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Thomas Hermanns: Mörderquote

Thomas Hermanns: Mörderquote

D 2012, 320 S., Pb, € 9.25
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Goldmann
»Music Star 3000« ist die beliebteste Castingshow im deutschen Fernsehen. Es läuft bereits die sechste Staffel, und jeder kennt die Rituale, jeder kennt die Abläufe. Dann aber nimmt ein Mörder den Rauswahl-Mechanismus selbst in die Hand und bringt Woche für Woche einen Kandidaten um – mitunter vor laufender Kamera. Ist der Mörder einer der Kandidaten? Oder ein Jury-Mitglied? Die Einschaltquoten schießen jedenfalls ins Unermessliche. Denn das Motto der Show »Es kann nur einer übrig bleiben!« wurde noch nie so ernst genommen. Und so fiebern alle aus mehreren Gründen mit, ob der schwule Kandidat Sascha – der heimliche Held des Krimis – es ins Finale schafft. Und Sascha will unbedingt ins Showgeschäft und ganz nach oben!
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Carmelo Abbate: Sex und der Vatikan

Carmelo Abbate: Sex und der Vatikan

Ein Bericht über die verborgenen Seiten der Kirche. Dt.. v. E. Heinemann u. I. Klöhn. D 2012, 445 S., Pb , € 10.27
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Goldmann
Im Juli 2010 erregte der Autor mit seinen Undercover-Reportagen über den Vatikan weltweites Aufsehen. Davor hatte er einen Informanten, den er als seinen Lebenspartner ausgab, durch die römische Schwulenszene begleitet. Dabei stieß er auf das Doppelleben vieler katholischer Priester, die nachts Sex mit anderen Männern hatten und anderntags das Zölibat predigten. Da die hier aufgestellten Behauptungen auch durch Fotos und Videoaufnahmen belegt werden konnten, war für Schlagzeilen und einen allgemeinen Aufschrei gesorgt. Entsprechende Beweise ignorierend versuchte die katholische Kirche dieses von den Vorgaben der Kirche stark abweichende Verhalten als Einzelfälle hinzustellen. Tatsächlich konnte der Autor aber nachweisen, dass das beschriebene Phänomen viel tiefer geht und der Zölibat im Grunde nicht funktioniert.
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Bascha Mika: Die Feigheit der Frauen

Bascha Mika: Die Feigheit der Frauen

Rollenfallen und Geiselmentalität. D 2012, 251 S., Pb, € 9.24
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In ihrer Streitschrift wider den Selbstbetrug wettert die ehemalige Chefredakteurin der taz - ohne Rücksicht auf die political correctness zu nehmen - gegen die Selbstverständlichkeit, mit der sich Frauen von heute noch immer in alte Rollenmuster und Abhängigkeiten begeben. Sie wirft ihnen vor, entgegen besseren Wissens den Weg des geringsten Widerstands zu gehen und keinen Kampfeswillen für ihre Emanzipation aufzubringen. Sie würden dadurch zu Komplizinnen der eigenen Selbstentwertung. Die Autorin empfindet den Rückzug in die Komfortzone als Feigheit und entwirft einen Aktionsplan für mehr weibliche Selbstbestimmung - eine Emanzipation, die über rhetorische Floskeln hinausgehen und sich in der Praxis niederschlagen muss. Sie ermutigt zu grundlegenden Veränderungen.
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Patrick Dennis: Darling, ich bin deine Tante Mame!

Patrick Dennis: Darling, ich bin deine Tante Mame!

Dt. v. Thomas Stegers. D 2012, 416 S., Pb, € 10.27
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Goldmann
Der Vater des 10-jährigen Patrick stirbt überraschend. Und weil der Junge sonst niemanden auf der Welt hat, der sich um ihn kümmern könnte, kommt er zu seiner exzentrischen Tante Mame nach New York. Die bezaubernde junge Frau hat einen etwas eigenwilligen Lebenswandel, und ihre Freunde sind alles Andere als 0815. Die Erziehung des Neffen hat für Tante Mame sofort höchste Priorität. Patricks Wortschatz wird aufgepeppt und um so relevante Begriffe wie Daiquiri, nymphoman oder Ödipuskomplex erweitert. Die Methoden der Schule, an der Patrick nun angemeldet wird, gelten als der letzte Schrei: dort gibt es Gesprächskreise zur Traumdeutung und rohe Möhren zum Mittag. Außerdem nimmt ihn Tante Mame mit ins Theater: dort macht sie zusammen mit ihrer besten Freundin Vera Charles die Bühne unsicher.
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Kristof Magnusson: Das war ich nicht

