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Håkan Lindquist: My Brother and His Brother

Håkan Lindquist: My Brother and His Brother

Transl. by Håkan Lindquist. D 2011, 173 S., Broschur, € 15.37
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Bruno Gmünder
This is a novel about two brothers. The story is told by one of them, Jonas, an 18-year-old boy. Throughout his teenage years he has been trying to get an image of Paul, the brother he never met, a brother who died at the age of 16, the year before Jonas himself was born. The story is told like a crime story, with loose ends, clues and cliffhangers. In his search for his brother, Jonas soon finds out that Paul had an intense love affair with another boy during the last year of his life. This love affair is described in a few chapters in the middle of the novel. »My Brother and His Brother« received critical acclaim when it first appeared in Sweden, and soon new editions followed as well as several translations into German, French, and Italian.
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Alia Yunis: Feigen in Detroit

Alia Yunis: Feigen in Detroit

Dt. v. N. Püschel & M. Stadler. D 2010, 473 S., Pb, € 10.27
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Aufbau-Verlag
Fatima hält sich für die Enkelin der berühmtesten Ehestifterin des Libanon; seit 992 Nächten erzählt sie der unsterblichen Scheherazade Geschichten. Geschichten über Deir Zeitoun das Dorf ihrer Kindheit und über ihr Elternhaus, das sie geerbt hat. Dieses Haus will sie ihrem schwulen Lieblingsenkel Amir vermachen, bei dem sie seit ihrer kurz zurückliegenden Scheidung lebt. Denn sie will vor ihrem Tod noch reinen Tisch machen, und das heißt für sie, sich von dem Mann zu trennen, der sie nur aus Mitleid geheiratet hat und eine passende Frau für Amir zu finden. Dafür bleibt Fatima allerdings nicht viel Zeit, denn nach 1001 Nacht des Erzählens wird sie sterben, dessen ist sie sich gewiss. Doch in der 993 Nacht hat Scheherazade genug Geschichten über das Dorf im Libanon gehört, das Fatima seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat, und gibt flehend von sich »Wa hayat din an-nabi, bei der Religion des Propheten, du hattest zehn Kinder und zwei Ehemänner. Irgend etwas muss in den letzten achtundsechzig Jahren passiert sein?« Und dies wird ein Wendepunkt: Fatima wird zum ersten Mal eine »Zigarette« rauchen, sich ihre wunderschönen violetten langen Haare schneiden, den Dabke tanzen, den sie zuletzt bei ihrer Hochzeit tanzte, und sich mit Make-up, das fast so alt ist wie sie selbst und ihr deshalb ständig vom Gesicht bröselt, noch einmal herausputzen. Sie erzählt von der Ehe als frisch verheirateter Teenager mit ihrem ersten Mann Marwan, der sie mit nach Amerika nahm; wie sie Ibrahim, ihrem zweiten Mann, begegnete, der von Anfang an in sie verliebt war, ihr das aber bis heute nicht gestanden hat; über das Leben mit ihren 10 Kindern, die jetzt nur noch mit ihr über das Wetter sprechen. Wenn Fatima schläft, besucht Scheherazade Fatimas Familie. Dabei trifft sie auf Fatimas Enkelin Dina, die gerade Jura studiert und die dem knackigen