michael T. Ford: The Road Home

Michael T. Ford: The Road Home

USA 2010, 248 pp., hardback, € 22.59
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When a car accident leaves photographer Burke Crenshaw in need of temporary full-time care, he finds himself back in the one place no 40-year-old chooses to be - his childhood bedroom. There, in the Vermont home where he grew up, Burke begins the long process of recuperation, and watches as his widowed father finds happiness in a new relationship that's a constant reminder of everything Burke wants and lacks. Meeting Will Janks is an unexpected complication. Will is the 20-year-old son of Burke's highschool best friends, Mars. After what transpired between them one summer long ago, Burke had hoped he and Mars might become more than friends, but Mars always pretended that night never happened. Will, in contrast makes no secret of his interest in Burke, who can't resist his attraction to the handsome young man.
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Will Davis: My Side of the Story

Will Davis: My Side of the Story

UK 2009, 247 pp., brochure, € 12.49
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So what if your parents hate each other and want you to have therapy? So what if your holier-than-thou sister (also known as »The Nun«) and her posse have decided you're going to hell? So what if the school tyrant and his goons are hunting you down, or if your best friend has just outed you to a neo-Nazi? 16-year-old Jarold (everyone calls him Jaz) isn't planning to lose any sleep over that - at least until he meets the guy of his dreams at the local gay bar. Suddenly things are a lot more complicated. Witty, acerbic and really funny, »My Side of the Story« is the perfectly rendered portrait of a precocious, troubled teenager faced with the awkward process of growing up and coming out.
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Edmund White: Chaos

Edmund White: Chaos

UK 2010, 196 pp., brochure, € 13.30
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What happens when a life implodes? When a respected older man, a product of the liberated 1970s, is incapable of cleaning up his act in the 21st century? When he pursues sex with a rabidity his body and his reputation can no longer sustain? Chaos results. In this novella White takes an unsparing look at gay midlife. Here, nostalgia has been banished. His funny, smart but never wise hero is living on the edge in a Chelsea where everyone around him is 30 or 40 years younger. This is not fiction devoted to the dim splendors and miseries of the past but rather to the unsettling, irresistible claims of the present. In three other long stories, »Record Time«, »Give It up for Billy«, and »A Good Sport«, White explores different aspects of aging, romance, and sex. Age has been one of the great taboos of gay culture, but here White, as iconoclastic as ever, writes about maturity with the same precision and insight he brought to adolescence in »A Boy's Own Story«.
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Simon Froehling: Lange Nächte Tag

Simon Froehling: Lange Nächte Tag

CH 2010, 199 S., geb., € 22.51
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Erst seit ein paar Wochen kennen sich Jirko und Patrick. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein – Patrick groß und schon mit leichten Bauchansatz, Jirko klein, schmächtig, fast fragil. Im Yoga-Kurs hatten sie sich kennen gelernt und gingen zusammen in Jirkos Wohnung. Zwar war der erste Sex nicht der beste, aber beiden war gleich klar, dass es nicht nur ein simpler One-night-stand war. Doch sie reagieren ganz verschieden darauf. Patrick hat Angst, nach seiner letzten längeren Beziehung mit Urs zu schnell wieder jemandem zu nahe zu kommen, und verlässt den vermeintlich schlafenden Jirko noch in der Nacht. Jirko ist zutiefst gekränkt und frustriert, übersieht Patricks Nachricht in der Küche und stürzt sich ins schwule Nachtleben. Nach dem Besuch in einem schwulen Sexklub findet er die betäubende Befriedigung beim Gruppensex einer privaten Party. Die Erinnerung an den verpatzten Anfang verdrängen die beiden jungen Männer jedoch schnell. Schon am nächten Tag treffen sie sich wieder, nur um sich eine ganze Woche bei ihren jeweiligen Arbeitsplätzen krank zu melden und gemeinsam diese verliebte Zeit zumeist im Bett zu verbringen. Kurze Zeit später wird Jirko krank; die Grippe ist freilich nur Manifestation der jetzt diagnostizierten HIV-Infektion, und Jirko ist sich sicher, dass er sich in genau jener Nacht beim Gruppensex infiziert haben muss, als er Patrick kennen lernte. – Simon Froehling erzählt die Geschichte dieser Erschütterung im ständigen Wechsel rauer Kämpfe und zärtlicher Nähe, mal als unbeteiligter Beobachter, der den beiden Männern, ihrem Begehren unbeteiligt zusieht, mal aus Patricks Ich-Perspektive, voller Hingabe für den zerbrechlichen Jirko. Beeindruckend schön ist Froehlings Sprache, die einerseits schlicht und präzise ist und dabei die Geschichte zügig voran treibt. Andererseits lässt diese Sprache durch ihren ständigen stilistischen Wechsel eine immer wieder fast traumhafte Anmutung entstehen, die die Intensität der Schilderung enorm steigert. Auch die Zeit ist kein festes Raster, ständig drängen sich in Patricks Erleben seine Kindheits- und Jugenderinnerungen auf und überlagern die Gegenwart. Durch diesen beständigen Wechsel gewinnen die Romanfiguren Jirko und Patrick nicht nur an Tiefe, man wird beim Lesen geradezu in die sich aufbauende und immer stärker werdende Intimität der beiden hinein gezogen. Oft erinnert sich Patrick an Monica, seine ältere Schwester, zu der er gerade in der Zeit, als seine Eltern sich scheiden ließen, eine besonders intensive Beziehung hatte. Umso merkwürdiger auch für ihn, dass ihn Monicas Unfalltod eigentümlich kalt ließ, die Fahrt zur Beerdigung mit seinem damaligen Freund Urs eher zu einer Selbstdarstellung des zufriedenen Großstadtschwulen in der ländlich-miefigen Heimat seiner Kindheit wurde. Doch nach dem Showdown mit Boyfriend, dem Besuch von Orten der Kindheit erkaltete die Beziehung zu Urs sehr rasch; obwohl er das Gegenteil wollte, konnte Patrick Urs nur noch provozieren und abweisen. Ganz anders jetzt mit Jirko. Der gemeinsame Besuch bei Patricks Großeltern endet in der Flucht im Angesicht der Zerbrechlichkeit des Alters. Doch die Aufrichtigkeit dieser geteilten Feigheit bringt sie einander nur noch näher. Von diesen außergewöhnlichen, völlig unerwarteten Wendungen zur Intimität lebt dieser Roman, der zu Recht den Untertitel »Liebesroman« führt. Und das, gerade weil von Liebe fast nie die Rede ist, schon gar nicht als romantischem Gefühl, und Beteuerungen der Zuneigung von Patrick oder Jirko fast völlig fehlen. »Lange Nächte Tag« ist viel zu ehrlich und zu unverstellt schön, als dass an solche Hülsen Worte verschwendet würden.
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Olivier Sillig: Schule der Gaukler

