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Hallgrímur Helgason: 101 Reykjavik

Hallgrímur Helgason: 101 Reykjavik

Dt. v. K.-L. Wetzig. D 2011, 440 S., Pb, € 10.23
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DTV
Was macht man in einem Winter in einem Land, in dem die Sonne nicht scheint, in dem es dauernd schneit und in dem sich selbst die Gespenster zu Tode langweilen? Der 28jährige Hlynur vergammelt förmlich in seinem Bett, surft im Internet, zieht sich Pornos rein und weiß nichts Richtiges mit sich selbst anzustellen. Er lebt noch bei seiner Mutter, geht kaum fort, so dass seine Erfahrungen mit Frauen eher mütterlicher oder virtueller Natur sind. Nun begegnet er der Drogenberaterin Lolla, die in Hlynurs Mutter verliebt ist. Die Liebe zur Mutter hindert Lolla nicht daran, auch mit Hlynur etwas anzufangen. Doch dieser One-Night-Stand hat Folgen. Hlynur versucht nun verbissen an seiner gemütlichen kleinen Welt festzuhalten. Allmählich wird ihm klar, dass nicht alles immer nach seinen Vorstellungen laufen kann.
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Veneda Mühlenbrink: Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an

Veneda Mühlenbrink: Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an

D 2010, 283 S., Broschur, € 15.32
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Ulrike Helmer
Lesbisches Leben im Kontrast zweier völlig unterschiedlicher Generationen und Lebensentwürfe: Valerie ist eine junge lesbische Schriftstellerin. Seit ihre Freundin Irina sich von ihr betrogen fühlte, weil sie mit einer anderen Frau im Bett war, und sie deshalb verließ, ist Valeries Privatleben ins Schlingern geraten. Zwar genießt sie ihre Freiheit(en), andererseits liebt sie Irina noch immer, und so haben alle ihre Affären einen schalen Beigeschmack. Eine befreundete Altenpflegerin hat ihr Luise vorgestellt, eine alte Dame, die ihre Lebensgeschichte erzählen will, weil »der liebe Gott noch etwas mit mir vorhat«. Luise hat viel erlebt, Repression und Verfolgungszeit unter den Nazis, die dumpfe Zeit der 50er und 60er Jahre. Obwohl sie zeitlebens lesbisch empfand, war für sie ein offenes Leben unvorstellbar. Auch in den Gesprächen mit Valerie bleibt zunächst eine Kluft, denn auch charakterlich sind die beiden Frauen völlig verschieden. Während Luise fein, belesen und zurückhaltend ist, ist Valerie laut, direkt und – obwohl Akademikerin – doch eher halbgebildet. Doch die beiden vertragen sich und Valerie spürt, dass hier Stoff für ein gutes neues Buch zu holen ist. In den wöchentlichen Treffen lernt sie viel über die Vergangenheit, und natürlich muss sie auch selbst gegenüber Luise viel von sich preisgeben, denn die alte Frau ist neugierig, was lesbisches Leben mittlerweile bedeuten könnte. - Veneda Mühlenbrinks neuer Roman besticht vor allem durch die krass inszenierten Kontraste. Gegenwart prallt auf Vergangenheit, feine Ausdrucksweise auf lautes Plappern. Während der Treffen der beiden Frauen werden solche Unterschiede zuweilen thematisiert, mitunter abgewogen und verglichen. Plakativ stehen sich jedoch die unterschiedlichen Schilderungen des Lebens von Luise und Valerie gegenüber. Während Luises Erlebnisse in gewählter, manchmal altmodischer Sprache vor allem erzählerisch vorgetragen werden, sind die Valerie-Passagen stark von Dialogen geprägt, besonders von Dialogen unter Freundinnen: Schnelle, flapsige Schlagabtäusche, ehrlich und direkt, wenngleich zumeist nicht tiefsinnig. Das hat beim Lesen eine äußerst erfrischende Wirkung, denn der Wechsel von langsamen, inhaltsreichen und schnellen, scheinbar oberflächlichen Pasagen hat etwas Aufrüttelndes. Gleichzeitig erfüllen die Abschnitte über Irinas Leben die Schilderungen Luises mit der Lebendigkeit der Gegenwart, ein geschickter Kniff, der Vergangenheit Farbe zu verleihen und gleichzeitig die Distanz immer deutlich bleiben zu lassen. Sicher, der Roman bietet bei aller soliden historischen Recherche keine neuen Erkenntnisse über die Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Dafür ist er jedoch Unterhaltung im besten Sinn, eine angenehme, leichte und zugleich hintergründige und spannende Geschichte, es macht einfach Spaß, das Buch zu lesen.
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Ruth Gogoll: L wie Liebe. Staffel 4

Ruth Gogoll: L wie Liebe. Staffel 4

D 2010, 240 S., Broschur, € 15.32
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Elles - L wie Liebe 4
Die Schriftstellerin Anna Lessing ist noch immer ganz vernarrt in Sabrina. Die ganze Geschichte ist schon längst nicht mehr gesund für Anna. Darum begibt sie sich in eine Psychotherapie, um ihre außer Kontrolle geratene Verliebtheit in den Griff zu bekommen. Doch es kommt, wie es kommen muss: die Therapeutin ist verdammt attraktiv, und auch hier kann Anna nicht wirklich widerstehen. Währenddessen genießen Carolin und Rebekka ihre neue Zweisamkeit. Das schöne Bild des jungen Paares veranlasst Silvia, endlich etwas an ihrem Lebensstil zu ändern. Anders wird aus ihrer Suche nach dem großen Lebensglück bestimmt nichts mehr. Thea muss erleben, dass im Leben nicht alles Gold ist, das glänzt. Luise kann ihr Leben gerader in vollen Zügen genießen. Währenddessen macht Anita eine Bekanntschaft, die einige Überraschungen für sie bereit hält.
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Mirjam Müntefering: Taktgefühle