Hintern von Jamal nach Beirut gefolgt war, um dort im Flüchtlingslager Kindern mit Cheerleader-Beat und Pompons Englisch beizubringen, was ihrer Mutter so gar nicht gefällt. Denn diese versucht seit ihrer Kindheit schon ein an die amerikanische Gesellschaft angepasstes Leben zu führen, und verschweigt ihre Herkunft. Da ist es nicht verwunderlich das sie es lieber sehen würde wenn Dina ihren blonden, blauäugigen Freund Jake heiratete. Scheherazade trifft auch Aisha, die von allen Dezimal genannt wird, weil sie so gut in Mathematik ist. Ihre Hausaufgabe, einen Brief an eine nahestehende Person, nimmt Dezimal zum Anlass, ihrer Urgroßmutter Fatima zu schreiben, dass es sie überhaupt gibt. Denn weil Dezimal unehelich zu Welt kam, wurde ihre Geburt aus Scham vor der restlichen Familie und auch vor Fatima geheim gehalten. Und natürlich lernen wir Amir kennen, den Lieblingsenkel, in dessen Armen Fatima sterben möchte; doch davon, dass er schwul ist, will sie nichts hören. Amir hat gleich, als er erfahren hat, dass seine Taita (Großmutter) zu ihm kommt, mit seinem Freund und Schauspielerkollegen Schluss gemacht – denn eigentlich hat er auch nur auf einen Anlass gewartet. Doch zum Leidwesen Amirs stellt sich gerade jetzt die Karriere ein und er wird von Paparazzi belagert. Aus Bosheit und Rache lenkt sein Ex die Aufmerksamkeit ungewollter Verfolgern auf Amir, und weil Amerika in allgemeine Hysterie nach dem 09.11. verfallen ist, lässt er Amir als potenziellen Terroristen da stehen. Und als Amir ständig vom Vorsprechen in Tunika und mit aufgeklebtem Bart zurück kommt, dauert es nicht lang, bis FBI und Heimatschutz tatsächlich vor der Tür stehen. »Feigen in Detroit« hat mich das tragische Großfamilienleben der Abdullahs erfahren lassen, voll Ironie und Situationskomik. Die Erzählung springt zwischen den Hauptpersonen und wird so zu einer Ansammlung mehrerer Geschichten, in deren Mitte sich Fatima befindet, deren Geschichte zwar auktorial von Alia Yunis berichtet wird, die jedoch die eigentliche Erzählerin ist. Fatima gibt jedoch nur widerwillig ihr intime Geschichten preis. Sie nimmt dabei die Rolle Scheherazades aus der orientalischen Märchensammlung ein, die Nacht für Nacht Geschichten so erfolgreich Geschichten erzählte, dass sie selbst nicht nur die Mordlust ihres Gatten austricksen und überleben konnte, sondern auch mit ihrer eigenen Geschichte unsterblich wurde. Doch im Gegensatz zu Scheherezade, die 1001 Nacht lang Geschichten erzählte, um ihr Leben zu retten, hat Fatima 1001 Nacht Zeit, sich auf den Tod vorzubereiten. Und mit ihr und ihren Geschichten wird zwar die Klammer verschwinden, die die verzweigte Familie zusammen hält. Doch ihre Familiengeschichten und ihr Verschwinden zeigen auch, was letzlich von Integration, Assimilation, Traditionsbewusstsein und dergleichen zu halten ist: Es sind Märchen und Fiktionen, manchmal schön erzählt und interessant; aber meistens doch die schrulligen Phantasien eines möglicherweise liebenswerten, aber nicht immer ganz ernst zu nehmenden Menschen.
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Leopoldo Brizuela: Nacht über Lissabon