Kristof Magnusson: Das war ich nicht

D 2011, 285 S., Pb, € 9.24
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Jasper hat es aus dem miefigen Ruhrpott als Banker nach Chicago geschafft. Endlich kann er zeigen, was für ein grandioser Spekulant in ihm steckt. Ein nicht gerade vorteilhafter Schnappschuss, der ihn erschöpft am Arbeitsplatz zeigt, illustriert einen Artikel im Finanzteil einer Zeitung – und dieses Bild sieht der Bestsellerautor Henry LaMarck, der ohnehin von seiner Beziehung zu Andrew frustriert ist. Ohne Jasper zu kennen, ist Henry über beide Ohren verliebt und will nur noch den hübschen jungen Mann finden. Dabei hat er seinem Verlag den großen Jahrhundertroman angekündigt, doch von dem gibt es noch keine einzige Seite. Meike, LaMarcks Übersetzerin ins Deutsche, wartet dringend auf das Manuskript, und weil es ohne Leistung kein Honorar gibt, fliegt sie kurzerhand nach Chicago, um an den begehrten Text zu kommen. Während sich die Wege der drei immer wieder – erwartbar wie unerwartet – kreuzen, sprengt Jasper nebenbei die Bank, Henry verliert alles, und Meike erhält ein Vermögen. Auf der Flucht vor der Polizei landen sie alle schließlich in der Einöde Norddeutschlands.
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Stef Penney: Die Zärtlichlichkeit der Wölfe

Stef Penney: Die Zärtlichlichkeit der Wölfe

Dt. v. St. Rettenbusch. D 2007, 544 S., geb., € 9.20
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Der 17jährige Francis ist ein eher scheuer Außenseiter; und er fühlt sich auch nicht wohl in seinem kleinen Dorf, abseits jeder Zivilisation im Kanada des 19. Jahrhunderts, als Teile des Landes erst noch zu erschließen waren. Der Trapper Laurent ist für ihn der einzige Lichtblick. Mit ihm verbindet Francis eine Art Hassliebe: Tagen verträumter und verspielter Verliebtheit und leidenschaftlichen Nächten folgen Tage im Streit, der gegenseitigen Provokation, manchmal hasserfüllt. Eines Tages mitten im Winter sieht Francis eine Gestalt von Laurents Behausung davon laufen. Als er in die Hütte kommt, entdeckt er zu seinem Entsetzten, dass sein Geliebter ermordet wurde. In einer Mischung aus Panik und kurz entschlossenem Wagemut nimmt Francis die Verfolgung des Unbekannten auf. Francis läuft tagelang quer durch das eingeschneite Land und wäre in seiner Entkräftung und Orientierungslosigkeit verloren gewesen, hätten ihn nicht Siedler eines nahegelegenen Dorfes gefunden. Gleichzeitig nimmt die Handelsgesellschaft, die in dieser Zeit gleichzeitig so etwas wie behördliche Autorität hat, Ermittlungen zum Mord an Laurent auf. Francis hat sich verdächtig gemacht, seine Spuren führen vom Tatort fort und er bleibt verschwunden. Darum folgen die Ermittler Francis’ Spur. Dies ruft wiederum Francis’ Mutter auf den Plan, sie macht sich Vorwürfe, als Mutter versagt zu haben und will ihrem Sohn helfen. »Die Zärtlichkeit der Wölfe« ist so zunächst einmal ein spannender Krimi mit zahlreichen Ermittlern auf Verfolgungsjagd unter zum Teil widrigs­ten winterlichen Bedingungen. Der Fall wird zusätzlich packend und interessant als sich heraus stellt, dass das mittlerweile Jahre zurückliegende, immer noch unaufgeklärte Verschwinden zweier Mädchen aus dem gleichen Dorf in einem Zusammenhang mit dem Mord und Francis’ zu stehen scheint. Gerade weil sich jedoch die anfänglichen Verdächtigungen und Mutmaßungen über diese Zusammenhänge als falsch heraus stellen, sich zugleich aber immer wieder neue Verbindungen herstellen lassen, gewinnt die Geschichte immer mehr an Tempo. Diesem Erzähltempo steht die Langsamkeit der Verfolgungen gegenüber, genauso wie der langen Zeitspanne, die zwischen den beiden mysteriösen Fällen liegt, im Kontrast zu den in Wahrheit recht geringen Entfernungen steht, die die schlecht ausgerüsteten Siedler und Trapper zurücklegen. Und genauso merkwürdig wechselt auch die Erzählperspektive: Grundsätzlich ist der Roman auktorial erzählt – doch die Kapitel, die von Francis’ Mutter handeln, erzählt diese als Ich-Erzählerin. Hierdurch stellt Stef Penney eine ganz eigentümliche Atmosphäre her, obwohl der Fall immer klarer wird, bleibt das Gefühl, dass sich die Wahrheit immer wieder entzieht, dass wie bei einem Vexierbild nicht festgelegt werden kann, ob man alles von innen oder von außen sieht. »Die Zärtlichkeit der Wölfe« ist darum mehr als ein historischer Krimi – auch wenn sich das Genre (wie so vieles bei diesem Roman) einer eindeutigen Bestimmung entzieht. (Veit empfiehlt, Frühlings Katalog 2008)
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Kristof Magnusson: Zuhause

