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Hubert Fichte: St. Pauli-Geschichte

Hubert Fichte: St. Pauli-Geschichte

D 2006, 64 S., geb., € 15.21
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Bislang ist diese erste Erzählung Hubert Fichtes nicht veröffentlicht worden. Sie stammt noch aus den 50er Jahren, als in der BRD ein Totalverbot für Homosexualität bestand. Sie erzählt die Geschichte einer kurzen Nacht, in der die schwule Hauptperson »Hubert« einen Streifzug über die Reeperbahn macht und dabei mit einem förmlich zärtlichen Blick Menschen beobachten, denen er auf der Straße oder in Schwulenlokalen begegnet. Unter anderem begegnet Hubert dem schönen, farbigen Hafenarbeiter Hans. Doch der hat Begleiter im Schlepptau, die Hubert gerne loswerden möchte, damit sie beide es endlich miteinander treiben können. Die Angst, vor dem Erwischtwerden hängt ständig über der Szene, aber auch der Nervenkitzel, etwas Verbotenes zu tun. Die »St. Pauli-Geschichte« enthält schon viele Elemente, die später in Fichtes Werk dominant wurden.
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Hubert Fichte: Der Platz der Gehenkten

Hubert Fichte: Der Platz der Gehenkten

D 2006, 220 S., Pb, € 10.23
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Fichtes Auseinandersetzung mit dem Islam ist ein ästhetischer Gegenentwurf zum Koran. Während dieser mit langen Passagen beginnt, und sich zu kurzen dogmatischen Aussagen steigert, verfährt Fichte in »Der Platz der Gehenkten« (d.i. der Marktplatz in Marrakesch) umgekehrt. Er beginnt mit knappen Sätzen, Einzeilern, Momentaufnahmen, sinnlichen Eindrücken, mit nur wenigen Worten, weitet dann seine Beschreibungen bis zur vollständig ausgearbeiteten Szene aus, die Beschreibungen ufern gewissermaßen aus und nehmen am Schluss dann mehrere Seiten ein. Wie in allen Romanen Fichtes, sind es vor allem die Außenseiter, denen Jäckis (Fichtes alter ego) gilt. So verinnerlicht Jäcki immer mehr die Fremdheit und er kann am Ende vom Platz der Gehenkten sagen: »Er geht durch mich hindurch.«
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Hubert Fichte: Forschungsbericht

Hubert Fichte: Forschungsbericht

D 2005, 157 S., Pb, € 9.20
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Fast 20 Jahre nach der »glücklichen Liebe« in Portugal besuchen Jäcki und Irma Belize. Ihre Forschungsreisen hatten sie in den letzten Jahren nach Haiti, Venezuela und Brasilien geführt. Doch ihre erprobte Technik, behutsam und respektvoll mit dem Fremden umzugehen, versagt hier. Die beiden schaffen es nicht, den authentischen Kern in den vielfältigen Spuren afroamerikanischer Kulturen aufzuspüren. So wird der karge »Forschungsbericht« zu einer Geschichte des Scheiterns, auch findet Fichte hier nur Sex, in keinen der Männer verliebt er sich. Wie »Eine glückliche Liebe« ist auch »Forschungsbericht« einer der zahlreichen Romane aus Fichtes »Geschichte der Empfindlichkeit« und Teil seiner vielen ethnografischen Berichte.
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Hubert Fichte: Eine glückliche Liebe

Hubert Fichte: Eine glückliche Liebe

D 2005, 108 S., Pb, € 9.20
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Der Schriftsteller Jäcki und die Fotografin Irma fahren 1964 in ein portugiesisches Fischerdorf. Von hier aus erkunden die beiden das Land, das in einer eigentümlichen Spannung zwischen alter großer Seefahrernation und Rückständigkeit unter der gegenwärtigen Militärdiktatur lebt. Jäcki, Hubert Fichtes alter ego, findet im jungen Fischer Mario eine glückliche Liebe, ebenso selbstverständlich wie naturverbunden. Ihre Gespräche, ihre Streifzüge an der Atlantikküste, ihren Sex schildert Fichte in seiner ebenso kargen wie rhytmisch prägnanten Sprache. Jäckis und Marios Beziehung erscheint hierdurch zart und innig sowie sachlich und sexzentriert zugleich – bis alles abrupt mit Marios Einberufungsbescheid endet.
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Hubert Fichte: Versuch über die Pubertät

Hubert Fichte: Versuch über die Pubertät

D 2005, 298 S., Pb, € 9.15
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Wie in einer Bühneninszenierung läuft die Pubertät des Ich-Erzählers Hubert Fichte ab. Seine Beziehung zu einem alternden Schriftsteller, seine zahlreichen Begegnungen mit ganz unterschiedlichen »Typen«, wie er sie nennt, sind das Szenarium einer schonungslosen Selbstdarstellung. Pubertät ist für Fichte nicht nur das Ende der Kindheit, sondern auch der schmerzvolle Erkenntnisprozess, dass der persönlichen Enwicklung - zumal eines Schwulen - durch Gesellschaft und Umwelt Grenzen gesetzt sind. »Le Monde« feierte seinerzeit Hubert Fichtes »Versuch über die Pubertät« als »das ehrlichste Buch der deutschen Literatur«.
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Hubert Fichte: Die Palette

Hubert Fichte: Die Palette

D 2005, 344 Seiten, Pb, € 10.18
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Die »Palette« ist ein Hamburger Kellerlokal, ein Treffpunkt von Außenseitern. Schwule, Prostituierte, Gammler, Gauner, Strichjungen und entlassene Häftlinge treten auf und reden über Dinge, die beim Erscheinen des Romans 1968 nicht nur einen Skandal auslösten, sondern Verlag und Autor etliche Klagen einbrachten. Später bekamen die unangepassten Männer und Frauen das hübsche Etikett »Beat Generation«. Der Roman »Die Palette« ist freilich eine wilde und authentische Abfolge von Szenen in der Jäcki sich endgültig vom Detlev der Vergangenheit emanzipiert.
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Hubert Fichte: Detlevs Imitationen »Grünspan«

Hubert Fichte: Detlevs Imitationen »Grünspan«

D 2005, 242 S., Pb, € 9.15
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Detlev kommt 1943 aus dem bayrischen Waisenhaus ins bombenbedrohte Hamburg zurück. Den Kindheitserinnerungen steht jetzt die brutale Wirklichkeit gegenüber, und Detlev weiß keinen Ausweg, als seine Persönlichkeit aufzuspalten. Das Bewusstsein des Knaben spaltet sich in Detlev und Jäcki, nur so findet er sich in der sich auflösenden Welt zurecht, dass er sein zweites Ich als Imitation des ersten inszeniert.
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Hubert Fichte: Das Waisenhaus

Hubert Fichte: Das Waisenhaus

D 2005, 172 S., Pb, € 8.12
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Detlevs Vater ist Jude, seine Mutter versucht 1942 mit ihrem Kind in Bayern unterzutauchen. Da sich zunächst kein Platz findet, wird Detlev ein Jahr lang in ein katholisches Waisenhaus gesteckt. Dort ist er dem Gezänk der Nonnen und den Schikanen der anderen Zöglinge ausgesetzt. Detlevs Erfahrungen in der zerstörten Kriegswelt stehen seine sehnsüchtigen Erinnerungen an die heile Welt des Großvaters gegenüber. Detlevs größter Wunsch ist die Flucht aus dem Heim. Ein beklemmender autobiografischer Roman über eine schwule Kindheit.
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