Leopoldo Brizuela: Nacht über Lissabon

Dt. v. Thomas Brovot. D 2010, 725 S., geb., € 25.60
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Insel Verlag
Portugal 1942: die Briten drängen auf einen Kriegseintritt des Landes, doch Diktator Salazar zögert noch. Die Nazis drohen mit Einmarsch. In Lissabon tummeln sich bereits viele Fremde: Diplomaten in geheimer Mission, Spione aller Kriegsparteien, jüdische Flüchtlinge aus ganz Europa. Deren Hoffnung richtet sich auf das letzte Schiff, das sie vor der Deportation bewahren kann und noch in derselben Novembernacht auslaufen soll. Der argentinische Konsul erwartet ein Lieferung aus der Heimat. Der junge, undurchsichtige Vertraute des Patriarchen von Lissabon arrangiert ein geheimes Treffen. Der Privatsekretär und ehemalige Lover eines Musikagenten sieht sich plötzlich mit seinem Nachfolger in der Gunst des Maestros konfrontiert. Dieser wiederum teilt seine Kabine in der Nacht mit eines mysteriösen Burschen.


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Donald Windham: Zwei Menschen

Donald Windham: Zwei Menschen

Dt. v. A. Konrad. D 2010, 206 S., geb., € 20.46
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Lilienfeld
Der Urlaub des Amerikaners Forrest mit seiner Frau in Rom verlief desaströs. Schon nach kurzer Zeit hatten die beiden sich nichts mehr zu sagen, ödeten sich an und nervten sich zu Tode. Darum brach seine Frau den Urlaub ab, ging zurück nach Amerika; Forrest blieb allein in Rom zurück und kam in der zufällig leerstehenden Wohnung eines Freundes unter. Die Tage verbringt er mit Spaziergängen durch die Stadt. Natürlich ist ihm klar, was die Jungs an der Spanischen Treppe vor allem von Ausländern wollen: Taschengeld gegen Sex. Und so ist auch zunächst alles klar, als der 17jährige Marcello ihn anspricht. Beide beginnen eine ebenso leidenschaftliche wie sachlich-abgeklärte Beziehung: Zwar erwarten sie nicht, dass aus ihrer Affäre eine Beziehung entwickelte, schon gar keine monogame, auch sind beide fern von romantischen Gefühlsduseleien, und immer gibt es auch kleine oder großzügigere Zuwendungen von Forrest an Marcello. Aber beide sind einander herzlich zugetan, vermissen sich nach kurzer Trennungszeit und sowohl Forrest als auch Marcello empfinden den gemeinsamen Sex nicht nur als körperliche, sondern auch als emotionale Erfüllung. Problematisch ist vor allem Marcellos Familie, sein Vater empfindet eine regelrechte Abneigung gegen ihn. Nicht nur hält er ihn mit Taschengeld knapp, auch seine Ausbildung muss Marcello seinem despotischen Vater abtrotzen. Und natürlich steht er auch unter häuslicher Überwachung, so dass seine Treffen mit Forrest mitunter schwierig zu organisieren sind. Allen Widrigkeiten zum Trotz gelingt es Marcello, sich sowohl mit Forrest regelmäßig zu treffen, also auch seine weitere Lebensplanung voran zu bringen. Doch erst als der Sommer zu Ende geht und klar ist, dass Forrest abreist, wird Marcello klar, dass Forrest ihm mehr bedeutet hat – was, das bleibt offen. Es könnte die große Liebe sein oder einfach nur die Klarheit über sich, nur mit einem Mann glücklich werden zu können. - Der zweite Roman von Donald Windham, der erstmals auf Deutsch erscheint (nach „Dog Star“ 2009), überrascht in mehrfacher Hinsicht. Zunächst sprachlich, denn „Zwei Menschen“ ist in einer klaren und knappen Sprache verfasst, die zugleich eine beeindruckende fast herbe Schönheit entfaltet. Ganz anders als „Dog Star“, die schwermütige Geschichte des deprimierten und verwirrten 16jährigen Blacky, der nach dem Selbstmord seines Freundes seine offenkundige Homosexualität verdrängt und darum immer aggressiver und gewalttätiger wird, gibt es in „Zwei Menschen“ auch nicht eine Andeutung davon, dass es die Homosexualität wäre, die die Affäre von Marcello und Forrest zu einem Problem werden lassen könnte. Es geht vielmehr um die charakterlichen und gefühlsmäßigen Veränderungen, die diese Affäre in den beiden hervorruft. Diese Klarheit und Unverstelltheit der Sprache und des erzählerischen Blicks auf eine schwule Affäre, die für beide Männer einen neuen Lebensabschnitt beginnen lässt, überrascht umso mehr, als die Geschichte nicht nur in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts spielt, sondern auch geschrieben wurde. Windham, der mit Truman Capote und Tennessee Williams befreundet war, hatte damals Italien besucht, “Two People” ist das literarische Produkt seiner damaligen Eindrücke. Doch obwohl zeitliche und räumliche Platzierung des Romans so eindeutig sind, wirkt die Schilderung der Beziehung und Entwicklung von Forrest und Marcello zeitlos. Indem Windham völlig darauf verzichtet, Homosexualität als Problem zu thematisieren, und zwar weder als drohendes Problem, das beständig die Beziehung der beiden Männer bedroht, noch als im speziellen Fall gelöstes Problem, über das sich die beiden hinwegsetzen können, wird umso klarer, wie zwei (schwule) Menschen sich auf einander beziehen, was sie einander bedeuten und vor allem: wie sie sich hierdurch verändern. Und so überrascht “Zwei Menschen” über ein halbes Jahrhundert nach seiner ersten Veröffentlichung noch ein weiteres Mal, denn schwule Romane, die Homosexualität weder als drohendes noch als gelöstes Problem thematisieren, sind auch heute selten. Ein gerade aus schwuler Sicht literarischer Schatz also. (Also available in the English original version for € 17.95)
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Tristan Garcia: Der beste Teil der Menschen

