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Carmen Sánchez: Kunst und Erotik in der Antike

Carmen Sánchez: Kunst und Erotik in der Antike

Dt. v. A. Lutter u. K. Uhlig. D 2013, 165 S. mit S/W-Abb., geb., € 17.37
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Wagenbach
Die Antike - gemeint sind alte Griechen und Römer - ist mit Sexualität, Körperlichkeit und deren Darstellung überraschend scham- und tabufrei umgegangen. Gerade der nackte Mann galt als Inbegriff der Schönheit. Olympiaden wurden nackt ausgetragen. Homoerotik war bei den alten Griechen gang und gäbe. Ausgehend von diesen Grundsteinen bildete sich eine ikonografische Tradition heraus, die durch das Mittelalter unterbrochen und erst durch die Renaissance wiederbelebt wurde. Sie ist heute wieder wirksam. Und doch ist unser Blick auf Kunst und Erotik in der Antike idealisiert. Die vorkommenden, hochgradig sexualisierten, oft pornografischen Bilderwelten der Antike werden geflissentlich ausgeblendet, kommen sie uns heute doch oft fremd vor. Besonders interessant: was hat es mit den Bildern gleichgeschlechtlicher Liebe tatsächlich auf sich?
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Giorgio Bassani: Die Brille mit dem Goldrand

Giorgio Bassani: Die Brille mit dem Goldrand

Dt. v. Herbert Schlüter. D 2013, 108 S., Pb, € 9.15
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Wagenbach
Als Arzt genießt Doktor Fadigati ein hohes Ansehen im Ferrara der Mussolini-Zeit. Er bewegt sich auch recht galant in den höheren Kreisen. Einzig die Tatsache, dass der Doktor noch nicht verheiratet ist, gibt Anlass zur Tratscherei. Es scheint keinen plausiblen Grund zu geben, warum der elegante Herr keine angemessene Partie finden sollte. Zwar gibt es Gerüchte, er sei mehr an Vertretern des eigenen Geschlechts interessiert als an den Frauen. Aber niemand will das wirklich glauben. Tatsächlich verbringt sich hinter der Fassade der Wohlanständigkeit ein prekäres Doppelleben. In regelmäßigen Abständen reist der Doktor mit dem Zug in die nächstliegende Großstadt, um seine Homosexualität dort auszuleben. Dort trifft er in einem Boxstall auf einen gut aussehenden Studenten, in den er sich verliebt. Er nimmt ihn mit nach Ferrara und lässt sich von dem skrupellosen Schönling vorführen. Die Stimmung in der Stadt wendet sich gegen Fadigati, so dass er bald nur noch einen Ausweg aus seiner Situation sieht.
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Lucià Puenzo: Wakolda

Lucià Puenzo: Wakolda

Dt. v. Rike Bolte. D 2012, 188 S., geb., € 19.43
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Wagenbach
Lucía Puenzo ist nicht nur eine auf Festivals prämierte Regisseurin, sie ist auch als Schriftstellerin erfolgreich. Mit »Das Fischkind« erregte sie bei uns sowohl im Kino als auch im Literaturbetrieb erstes Aufsehen. In ihrem neuen Roman gerät eine argentinische Familie in der Einöde Patagoniens in ein Unwetter. Als sie Schutz vor dem Sturm suchen, erregt die kleinwüchsige Tochter der Familie die Aufmerksamkeit eines Fremden, der sogar verspricht das Mädchen zu behandeln, um es von der Kleinwüchsigkeit zu kurieren. Zunehmend gelingt es ihm das Vertrauen der ganzen Familie zu gewinnen. Doch einige Indizien sprechen dafür, dass dieser seltsame José der KZ-Arzt von Auschwitz - Josef Mengele - sein könnte, der wegen seiner Menschenexperimente ein gesuchter Nazi-Verbrecher ist.
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Alan Bennett: Schweinkram

Alan Bennett: Schweinkram

Zwei unziemliche Geschichten. Dt. v. Ingo Herzke. D 2012, 141 S., geb., € 16.35
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Wagenbach
Wer heute - im Jahr 2012 - noch glaubt, Briten wären einfach nur prüde, wird mit dem neuen Buch von Alan Bennett eines Besseren belehrt. Tatsächlich stehen die Briten uns Kontinentaleuropäern in frivoler Hinsicht in nichts nach. In den beiden Erzählungen wirft Bennett einen Blick durchs Schlüsselloch und berichtet, wie treue Untertanen ihrer Majestät (bekannt geworden durch den Roman »Die souveräne Leserin«) auf scheinbarem Terra incognita zu Entdeckern werden und dabei Lüste auftun, die eigentlich schon lange unter der Oberfläche vorhanden gewesen sein müssen. Mit einem Augenzwinkern macht er dem Leser klar, dass er sich mit dem Privatleben seiner Landsleute bestens auskennt und dass sich britische Schrullen und lustvolle Exzesse keineswegs gegenseitig ausschließen müssen.
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Beatriz Preciado: Pornotopia