Mirjam Müntefering: Taktgefühle

D 2010, 269 S., Pb, € 8.21
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Tiffy kommt mir ihrem Singledasein eigentlich ganz gut klar und versteht zunächst überhaupt nicht, wieso sie sich von ihrer besten Freundin Toni in einen Singletanzkurs für Lesben mitschleppen lassen soll. Aber Toni will einfach nicht aufgeben und kann Tiffy trotz ihres von klein auf vorhandenen Tanztraumas endlich überreden, doch noch an dem Kurs teilzunehmen. Die anfängliche Reserviertheit bei Tiffy weicht bald der überraschenden Erkenntnis, dass Tanzen doch gar nicht so übel ist. Natürlich hat dieser Sinneswandel etwas mit einer wunderschönen Frau zu tun: nämlich Juliane, deren Performance auf dem Parkett Tiffy einfach hinreißend findet. Leider erwidert Juliane Tiffys Sympathien nicht - sie bleibt seltsam abweisend. Stattdessen ist Tiffy aber ganz eindeutig nach dem Geschmack ihrer Tangolehrerin Ricarda.
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Karen-Susan Fessel: Leise Töne

Karen-Susan Fessel: Leise Töne

D 2010, 492 S., geb., € 20.46
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Querverlag
Die 25jährige Marthe Maan hilft im Berliner Funkhaus aus und bekommt den Auftrag, eine Komponistin aus Lettland vom Flughafen abzuholen. Die dunkelhaarige, dunkeläugige Elisabeth Herlitz fasziniert Marthe vom ersten Moment an. Gleichsam findet sie es irritierend, dass die Musikerin ihr irgendwie bekannt vorkommt. Doch der Kontakt der beiden Frauen dauert nur kurz - Elisabeth Herlitz muss wieder weiter, gibt Marthe aber eine Visitenkarte. Diese ist zunächst das einzige, das Marthe von der Deutschlettin bleibt. Sie lebt ja auf einer schwedischen Insel. Marthe findet das kurios, denn sie selbst stammt auch von einer Insel. Könnte es nicht mehr geben, das die beiden verbindet? Zwei Jahre später sehen sich die beiden Frauen wieder - der Anfang einer inspirierenden, aufwühlenden, intensiven Beziehung. Lässt sich das vereinen: der rebellische Freigeist und die ruhige, melancholische Künstlerin?
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Kathy Acker: Meine Mutter - Dämonologie

Kathy Acker: Meine Mutter - Dämonologie

Dt. v. L. Dreimann & A. Rummel. Ö 2010, 289 S., geb., € 23.00
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Der 6. Band der Wiener Reihe »exquisite corpse« - Schriften zu Ästhetik, Intermedialität und Moderne« ist dem Meilensteinroman »Meine Mutter« von Kathy Acker gewidmet. Laure ist jung und stürzt sich voller Leidenschaft in eine alles verschlingende Affäre mit ihrem Gefährten B. Sie möchte der Frage auf den Grund gehen, wer sie ist. Der Weg der Selbstfindung zieht sie in eine Odyssee hinein, die sie auf Umwegen mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert - mit den Erinnerungen und Fantasien ihrer Kindheit. William Burroughs fand, dass »Meine Mutter« sich nachhaltiger mit sexuellem Missbrauch und daraus resultierender Paralyse befasst als irgendeine andere Autorin ihrer Zeit. Acker bricht hier mit uralten Tabus und schafft sich als Künstlerin eine lebendige Identität in totaler Rebellion.
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Veneda Mühlenbrink: Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an

Veneda Mühlenbrink: Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an

D 2010, 283 S., Broschur, € 15.32
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Ulrike Helmer
Seit ihrer Trennung von ihrer Freundin Irina geht bei der Schriftstellerin Valerie nicht recht etwas weiter. Es scheint so, als wäre sie seitdem mit einer exorbitanten Sinnkrise liiert. In diesem Zustand will schon gar keine neue Liebesbeziehung aufkommen. Als Valerie in einem Altersheim Luise trifft, bietet sich ihr die Gelegenheit endlich auf andere Gedanken zu kommen. Die Frau, die schon weit über neunzig ist, macht auf Valerie einen aufgeweckten, fast jugendlichen Eindruck. Luise kann viel erzählen - aus Zeiten, in den Frauen relativ frei lesbisch sein konnten, und anderen, in denen sie von den Nazis fürs Lesbischsein verfolgt wurden. Die Erzählungen der alten Frau faszinieren Valerie und geben einen idealen Romanstoff ab. Andererseits beginnt sich Luise für Valeries persönliche Verhältnisse - insbesondere für ihre Beziehungen zu ihren Freundinnen - zu interessieren.
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Kenna White: Comfortable Distance

Kenna White: Comfortable Distance

USA 2009, 271pp., brochure, € 13.79
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Dana Robbins needs a vacation from her girlfriend - and her life. Used to working out her problems in her work, the successful syndicated cartoonist plans a solo summer vacation on a houseboat, hopeful that the separation will resolve her doubts about her future with Shannon. But Shannon's frequent calls demanding some resolution only heighten her turmoil. Marine Biologist Dr. Jamie Hughes sees Puget Sound in ways few people do. The hours she spends diving its depths and running her laboratory absorb all her focus and time. When Jamie meets the obviously distressed Dana at a friend's, she offers her scientific detachment to help Dana sort through her problems. Worrying about Dana's present is easier than examining her own past. But as the summer heats up, the distance between Dana and Jamie is anything but comfortable.
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