Kristof Magnusson: Zuhause

D 2005, 315 S., geb., € 8.17
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Eigentlich wollte Lárus Weihnachten in seiner isländischen Heimat gemeinsam mit seinem Lover, seiner besten Freundin Matilda und deren Freund verbringen. Doch weil sich Matilda gerade von ihrem Freund getrennt hat (»Er hat einfach zu gut zu mir gepasst, das war unerträglich.«) und Lárus von seinem Lover verlassen wurde, hängen die beiden im matschig-kalten Reykjavik fest. Da trifft Lárus Dagur wieder, einen ehemaligen Schulfreund – oder eher Schulfeind, denn Dagur wollte nie etwas mit Lárus zu tun haben. Doch jetzt interessiert er sich heftig für Lárus, ist über beide Ohren verliebt, und nachdem die beiden einige Nächte verbracht haben, hofft Dagur auf eine intensive Beziehung. Doch unmittelbar nach seiner Liebeserklärung an Lárus, die ebensogut auch eine Erpressung hätte sein können, rast Dagur mit seinem Auto gegen eine Wand und stirbt. Erst jetzt merkt Lárus, dass Dagur ihm mehr bedeutet hat, als ein paar schöne Nächte, und er beginnt, den Umständen von Dagurs Tod nachzugehen. Dagur war offenbar besessen von der Idee, dass seine Familie ein Geheimnis hat. Der immens reiche und mächtige isländischer Clan verfolgt seine Abstammung auf Egil Skallagrimsons Landnahme vor Jahrhunderten zurück und Dagur schien zu glauben, dass der Stolz seiner verhassten Verwandtschaft zugleich deren tödliche Schwäche sei. Immer tiefer verstrickt sich Lárus in Dagurs Obsession und gerät in den Strudel der intriganten Familienmachenschaften, und was als verunglückte Vorweihnachtszeit begann, entwickelt sich zu einer ebenso packenden wie skurrilen Geschichte. Scheinen Lárus‘ Missgeschicke am Beginn von »Heimat« eher lustige Nebensächlichkeiten zu sein (so erfährt er z.B. an der Kasse der Videothek, dass er eigentlich tot ist), nehmen seine Unfälle immer bizarrere Züge an, je wichtiger sie für Lárus‘ Geschichte werden. Bei Dagurs Begräbnis fällt er ins offene Grab, Matildas neuer Lover, der ihn noch wenige Tage zuvor verprügelte, schneidet ihm bei einem Besäufnis einen Finger ab. Schließlich sucht Lárus die offene Konfrontation mit Dagurs Familie, insbesondere mit Dagurs böser und abgebrühter Schwester. Doch was er als vermeintlich großes Familiengeheimnis enthüllt, entpuppt sich als die Wahrheit seiner eigenen Herkunft. »Heimat« beginnt als witziger, höchst geistreicher Poproman. Bösartige Oneliner machen das Buch zu einer amüsanten, ja lustigen Lektüre. Doch entwickelt sich der Roman immer mehr zu einer skurrilen, modernen Version einer isländischen Saga, mit all ihren Ungereimtheiten und schrecklichen Exzessen. (Veit empfiehlt, Winter Katalog 2005)
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Truman Capote: Die Hunde bellen

Truman Capote: Die Hunde bellen

Reportagen und Porträts. Dt. v. Marcus Ingendaay. D 2010, 925 S., Pb, € 13.31
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Für Magazine wie »Esquire« und den »New Yorker« verfasste Truman Capote Reportagen und Porträts. Alle Qualitäten, die den Schriftsteller Capote ausmachten, finden sich auch hier: seine Begabung, Melancholie sprachlich glänzend zu erfassen, seine Beobachtungsgabe - gepaart mit einem glühenden Interesse an anderen Menschen - und spritzige, treffende Dialoge. Die hier zusammengestellten Reportagen und Porträts reichen von Reiseskizzen, die er als 22jähriger zu Papier brachte, bis hin zu einem Porträt der lesbischen Schriftstellerin Willa Cather, das er kurz vor seinem Tod fertig stellte. Der Band »Die Hunde bellen« umfasst erstmals in deutscher Sprache das komplette, nicht fiktionale Werk Capotes - darunter befinden sich auch Texte, die damit erstmals in Buchform erscheinen.
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