Beatriz Preciado: Pornotopia

Architektur, Sexualität und Multimedia im »Playboy«. Dt. v. B. Engels u. K. Genschow. D 2012, 166 S., geb., € 25.60
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Wagenbach
Playboy-Gründer Hugh Hefner entwickelte seit den Anfängen des Magazins (innen-)architektonische Konzepte, die dem Playboy in dessen alltäglichen Lebensraum das Leben erleichtern und z.B. durch die Entwicklung einer offenen Küche der zentralen Stellung einer einzigen Frau den Boden entziehen sollten. Er entwarf komfortable Betten, die sich per Knopfdruck automatisch verstellen ließen - je nachdem ob der Playboy relaxen oder fernsehen wollte. Viele dieser Entwürfe sind aus dem heutigen Alltagsleben nicht mehr wegzudenken, auch wenn nicht jeder heutige Nutzer ein Playboy ist. Die Autorin wendet sich in der Nachfolge Michel Foucaults den Mechanismen zu, die die (sexuelle) Identität unserer Gesellschaft bestimmen. Sie interpretiert den Playboy als Teil der sexuellen Revolution, als männlich-heterosexuelles Gegenstück zur Emanzipation der Frauen und Homosexuellen.
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Nico Naldini: Pier Paolo Pasolini

Nico Naldini: Pier Paolo Pasolini

Dt. v. Maja Pflug. D 2012 (Neuaufl.), 379 S. mit zahlreichen S/W-Fotos, Broschur, € 16.35
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Wagenbach
Die 1986 erstmals auf italienisch erschienene Pasolini-Biografie von Nico Naldini kann auch heute - 25 Jahre nach ihrem Erscheinen - immer noch als verlässlich gelten. Als Pasolinis Cousin war Nico Naldini auch ein intimer Kenner dieser Zentralfigur italienischer Kunst im 20. Jahrhundert. Diese Biografie ist dank ihres Rückgriffs auf zahlreiche Quellen auch reich dokumentiert. In ihr zeichnet Naldini das Porträt eines ungewöhnlichen, manchmal sanften, manchmal kämpferischen Künstlers, der in Italien oft missverstanden und entsprechend mit Prozessen verfolgt wurde. Gleichzeitig hat er mit seinen Filmen Dinge in Italien bewegt. Wir folgen dem Lebensweg des schwulen Künstlers von seinen ersten poetischen Stehversuchen im friaulischen Dialekt über seinen Hinauswurf aus der KPI und seine skandalträchtigen Filme wie »Teorema« oder »Salò« bis hin zu seiner Ermordung.
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Rudolf Dekker und Lotte van de Pol: Frauen in Männerkleidern

Rudolf Dekker und Lotte van de Pol: Frauen in Männerkleidern

Mit einem Vorwort von Peter Burke. Dt. v. M.-T. Leuker. D 2012, 235 S. mit S/W-Abb., Broschur, € 14.29
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Wagenbach
»Frauen in Männerkleidern« gehört als Pionierarbeit auf ihrem Gebiet inzwischen zum Kanon der Gender Studies. In ihr konnten die beiden AutorInnen nachweisen, dass die Zuschreibung eines Geschlechts oft einzig und allein auf Äußerlichkeiten wie Kleidung und Gestik zurückzuführen ist. Anhand exemplarischer Biografien weiblicher Transvestiten in der frühen Neuzeit konnten die beiden verdeutlichen, wie unhaltbar eigentlich die landläufige Annahme von je einer männlichen, bzw. einer weiblichen »Natur« von Menschen im Grunde ist. Die AutorInnen beschrieben in ihrem Buch persönliche Lebensverhältnisse, die wirtschaftlichen und sozialen Beweggründe sowie die sexuellen Motive für ein Leben von Frauen in Männerrollen. Die Beispiele reichen von Frauen, die zur Armee oder in die Marine gingen, über Frauen, die typische Männerberufe ergriffen, bis hin zu Frauen, die andere Frauen heirateten.
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Katharina Rutschky: Im Gegenteil

Katharina Rutschky: Im Gegenteil

Politisch unkorrekte Ansichten über Frauen. D 2011, 143 S., Pb, € 11.21
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Wagenbach - WAT 675
Die Aufsätze aus über drei Jahrzehnten zeigen Katharina Rutschkys nimmermüden Kampf gegen männliche Vorurteile, aber auch gegen weibliche Ressentiments und Selbstmitleid. Ganz besonders scharf kritisiert die 2010 verstorbene, unbestechliche Berlinerin darin immer wieder ihre Lieblingsgegnerin Alice Schwarzer. Sie beschäftigt sich in ihren Essays mit klassischen Frauenfragen wie der Frauenquote ebenso wie mit Mutterschaft, Körperbildern, Mode und dem alltäglichen Wahnsinn der Partnerschaftsproblematiken. Auch zeichnet sie in ihren Essays Portraits von beeindruckenden Frauen. Sie denkt in Debatten gegen den Strich und schreckt in ihrem Schreiben auch vor Tabubrüchen nicht zurück. Sicherlich gehörte sie zu den herausragenden Stimmen des deutschen Feminismus.
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