Olivier Sillig: Schule der Gaukler

Dt. v. B. Heber-Schärer u. C. Steinitz. CH 2010, 434 S., geb., € 22.62
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Ende des 15. Jahrhunderts zieht der schwule Gaukler Harduin durch Europa. Obwohl jüdischer Herkunft wurde er in einem norditalienischen Jesuitenkloster erzogen, und durch seine umfassende philosophische Bildung wurde er zu einem religiösen Zweifler. Noch im Kloster fand er auch seine erste große Liebe, den Hussiten Jan, der den Verfolgungen in Prag gerade noch entkommen konnte. Die beiden Außenseiter – Häretiker und Skeptiker – fliehen schließlich aus dem Kloster. Harduin verschlägt es nach Portugal, wo er in den Besitz eines in Alkohol eingelegten Hermaphroditen gelangt; diesen präsentiert er fortan auf den Märkten. Dabei hilft ihm zunächst Juan, den er im Stricherviertel einer Hafenstadt vor der Gewalt eines brutalen Freiers gerettet hat. Doch nach einem guten Jahr trennen sie sich, Juan will zur See fahren. Harduin findet neue Liebhaber, ohne jedoch je wieder jemanden wie Jan zu treffen, und sein neuer Gehilfe, Tiécelin, erweist sich als besonders umtriebig und geschickt – und so entsteht eine richtige Gaukler-Truppe völlig ungewöhnlicher Gestalten. Jahre später trifft die Truppe in Marseille Juan wieder und sie erfahren von seinen Abenteuern auf einem der Schiffe von Christopher Columbus als Schiffsjunge und Liebhaber des zweiten Offiziers. Unterwegs enthüllt eine Wahrsagerin die Geschichte des Hermaphroditen, der 150 Jahre zuvor in Venedig gelebt hatte, Tiécelin verliebt sich in einen merkwürdigen Ritter und ein Überlebender berichtet von den grausigen Eskapaden des Gilles de Rais. - »Schule der Gaukler« ist in vielfacher Hinsicht ein besonderer, ein großer schwuler Renaissance-Roman. Die eigentliche Geschichte erstreckt sich nur über wenige Jahre, am Anfang ist Tiécelin 7, am Ende gerade einmal – frisch verliebt – 16. Doch die Rückblenden, Erzählungen und Berichte spannen einen viel größeren Zeitraum auf, und so vermittelt schon die Erzählweise des Romans eindrücklich das Lebensgefühl der Zeit, das einerseits noch unter dem Eindruck einer unwandelbaren Ewigkeit stand, zugleich aber durch humanistische Bildung, aufkommende Geld- und Kreditwirtschaft und zunehmend rationalisierte Staatsführung einen enormen Veränderungsschub erfuhr. Und genauso spannungsreich ist die Sprache des Romans, die einmal unerhörte, ja schreckliche Begebenheiten in einem fast schwelgerischen und schönen Duktus erzählt, dann aber fast nüchtern Liebe, Begehren und sexueller Leidenschaft darstellt. Am bemerkenswertesten ist freilich das Lebensgefühl von Harduin, Tiécelin und ihren Freunden: Dass die ganze Truppe ein zusammengewürfelter Haufen von Außenseitern ist, die noch dazu unter dem ständigen Druck insbesondere kirchlicher Verfolgung zu stehen, ist ihnen völlig bewusst, dass sie keinen festen Ort auf der Welt finden können, ist jedem klar. Doch ist ihnen diese Lebenssituation so selbstverständlich, dass sie auch keinen Versuch unternehmen, die Muster und Zwänge des Zusammenlebens der Gesellschaft zu übernehmen, die ihnen ohnehin keinen Platz gewährt. Und so entstehen eigene Formen, die zwar nicht immer gelingen und auch nicht zwangsläufig glücklich machen, immer aber ihren eigenen Wert durch die Aufrichtigkeit des Versuchs behalten. »Schule der Gaukler« ist so einerseits ein historischer Roman, dessen Stimmung an »Die Jüdin von Toledo« und »Die Kinder der Finsternis« erinnert und sicher ebenso tiefen Eindruck hinterlässt; es ist aber andererseits auch eine zeitlose Geschichte darüber, wie schön es ist, in der Gesellschaft nicht ankommen zu wollen.
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Ned Beauman: Flieg, Hitler flieg!