Tristan Garcia: Der beste Teil der Menschen

Dt. v. M. Kleeberg. D 2010, 318 S., geb., € 20.46
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Dominique stammt aus Korsika, er ist der Sohn eines großbürgerlichen Partisanen. William dagegen kommt aus einer kleinbürgerlichen, jüdischen Vororte-Familie. Sie lernen einander in den frühen 80er Jahren kennen und werden sofort ein Paar. Zunächst engagieren sie sich gemeinsam in der Pariser Schwulenbewegung, sind Mitgründer von Vereinen und Zeitschriften. Doch nach fünf Jahren zerstreiten sie sich, trennen sich und werden Intimfeinde. Dominique sucht die Nähe der Politik, es gelingt ihm, sich und seinen Verein zu etablieren. Aids-Prävention, Aufklärung und beständiger Aufruf zu Safer Sex sind seine Themen, und natürlich benutzt er seine Möglichkeiten auch dazu, ein positives Bild schwulen Lebens in der Öffentlichkeit zu präsentieren. William geht auf Contra. Für ihn ist Dominiques Ansatz Verrat an der Sache, Schwulsein heißt für ihn immer auch, unangepasst und gegen jedes Establishment zu sein. In seiner Radikalität sieht William auch Safer Sex und den Kampf gegen Aids als Angriff auf unangepasstes schwules Leben: Er behauptet, Regierung und Mainstream wollen Aids erstens den Schwulen dadurch rauben, indem sie behaupten, Aids gehe alle an, und zweitens auch noch durch den Aufruf zu Safer Sex verhindern, dass diese schwule Besonderheit, die Aids in seinen Augen darstellt, untereinander weiter gegeben werde. Der Kampf der beiden ehemaligen Liebenden gegen einander wird immer heftiger, brutaler und nimmt mitunter groteske Züge an. Dass dieser Kampf nur in einem Desaster enden kann, ist klar – und beide kosten den öffentlichen Vernichtungszug gegeneinander voll aus. – »Der Beste Teil der Menschen« ist eine Liebes- und Hass-Geschichte ebenso wie ein beispielhafter Ausschnitt über eine entscheidende Wendung der schwulen Emanzipationsgeschichte, nämlich die von der Oppositions- zur Integrationsbewegung. Dominique und William scheinen zunächst das gleiche zu wollen, Aufmerksamkeit und Akzeptanz für ihren schwulen Lebensstil. Vermeintlich zerstreiten sie sich über den Weg zu diesem gemeinsamen Ziel: Zusammenarbeit mit etablierten Strukturen, vor allem dem Staat, steht ewiger Opposition, Außenseitertum und Kooperationsverweigerung gegenüber. Und dieser Unterschied in der Grundhaltung ist es auch, der Dominique und William in Wahrheit einander so fremd und verhasst macht. Es geht um die Selbstwahrnehmung als Schwuler. Sieht man sich als ehrenwertes Mitglied der Gesellschaft mit abweichenden Schlafzimmergewohnheiten oder will man um jeden Preis mit der Gesellschaft nichts zu tun haben, sie verändern oder gar subversiv zerstören, und ist schwuler Sex hierfür ein manifester Ausdruck? Dass beide Seiten mit dem Vorwurf, die jeweils andere habe »die schwule Sache« verraten, ja verhalte sich nachgerade kriminell, zumindest einen wahren Kern treffen, macht die Hassliebe von Dominique und William zu einer tragischen Geschichte. Der Roman führt damit aber auch über die Geschichte der beiden Männer hinaus ein Grund-Dilemma der schwulen Emanzipationsbestrebungen vor: Gang durch die Institutionen oder Fundamentalopposition. Dass beide Seiten verlieren, wenn sie für eine dieser beiden Positionen letztgültig optieren, führt »Der beste Teil der Menschen« eindrücklich vor Augen. Und es ist gerade nicht ein dialektisches Verhältnis, das durch eine übergeordnete Synthese aufgelöst werden könnte – Garcias Gegenspieler sind argumentativ von einander ebenso unabhängig, wie sie ihren Kampf immer wieder ausdrücklich auf einander beziehen. Nur das Leben bindet sie aneinander, und so endet ihr Kampf zuletzt tödlich. Diese Ausweglosigkeit macht den Roman als Parabel auf schwule Emanzipation beklemmend und einzigartig zugleich.
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Truman Capote: Handgeschnitzte Särge

