Edmund White: Und das schöne Zimmer ist leer
Dt. v. Benjamin Schwarz. D 2012, 254 S., Broschur, € 15.37Kostenloser Versand ab 20 Euro Bestellwert.Bruno Gmünder
In dieser Fortsetzung zu seinem autobiografischen Coming-out-Roman »Selbstbildnis eines Jünglings« nimmt uns der schwule Erzähler nun auf seine Reise durch das Amerika der 50er und 60er Jahre mit. Beginnend mit seinen noch etwas verklemmten Studienjahren an der University of Michigan, geht er jedoch immer offener mit seiner Homosexualität um. Vor allem als er nach New York kommt, wird das, was früher Sehnsucht war, immer mehr zu einer handfesten Bestimmung, die sein Denken dominiert. Aber irgendwann entdeckt der Erzähler, dass es jenseits der Welt anonymer sexueller Kontakte auf Klappen noch etwas Anderes gibt. White schafft es, ein sehr erhellendes Licht auf seine Charaktere und deren Milieus zu werfen. Auch der Erzähler in »Und das schöne Zimmer ist leer« setzt sich mit seiner Vergangenheit auseinander und zerpflückt dabei sein Verhältnis zu Familie, Freunden und Liebhabern. Der Leser folgt ihm auf seiner schwulen Odyssee. Dabei kann sich Whites Gabe für Dialoge und Anekdoten sowie eine gewisse melancholische Eleganz voll entfalten.