Ned Beauman: Flieg, Hitler flieg!

Dt. v. S. Kreutzfeld. D 2010, 286 S., geb. , € 20.56
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DuMont Buchverlag
Kevin Broom ist nicht nur Computer-Freak, sondern auch leidenschaftlicher Sammler von Nazi-Memorabilien. Bei einem Chat stößt er auf eine Spur, die ihn nicht mehr los lässt: Ein Brief, unterschrieben von Hitler persönlich und in einem Gefrierfach versteckt. Die Geschichte dieses Briefes ist ebenso schrill wie Kevin Brooms Obsession: Im London der 30er Jahre treffen der jüdische Boxer Seth »Sinner« Roach und der Spross aus besserem Hause, Philipp Erskine aufeinander. Sinner ist lebensfroh, offen schwul, trinkt sich bis zur Bewusstlosigkeit durch alle Londoner Schwulenclubs und behält doch immer die Oberhand, Philipp dagegen ist zwar auch schwul, aber völlig verklemmt, Insektenforscher, Eugeniker und glühender Verehrer Hitlers. Es ist gerade Sinners Dekadenz, die Philipp geradezu magisch anzieht, ihn, der doch von Ordnung besessen und für den Abweichung der blanke Horror ist. Seine Faszination wächst nur, je mehr ihn Sinner demütigt, und schließlich gelingt es ihm, Sinner in sein Labor zu bringen. Krönender Erfolg seiner Arbeiten ist freilich ein Kampfkäfer, den er voller Stolz Hitler widmet und schickt. Eine skuril-schwule Komödie über die Verirrungen des vergangenen Jahrhunderts.
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Olivier Sillig: Schule der Gaukler

Olivier Sillig: Schule der Gaukler

Dt. v. B. Heber-Schärer u. C. Steinitz. CH 2010, 434 S., geb. , € 22.62
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Harduin, ein schwuler Gaukler, zieht durchs mittelalterliche Europa. Er präsentiert einen in Alkohol eingelegten Hermaphroditen. Dank seinem umtriebigen Gehilfen, Tiécelin, läuft nicht nur das Geschäft, es entwickelt sich eine richtige Truppe. Vor allem aber erfährt man Harduins wechselvolle Geschichte: als Junge jüdischer Abstammung von Jesuiten erzogen, verliebt er sich im Kloster in einen Hussiten. Später gibt es Juan, seinen ersten Gehilfen, doch den zieht es auf See und Harduin mag sexuell gleichaltrige Männer – wie den Priester Hieronymus, der sich anfangs als schwuler Stricher ausgibt, um an Harduin heran zu kommen. Als die Truppe Juan einige Jahre später trifft, berichtet dieser von seiner abenteuerlichen Fahrt als Schiffsjunge und Liebhaber des zweiten Offiziers. – Ein großartiger schwuler Roman, voller Geschichten, geheimnisvoll und spannend, von Gilles de Rais bis burleskem Karneval in Venedig.
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