Truman Capote: Handgeschnitzte Särge

Tatsachenbericht über ein amerikanisches Verbrechen. Dt. v. Marcus Ingendaay. CH 2011, 160 S., geb., € 14.39
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Als Truman Capote für »Kaltblütig« recherchierte, befreundete er sich mit dem Kriminalbeamten, der die Ermittlungen in diesem Fall geleitet hatte. Jahre später tritt dieser erneut an Capote heran und berichtet ihm von einem neuen Fall. Telefonisch blieben die beiden in Verbindung. Von diesen Gesprächen ausgehend entwarf Capote ein größeres Werk: eine perfekt komponierte Novelle über eine hinterhältige Mordserie. Die Novelle, eine Kombination aus Fakten und Erfundenem, liest sich so, als wäre sie das Script für einen spannungsgeladenen Film. - »Es ist eine Destillation all dessen, was ich über das Schreiben weiß«, sagte Capote einmal. »Handgeschnitzte Särge« zeigt Truman Capote stilistisch auf der Höhe seines Könnens.
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James Hamilton-Paterson: Heilige der Trümmer

James Hamilton-Paterson: Heilige der Trümmer

Dt. v. Hans-Ulrich Möhring. D 2009, 284 S., Pb, € 10.27
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btb
Eine rabenschwarze Komödie über launische Künstler, schräge Heiligenverehrung und gewagtes Essen: Gerald Samper - bekannt aus »Kochen mit Fernet-Branca« - hat eine ebenso kuriose wie spektakuläre, neue Vorspeise auf Fledermausbasis kreiert. Doch der kulinarische Wurf geht daneben: ein britischer Adliger stirbt im Kreis der Freunde bei deren Verzehr. Nun zieht sich Gerald - von Beruf Ghostwriter - beleidigt in die Toskana zurück. Niemand weiß seine Begabung richtig zu schätzen. Leider liegt Geralds dortiges Haus in Trümmern. Das hindert ihn nicht, sich dem Libretto einer Oper und der Vermarktung eines aufblühenden Lady-Diana-Kultes zu widmen. Die Opernpremiere wird zum Fiasko - dank eines seltsamen Pinguins. (Also available in the English brochure version »Rancid Pansies« for € 21.30)
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Wolfgang Herrndorf: Tschick

Wolfgang Herrndorf: Tschick

D 2010, 254 S., geb., € 17.42
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Die Mutter ist in der Entzugsklinik gelandet. Der Vater hat sich mit seiner Assistentin auf Geschäftsreise begeben. Förmlich bleibt nun Maik Klingenberg nichts Anderes übrig, als die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa zu verbringen. Alle Pläne gehen jedoch über Bord, als Tschick aufkreuzt, der eigentlich Andrej Tschichatschow heißt und aus einem der Asozialen-Hochhäuser von Hellersdorf kommt. Irgendwie hat es der Bursche von der Förderschule bis aufs Gymnasium geschafft. Dabei wirkt er nicht gerade als Musterbeispiel für gelungene Integration. Mit seiner Art und einem geklauten Auto reißt Tschick Maik aus seiner beschaulichen Sommerexistenz. Ohne Karte oder Kompass - fast wie moderne Tom Sawyers und Huck Finns - beginnen die beiden Jungs eine unvergessliche Reise durch die Provinz.
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